Krise der Linken: Gysis Triumph

Getty ImagesOskar Lafontaine hat den Machtkampf der Linken zwar gewonnen. Er konnte Dietmar Bartsch als neuen Vorsitzenden verhindern. Doch der wahre Sieger ist Gregor Gysi: Ohne den Fraktionschef läuft in Zukunft gar nichts in der Partei.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...836686,00.html
  1. #190

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    SPD und Grüne sind schon seit über zehn Jahre nicht mehr links und was die Piraten genau sind, weiß niemand. Was grad chic ist?
    Ist das Ihre ganze Antwort? Ich schrieb "grob gesagt" links. Nennen Sie es doch halblinks, mittellinks, linksinnen, mitt, Halbmitte - die Bezeichnung ist doch nicht der Punkt. Sondern eine Einigung über vereinte Kräfte als Gegenpol zu CDU/CSU/FDP!
  2. #191

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Spricht sowieso kein Schwein von Planwirtschaft, schon gar nicht in der Linken und letztlich ist die Produktion nach Rendite und Wachstum nichts anderes, als eine Form der Planwirtschaft. Man richtet sich nicht nach der Nachfrage, sondern nach Renditeansprüchen, was dann genau die Folge hat, wie das von ihnen beschriebene.

    Planwirtschaft führt auch nicht von sich aus zu Mangel, der Mangel hat andere Gründe, aber Planwirtschaft KANN eben logischerweise dazu führen, dass die Realität nicht dem Plan entspricht.

    Das gibt es im Kapitalismus zuhauf, nur kompensiert man es dort einfach mit Werbung, Steuertricks, Ausbeutung und Co. Zumindest eine Zeit lang.

    Wir haben massive Misswirtschaft in so vielen Firmen, oftmals zuallererst von den Arbeitnehmern kompensiert, die dann mehr unbezahlt mehr arbeiten oder auf Lohn verzichten oder gar nicht erst einen gerechten Lohn erhalten.

    Und alles, was gegen diese Form von Missbrauch und Betrug vorgehen will, wird gleich Planwirtschaft genannt. Klar, ein Plan wird ja auch gebraucht, so planlos wie viele Firmen handeln. Das hat aber nichts mit Diktatur von oben zu tun, sondern mit Einhaltung von Gesetzen und Rechten aller Menschen, eben auch der Arbeitnehmer. Da diese in der Regel aber keine Kapitaleigner sind, gelten ihre Leben im Kapitalismus natürlich quasi nichts.
    Den zusätzlichen Kommentar akzeptiere ich. - Klar, Planwirtschaft und Marktwirtschaft sind besetzte Begriffe, die man nun nicht mehr nach der Worte Bedeutung aufdröseln sollte. Und es ist klar, dass auch in staatlichen HO Marktforschung gemacht wurde, und dass auch das Privatunternehmen "plant".

    "Misswirtschaft" im Kapitalismus - dafür bräuchte es neutrale Maßstäbe. Denn auch Firmeneröffnung mit anschließendem geregelten Insolvenzverfahren kann man kaum als Misswirtschaft kennzeichnen. Man kann aber den Eindruck gewinnen, dass die Größtkonzerne und Größtbanken von Geschäftsführern und Aufsichtsräten geradezu übermenschliche Fähigkeiten, Weitsichten, Einsichten verlangen
  3. #192

    Uff! Das das mal ein Linker merkt!

    Zitat von berns Beitrag anzeigen
    Nicht Lafontaine, sondern Gysi "hat" fertig.

    Die Ostlinken sind nicht links, sondern bürgerlich.
    Die Funktionäre der ehemaligen SED haben allesamt keine Geldsorgen. Gysi darf man geradezu als sehr vermögend bezeichnen. Die Ostlinken gehören dort zum Bürgertum, besitzen fast alle schöne Autos und gehören dort wirklich eher zum vermögenden gehobenen Mittelstand...
    Ha, ha, das war doch immer so. Die DKP beispielsweise wurde von der DDR finanziert. Deren Bosse sind auch nicht mit dem Trittroller zur Parteiversammlung gefahren. Brecht hatte eine Villa am Scharmützelsee, na ja, und all die Vorzeigelinken des ehemaligen Ostblocks bis hin zu Fidel hatten ihre Privilegien. "Links" ist wie eine Religion ohne Gott. Die Märtyrer verloren ihre Köpfe oder wurden gekreuzigt, die Pragmatiker lebten im sozialistischen Himmel und vergossen Krokodilstränen über deren Tod.
    Und: was ist ein schönes Auto heute schon besonderes? Da war doch ein Pferd im Mittelalter mehr wert: Ein Königreich für ein Pferd, nochmals ha, ha!
    ZUM MERKEN: Alle bisherigen Gesellschaftsordnungen waren Verteilungsordnungen, bei denen es Nutznießer (Ausbeuter) und Benutzte (Ausgebeutete ) gab. Und das wird noch sehr lange so bleiben.
  4. #193

    Einige Fragen bleiben offen!

