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Krise der Mediendemokratie: Das Schweigen der Anderen
Kein Wunder, dass die Demokratie kaum noch Freunde hat: Die politische Klasse nimmt ihre Informationspflicht nicht mehr wahr, denn Politiker und Medien frönen lieber dauererregt dem Alarmismus. Aber wenn dem Bürger nur noch dumpfes Bauchgefühl bleibt, wird's gefährlich, meint Reinhard Mohr.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...565291,00.html
- #180 16.07.2008 22:49 von
Lupenreine Demokraten
Nein, die Mehrheit des Volkes möchte bloß etwas anderes. Nur wie soll man seine rechtschaffenen Gedanken zu Europa in die Tat umsetzen, wenn irgendwelche komischen Menschen, die kleinkariert nur ihre paar zahlreichen persönlichen und staatlichen Nachteile sehen, anstatt die Tragweite des Beschlusses schon an sich als unschlagbar zustimmenswert anzusehen, dann querschießen. Was erdreisten die sich?
Wieso verhängt man nicht einfach ein Abstimmungsverbot gegen alle, die in Irland gegen die Lissaboner Werke stimmten?
Oder man könnte in Irland einfach genügend arme Zuwanderer unter der Bedingung, Ja anzukreuzen, einbürgern, damit man es schafft!
Oder, was am einfachsten ist: Die Regierung wählt ein anderes Volk, das die Abstimmung dann anders ausfallen lässt - vielleicht eines aus schadenfrohen Schweizern und Norwegern, die dann vom Abstimmungsinhalt nicht betroffen sind.
Reiner Populismus, das mit dem Willen des Volkes! Demokratie ist Populismus in Höchstform! Schafft sie ab!
Diese letzten Sätze sind AUSDRÜCKLICH satirisch gemeint. Ich hoffe, mit diesem Disclaimer wird es freigeschaltet. - #181 17.07.2008 07:28 von
- #182 17.07.2008 12:30 von
*
Ja, das ist bedauerlich, aber was ist denn ein neoliberaler Quacksalber? Und was für einen Vergleich meinen Sie? Der Neoliberalismus scheint dieser Tage so tot, da kann man suchen und suchen, findet aber nicht einen Vertreter.
Und was die CSU anbelangt: Wie würden Sie die denn bezeichnen? - #183 17.07.2008 15:45 von
- #184 17.07.2008 18:03 von
- #185 17.07.2008 18:09 von
Woher ich den habe?
Sie selbst bestritten, das man selbst bei intensivster Suche keinen Vertreter des Neoliberalismus mehr fände. Ich habe mir halt die Mühe gemacht und auch in den letzten Ecken des Wirtschaftsministeriums nachgeschaut und dabei den eben genannten Politiker gefunden, der zugegebenermaßen wahrscheinlich ein recht kleiner Beamter sein muss, wenn Sie ihn übersehen haben...
- #186 17.07.2008 18:19 von
Interessanter Thread. Ich habe gerade einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben, den ich aufgrund seiner Länge nicht hier reinkopieren möchte. Wen's interessiert:
http://www.selfnews.net/ressorts/Pol...-scheisse-oder
Kleine Einleitung:
Nein, Politiker sind nicht alle durch die Bank "toll". Es gibt überall schwarze Schafe, und so natürlich auch bei den Politikern. Und es treibt auch mir die Zornesröte ins Gesicht, wenn im Bereich der Gesundheitspolitik mal wieder eine Entscheidung getroffen wird die nur den Lobbyisten gefällt... aber halt! Ertappe ich mich gerade dabei, mich "absichern" und rechtfertigen zu wollen, nur weil ich es wage mal etwas Positives über Politiker zu sagen? Wo sind wir eigentlich gelandet?! Und: nein, ich selbst bin KEIN Politiker... - #187 17.07.2008 21:33 von
Wirklich kaum zu glauben
Sie meinen es ernst.
Sie erwarten also Alternativen. Wer sind Sie denn, dass Sie etwas von Anderen erwarten?
Ihr Ton zeugt allerdings von Übung und Gewohnheit.
Kenne ich alles. Es fehlt nur noch, mit der Faust auf den Tisch zu hauen, damit die davor sitzenden Leute springen.
Wunderbar. Danke für Ihren Ratschlag. Ich werde gleich morgen meine Vollzeitarbeitsstelle kündigen und auf Mission ziehen. Vielleicht treffe ich irgendeinen „Entscheidungsträger“, die laufen ja massenweise auf der Strasse herum. Oder ich schaffe es als Stichwortgeber in die Sendungen von Will und Illner, wo die anwesenden Politiker sorgen- und verständnisvoll mit Ihren hier benutzten Worthülsen meine Bedenken zerstreuen werden.
