Krise der Linken: Gysis Triumph

Getty ImagesOskar Lafontaine hat den Machtkampf der Linken zwar gewonnen. Er konnte Dietmar Bartsch als neuen Vorsitzenden verhindern. Doch der wahre Sieger ist Gregor Gysi: Ohne den Fraktionschef läuft in Zukunft gar nichts in der Partei.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...836686,00.html
  1. #170

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    Oder der Preis des Fleisches ist erheblich gesunken - in diesem Fall von einem Hochpreisland zu sprechen, wäre wohl doch sehr gewagt.
    Ihrem Fleischpreis halte ich den Strompreis entgegen http://infografik.ea-nrw.de/graph_bi...ph_PFD001.jpeg.
    Und zu den Lohnsteigerungen, könnte dies passen:
    Studie zu Gehaltsentwicklung - Löhne stagnieren seit einem Jahrzehnt - Karriere - sueddeutsche.de
  2. #171

    Zustimmung!

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Es ist aber auch "kein Geheimnis", dass die Nichtplanwirtschaft zur Überproduktion führt, zu Warenüberschüssen, zum Überangebot an Läden, zu Pleiten, Verschwendung und Vernichtung. Und es gibt doch tatsächlich Leute, die das ebenfalls als "nicht vernünftig" ansehen.
    Da stimme ich Ihnen zu!

    Die Wahl heißt somit:
    Wollen wir permanent vor leeren Regalen, oder - selbst, wenn die Regale mal voll sind - vor einem sehr übersichtlichen Warensortiment stehen, weil die Planwirtschaft nicht funktioniert?
    Oder wollen wir lieber permanent volle Regale und ein breites Warensortiment haben, obwohl wir dafür in Kauf nehmen müssen, dass Vieles weggeworfen wird?

    Zumindest wenn man diese Fragen einem Ex-DDR-Bürger stellt, dürfte die Antwort klar sein ....
  3. #172

    Geschenkt!

    Zitat von schreibtischhengst Beitrag anzeigen
    Ihrem Fleischpreis halte ich den Strompreis entgegen http://infografik.ea-nrw.de/graph_bi...ph_PFD001.jpeg.
    Und zu den Lohnsteigerungen, könnte dies passen:
    Studie zu Gehaltsentwicklung - Löhne stagnieren seit einem Jahrzehnt - Karriere - sueddeutsche.de
    Geschenkt!

    Natürlich gibt es neben vielen Gütern, die im Preis (teilweise ganz erheblich wie z. B. Lebensmittel) gesunken sind, auch andere Güter die sehr viel teurer geworden sind (z. B. Sprit!).

    Da sich beide Gruppen unter dem Strich aber gegenseitig weitgehend kompensieren dürften, bleibe ich dabei, dass man nicht von einem Hochpreisland sprechen kann.
    Vergleichen Sie mal die (extrem hohen) Mieten in Düsseldorf oder München mit denen in Paris oder in London - Sie werden staunen!

    Dass die Reallöhne seit über 10 Jahren stagnieren ist unstrittig.
    Aber die Basis meiner Betrachtung war ja auch nicht das Jahr 2000, sondern das Jahr 1970.
    Und in den 70ern und teilweise sogar noch den 80ern lagen die Tarifabschlüsse oftmals bei 4-6%!

    Aber es gibt ja noch ein viel simpleres Argument, das meine These vom Hochlohnland stützt:
    Es gab bei uns z. B. mal eine blühende, sehr profitable Textilindustrie mit zig-Tausend Arbeitsplätzen.
    Davon ist heute so gut wie nichts mehr übrig, weil fast alle ins Ausland abgewandert sind - und das bestimmt nicht alleine der Sonne wegen.
    Jüngstes Beispiel: Opel!
    Warum planen die, große Teile ihrer Produktion ins europäische Ausland zu verlagern?
    Wären die Löhne in Deutschland (oder besser gesagt: die Arbeitskosten) konkurrenzfähig oder gar so konkurrenzlos niedrig, wie Sie hier den Anschein erwecken wollen, dann müsste Opel ja völlig behämmert sein, so etwas zu tun oder auch nur zu planen!
  4. #173

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    Geschenkt!