    Zitat von kaiserudo Beitrag anzeigen
    es geht nicht um seinen schlips. es geht darum das er anwalt ist. aus gutbuergerlichem intellektuellem Hause. wenn er redet kommt genau das rueber. damit kann man aber kein prekariat im westen einfangen. damit kann man nur in westlichen talkshows amuesieren.




    was habe ich mit Lenin zu schaffen. der war bolshevist und kein demokrat.
    lenin hat doch nur die revolution der menschen missbraucht fuer seine Machtansprueche. hat sich von der deutschen Heeresleitung mit Gold bezahlen lassen und in russland den eigenen diktator durch einen anderen, sich selbst, ersetzt.



    also ich sehe bei oskar lafontaine keine WENDE. im gegenteil. der bleibt immer dort wo er war. links nämlich. es sind doch typen wie bartsch, schröder , die spd oder andere die wenden machen.
    oskar bleibt bei seinen linken werten.
    1.Frage: Hat irgendwann einmal Karl Marx als Arbeiter geschafft, ehe er das "Kapital" schrieb? Ich weiß das nicht. Engels war bekanntlich Unternehmer und damit genauer gesagt: Kapitalist. Können solche Menschen, also auch Gysi nicht erkennen, woran es der Arbeiterklasse fehlt?
    2.Frage: Vor 40 Jahren fragte ich eine Marxismusprofessorin in einer Vorlesung, ob sie Arbeiterkind gewesen sei. Sie bejahte das. Darauf hin setzte ich nach und postulierte, dass sie als Arbeiterkind die guten Bildungsmöglichkeiten der DDR genutzt habe und gerade dadurch die Arbeiterklasse sich auflösen könnte. Die Antwort blieb sie mir schuldig.
    3. Frage: Hat O.L. nicht in einer Jesuitenschule gelernt? War nicht fast ganz oben in der SPD? Hat er nicht wiederholt die Flinte ins Korn geworfen, wenn sich nicht alles nach seinem Ego gerichtet hat? Ich will ihm nichts unterstellen, aber ich glaube, dass mir mal jemand so etwas erzählt hat.
    4. Frage: Haben die linken Kräfte immer noch nicht gelernt, dass ein Strohalb allein mühelos zerbrochen werden kann, während ein Bündel nicht kaputt zu kriegen ist? (Das wurde uns in unserer Jugend immer als Grund für die Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED 1946 gepredigt. Der Satz stimmt doch, aber eben der Zwang liegt doch heute nicht mehr vor. Die Vernunft aber empfiehlt dieses Vorgehen, bloß die ist wohl bei vielen Linken nicht so sehr ausgeprägt.)
  5. #194

    Zitat von scoolodie2 Beitrag anzeigen
    1.Frage: Hat irgendwann einmal Karl Marx als Arbeiter geschafft, ehe er das "Kapital" schrieb? Ich weiß das nicht. Engels war bekanntlich Unternehmer und damit genauer gesagt: Kapitalist. Können solche Menschen, also auch Gysi nicht erkennen, woran es der Arbeiterklasse fehlt?
    2.Frage: Vor 40 Jahren fragte ich eine Marxismusprofessorin in einer Vorlesung, ob sie Arbeiterkind gewesen sei. Sie bejahte das. Darauf hin setzte ich nach und postulierte, dass sie als Arbeiterkind die......
    zu 1. Marx schrieb "Das Kapital", nicht "Die Arbeiterklasse". Diese hatte 40 Jahre ein Stück Deutschland zur Verfügung - und es wieder dem Kapitalismus rückübereignet. Nun wissen wir, "woran es der Arbeiterklasse fehlt": am Wissen und Können, einen Staat langfristig zu regieren.
    zu 2. Der Begriff "Arbeiterklasse" schließt auch ausgebildete Hochschulabsolventen ein, die als Schicht im Bündnis mit der Klasse mitarbeiten, Agronomen in der genossenschaftlichen Landwirtschaft, Ings und Öks in der volkseigenen Industrie, und selbstverständlich auch als Lehrer, Dozenten usw.
    zu 3. Charakter und Temperament entziehen sich weitgehend politischer Dressur. Choleriker bleiben Choleriker.....
    zu 4. in einigen Beiträgen, z.B. #195, wies ich auf die Notwendigkeit hin, dass die "linken" Kräfte nur dann Mehrheiten erreichen können, wenn sie gemeinsam auftreten. Aber das wird sicherlich nichts, weil das in der jeweiligen Basis nicht so gesehen wird.