Sagen Sie das mal den Leuten, die nach 20 oder sogar 30 Jahren Zugehörigkeit massenhaft aus ihren Parteien ausgetreten sind und immernoch austreten.
Kenne ich, kenne ich, kenne ich. Damals hieß es in einem Land zwischen Elbe und Oder: „Plane mit, arbeite mit, regiere mit!“. Konnte man dort 40 Jahre lang auf riesengroßen Transparenten überall an den Straßenrändern lesen. Die damals dort regierende Staatspartei hat mit Hilfe eines Namengenerators doch tatsächlich bis heute überlebt und ist im vereinten Deutschland groß im Kommen. Die SPD ekelt sich offenbar eines Großteils ihrer bisherigen Klientel und treibt diesen jetzt zahlreich dem Parteichamäleon bundesweit zu. Die seinerzeit so genannten Blockflöten-Parteien sind auch recht erfolgreich aus dem Regen gekommen.
Rührt daher Ihr hier geäußerter optimistischer Unfug?
Hier gebe ich Ihnen völlig Recht. Nur, warum werfen Sie Anderen Zynismus vor?
Sind Sie Abgeordnete? Das würde manches erklären. Ihr Blumenstrauss ist jedenfalls ausgesprochen künstlich. - #188 18.07.2008 12:49 von
- #189 18.07.2008 15:29 von
Ein schoener BLUMENSTRAUSS!
Blumenstrauss hat vollkommen recht. Den Kommentar von "RETMAR" kann ich nicht nachvollziehen. By the way RETMAR, Sie sind zynisch! Sehr sogar. Wenn Sie sich das nach Ihrem letzten Eintrag nicht eingestehen koennen, dann fehlt Ihnen die Faehigkeit zur Selbstanalyse.
Es gibt auf die Probleme, die ja unbestritten sind (und auch Blumenstrauss bestreitet das nicht) ganz unterschiedliche Antworten. Ich sehe hier Eintraege, wie die von RETMAR, die alles kritisieren und beklagen, wie ineffizient unser derzeitiges politisches System ist. Leider gibt es in diesen Eintraegen kaum oder gar keine Vorschlaege dazu, wie man es besser machen kann. Nun, im Endeffekt ist das wenig hilfreich. Laut jammern und mit dem Finger auf andere zeigen, ohne selbst Verantwortung zu uebernehmen ist sogar destruktiv. Auch wenn ich diese Frustration zum Teil verstehen kann, bleibt es dabei. Es hilft Keinem!
Die andere Moeglichkeit, auf die derzeitigen Probleme zu reagieren, moegen auf den ersten Blick idealistisch erscheinen, sie sind aber alternativlos. Sich in einer Partei zu engagieren, ist ja nur eine Moeglichkeit. Auf lokaler Ebene sind Buegerinitiativen viel effizienter. Ehrenamtliche Taetigkeiten koennen sogar ganz erfuellend sein.
Wenn RETMAR argumentiert, dass es keinen Sinn macht, sich in politischen Parteien zu engagieren, weil derzeit so viele Menschen aus den Volksparteien austreten, ist das unlogisch. Gerade weil so viele Menschen austreten, kann man sich derzeit viel besser Gehoer verschaffen. Isnbesondere auf kommunaler Ebene. Wenn es einem wirklich wichtig ist, kann man sich dort einbringen. Das ist Realitaet und kein Zynismus oder Idealismus.
Um es gleich klarzustellen. Ich bin kein Politiker. Kann ich auch gar nicht sein, denn ich lebe derzeit im Ausland. Und wenn ich sehe, wie das Thema Demokratie in Deutschland (wie z.B. hier) diskutiert wird, ist mir das fast peinlich. Bei aller Kritik sollte man nicht vergessen, was dieses demokratische System geleistet hat. Denn es ist nicht ueberall auf der Welt selbsterverstaendlich, dass man in eine Partei seiner Wahl eintreten kann, oder dass man waehlen kann. Dass Behinderte Menschen, Homosexuelle oder (ja) Frauen nicht diskriminert werden. Dass man sich aussuchen kann, ob man Wehrdienst macht oder Zivildienst. Dss man seine Meinung sagen kann, auf eine Demonstration gehen oder einen blog schreiben kann!
Es lohnt sich, fuer unser System zu streiten. Und das geht nur mit einer Spur Idealismus, gerade weil es so frustrierend sein kann. Daher ziehe ich den Hut vor BLUMENSTRAUSS. Es ist die richtige Einstellung, um auf unsere Probleme zu reagieren.
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