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Krise der SPD: Sozialdesolate Partei Deutschlands

Die Sozialdemokratie wird wohl nie mehr, was sie einmal war. Sie hat kein Gegenkonzept zum Neokapitalismus, sie konnte dessen Krise nicht ausnutzen - die SPD hat sich von der eigenen Klientel dramatisch entfernt. Die Geschichte einer ideellen Enteignung.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...682832,00.html
  1. #1

    wirklich traurig.

    herr westerwelle lässt sich von hotelketten pampern, frau merkel beschränkt sich wie bisher aufs nichtregieren, herr seehofer kippt zucker in den koalitionstank und die opposition - die findet gar nicht statt! wo ist denn mal jemand, der dieser desaströsen regierungstruppe zumindest verbal den a... aufreißt?
  2. #2

    Für eine neue Linke

    Der Analyse ist nichts hinzuzufügen, soweit es die sterbende Tante SPD angeht.

    Das sollte aber uns, die wir früher in der SPD waren, nicht hindern, nach neuen Wegen zu suchen. Wer aufgibt, hat schon verloren.

    Dem 2. Teil der Analyse (Implosion der Basissysteme) füge ich hinzu, dass das wahrscheinlich auf eine Implosion der sogenannten Demokratie hinauslaufen wird.
  3. #3

    ...

    Zitat von buutzemann Beitrag anzeigen
    herr westerwelle lässt sich von hotelketten pampern, frau merkel beschränkt sich wie bisher aufs nichtregieren, herr seehofer kippt zucker in den koalitionstank und die opposition - die findet gar nicht statt! wo ist denn mal jemand, der dieser desaströsen regierungstruppe zumindest verbal den a... aufreißt?
    Sie scheinen nicht begriffen zu haben, dass hier nicht versucht wird die SPD runterzuschreiben - sondern eine Lagebeschreibung zu geben. So sieht es - der Meinung des Autors nach - momentan in der SPD-Wählerschaft aus.
  4. #4

    Das Lied vom Lampenputzer

    Der deutschen Solzialdemokratie gewidmet

    War einmal ein Revoluzzer
    m Zivilstand Lampenputzer
    ging im Revoluzzerschritt
    mit den Revoluzzern mit

    Und er schrie: "Ich revolüzze!"
    und die Revoluzzermütze
    schob er auf das linke Ohr
    kam sich höchst gefährlich vor

    Doch die Revoluzzer schritten
    mitten in der Straßen Mitten
    wo er sonsten unverdrutzt
    alle Gaslaternen putzt

    Sie vom Boden zu entfernen
    rupfte man die Gaslaternen
    aus dem Straßenpflaster aus
    zwecks des Barrikadenbaus

    Aber unser Revoluzzer
    schrie: Ich bin der Lampenputzer
    dieses guten Leuchtelichts
    bitte, bitte, tut ihm nichts

    Wenn wir ihn das Licht ausdrehen
    kann kein Bürger nichts mehr sehen
    Laßt die Lampen stehn, ich bitt!
    denn sonst spiel ich nicht mehr mit.

    Doch die Revoluzzer lachten
    und die Gaslaternen krachten
    und der Lampenputzer schlich
    fort und weinte bitterlich

    Dann ist er zu Haus geblieben
    und hat dort ein Buch geschrieben:
    Nämlich, wie man revoluzzt
    und dabei doch Lampen putzt

    Erich Mühsam, 1907
  5. #5

    Guter Artikel!

    Das hätte ich zwar mit viel weniger Worten und nicht so hochgestochen auch sagen könnnen.

    Schröder, Clement, Steinmeier, Steinbrück und vor allem Münte mit seinem rigorosen Fraktionsvorsitz habe die SPD endgültige ruiniert. Sie werden damit in die Geschichte eingehen.

    Schröder ist in seiner Sucht nach Ruhm ein Seil hochgeklettert, das unten schon gebrannt hat.

    Einem Angestellten, der 35 Jahre eingezahlt hat nach einem Jahr ALG ! dann genauso "viel" ALG II zu geben wie jemand, der nur 3 Jahre eingezahlt hat bzw. überhaupt nichts, ist an Infamie nicht zu übertreffen. Dies von einer sozialdemokratischen Partei!

    Über die Rolle der Grünen braucht man erst gar nicht zu reden. Hartz4-Menschen sind nicht deren Klientel, weshalb es die Grünen auch einen Dreck kümmert, was mit diesen Menschen passiert.
  6. #6

    Die Partei, die Partei, die hat immer Recht ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Sozialdemokratie wird wohl nie mehr, was sie einmal war. Sie hat kein Gegenkonzept zum Neokapitalismus, sie konnte dessen Krise nicht ausnutzen - die SPD hat sich von der eigenen Klientel dramatisch entfernt. Die Geschichte einer ideellen Enteignung.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...682832,00.html
    Das Problem der SPD ist viel mehr ein Problem des Überbauelementes "Partei"insgesamt. Keine unserer Parteien hat ein Konzept, das den objektiven Notwendigkeiten der Gesllschaft (national + international) zum Eingang des 21.jahrhunderts entspricht. Können sie auch nicht, wenn sie von wahl zu Wahl vom demokratieversessenen Volk getrieben werden und gleichzeitig machtversessen diese Macht behalten wollen.
    These: Moderne Gesellschften können durch Parteien unter diesen Bedingungen nicht geführt werden.

    Parteien entstanden als die die Eisenbahn seit 10 jahren zwischen Nürnberg und Fürth dampfte, nur mal so zur illustration der Frage ob und warum sich Parteien überlebt haben.
    Alternativen sind denkbar, bedürfen aber einer grundlegenden Veränderung der Gesellschaft, geht an dieser Stelle zu weit.
  7. #7

    'Kein Gegenkonzept zum Neokapitalismus'

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Sozialdemokratie wird wohl nie mehr, was sie einmal war. Sie hat kein Gegenkonzept zum Neokapitalismus, sie konnte dessen Krise nicht ausnutzen - die SPD hat sich von der eigenen Klientel dramatisch entfernt. Die Geschichte einer ideellen Enteignung.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...682832,00.html
    Kann sie auch gar nicht haben, denn sie ist Instrument dieses Kapitalismus.
    Übrigens, was heißt hier 'Neo-Kapitalismus'? Kapitalismus bleibt Kapitalismus. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
  8. #8

    politische Sackgasse

    Jetzt müssten eigentlich Entschuldigungen dieser Partei folgen: für die gesamte Politik der Schröderregierung! Dazu das Eingeständnis, dass Oskar Lafontaine in allem und vor allem mit seinem Regierungs- und Parteiaustritt recht hatte. Wie wäre es ab jetzt mit Schröder- und Müntemobbing?
  9. #9

    kein zufall

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Sozialdemokratie wird wohl nie mehr, was sie einmal war. Sie hat kein Gegenkonzept zum Neokapitalismus, sie konnte dessen Krise nicht ausnutzen - die SPD hat sich von der eigenen Klientel dramatisch entfernt. Die Geschichte einer ideellen Enteignung.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...682832,00.html
    Die Zerstörung der Sozialdemokratie in Europa war weder Schicksal noch Zufall. Die SPD ist ideologisch unterwandert und schliesslich von Innen zersetzt worden.

    Man könnte meinen, dass dahinter eine gesamtpolitische Strategie steckt. Die Agenda 2010 hätte von keiner anderen Partei so durchgesetzt werden können, da diese sich zu schnell dem Verdacht ausgesetzt hätte, allein wirtschaftliche Interessen zu bedienen.
    Darüber hinaus sorgt der derzeitige Zustand der SPD dafür, das keine echte Alternative zum Sozialraubbau und Neoliberalismus geboten wird.
    Ein echter Politikwechsel ist derzeit schlicht nicht möglich. Somit macht sich die SPD selbst überflüssig. Und solange in dieser Partei keine personelle Grunderneuerung und eine Rückbesinnung auf die sozialen Werte stattfindet, wird der Niedergang dieser einst großen Volkspartei leider weitergehen.

    Wenn jemand den Plan gehabt hätte, die soziale Marktwirtschaft zu zerstören, hätte er es politisch nicht besser umsetzen können.


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