    Dass die Reallöhne seit über 10 Jahren stagnieren ist unstrittig.
    Aber die Basis meiner Betrachtung war ja auch nicht das Jahr 2000, sondern das Jahr 1970.
    Und in den 70ern und teilweise sogar noch den 80ern lagen die Tarifabschlüsse oftmals bei 4-6%!
    Sie können die Jahre 1970 ff nicht mit den letzen 10/12 Jahren vergleichen. 1970 haben sich noch die Betriebe verschuldet und für die Binnennachfrage gesorgt. Da waren die Löhne auch so hoch, dass man genug verdiente und sich eine Existenz gründen konnte. Heute hat man ja überall Schuldenbremsen eingebaut und die Betriebe interessieren sich hauptsächlich für den Export. Wenn man heute eine Familie gründen will, braucht man schon genügend Geld. Da Viele nicht genügend davon haben, leben wir halt mit einer sinkenden Geburtsrate usw. Sie sagen OPEL, ich sage NOKIA. Da gibt es noch mehr Beispiele. Wenn ein Unternehmer Gewinne machen will, dann senkt er die Kosten oder geht dorthin, wo er güngstig produzieren kann und weiter seine Gewinne einstreicht.
    Das nützt aber den hier Lebenden nichts. Sie müssen hohe Mieten zahlen, teuren Strom und Gas bezahlen (Vom Sprit will ich nicht anfangen) die Ausbildung von Kindern kostet Geld - doch wir sind schon ein Hochpreisland, zumindest für Rentner, Minderbeschäftigte, Arbeitslose, Kranke, Kinder, Niedriglöhner, Alleinerziehende pp. -> dieser Kreis nimmt ständig zu, weil er von der Mittelschicht dauernd aufgefüllt wird. Der neoliberale Trickle-down-Effekt spült nur wenige nach oben in die Oberschicht.
    Daher sollten zumindest einige daran erinnern, das im Artikel 20 GG "sozial" nicht "wohltätig" steht. Das Erinnern konnten die Linken schon leisten und daher waren sie gut für die Parteienlandschaft. Denn nur CDUCSUFDPSPDDIEGRÜNEN zu wählen macht auf Dauer keinen Spaß!
  5. #174

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    Wären die Löhne in Deutschland (oder besser gesagt: die Arbeitskosten) konkurrenzfähig oder gar so konkurrenzlos niedrig, wie Sie hier den Anschein erwecken wollen, dann müsste Opel ja völlig behämmert sein, so etwas zu tun oder auch nur zu planen!
    Löhne: Aufholjagd bei Arbeitskosten « DiePresse.com
    Der Artikel bezeiht sich zwar nicht direkt auf Deutschland aber beachten Sie die Tabelle, da macht Deutschland keine schlechte Figur, daher ist meine Aussage nicht dazu geeignet, irgend einen Anschein zu erwecken. Ausrufezeichen!
  6. #175

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    Da stimme ich Ihnen zu!

    Die Wahl heißt somit:
    Wollen wir permanent vor leeren Regalen, oder - selbst, wenn die Regale mal voll sind - vor einem sehr übersichtlichen Warensortiment stehen, weil die Planwirtschaft nicht funktioniert?
    Oder wollen wir lieber permanent volle Regale und ein breites Warensortiment haben, obwohl wir dafür in Kauf nehmen müssen, dass Vieles weggeworfen wird?

    Zumindest wenn man diese Fragen einem Ex-DDR-Bürger stellt, dürfte die Antwort klar sein ....
    Diese "Antwort" haben diese bereits 1989/90 gegeben.

    Das ändert nichts daran, dass auch die Marktwirtschaft in unvernünftige Vehältnisse führt. Beispiele gefällig? Ich nenne mal nur Quelle und Schlecker. Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass man Wirtschaftssysteme nicht nur am Angebot und Nachfrage für den Max-Mustermann-Verbraucher beurteilen kann. Immerhin stecken große Wirtschaftszweige dahinter, Industrieanlagenbau, Energiewirtschaft, Wohnungswirtschaft, internationaler Handel, Kreditwirtschaft, Subventionen uvm.
  7. #176

    Spiegelbild dieses Landes

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Oskar Lafontaine hat den Machtkampf der Linken zwar gewonnen. Er konnte Dietmar Bartsch als neuen Vorsitzenden verhindern. Doch der wahre Sieger ist Gregor Gysi: Ohne den Fraktionschef läuft in Zukunft gar nichts in der Partei.

    Kommentar zur Krise der Linken: Gysi ist der Gewinner - SPIEGEL ONLINE
    Die Linke ist ein Spiegelbild dieses Landes: Die "Wessis" wollen den "Ossis" vorschreiben, was sie zu machen haben und wie. Nur - hier wehrt sich der "Ossi", weil er klar in der Mehrheit und auch erfolgreicher auf dem politischen "Markt" ist.

    Allerdings führt die "Wessidominanz" zu Akzeptanzproblemen im Osten. Möglicherweise ist der einzige Ausweg, sich ganz schnell der "Wessi"- Anarchos zu entledigen, und zwar durch Trennung.
  8. #177

    Zitat von _meinemeinung Beitrag anzeigen
    Die Linke ist ein Spiegelbild dieses Landes: Die "Wessis" wollen den "Ossis" vorschreiben, was sie zu machen haben und wie. Nur - hier wehrt sich der "Ossi", weil er klar in der Mehrheit und auch erfolgreicher auf dem politischen "Markt" ist.

    Allerdings führt die "Wessidominanz" zu Akzeptanzproblemen im Osten. Möglicherweise ist der einzige Ausweg, sich ganz schnell der "Wessi"- Anarchos zu entledigen, und zwar durch Trennung.
    Es gibt dazu Volksweisheiten wie auch politische Losungen: "Vereint sind wir stark!" und "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!". Will sagen: wenn sich alle links denkenen Kräfte vereinigen (nicht vereinheitlichen!) könnten - also grob gesagt SPD und Linke und Grüne und Piraten - dann wäre das erst einmal eine einheitliche Kraft als Opposition. Allerdings gibt es bisher keine Oppositions-Koalitionen. Und danach wäre Regierungsbeteiligung zu prüfen. Nichtsdestowenig bedeutet jeder Ratschlag zur Trennung weine weitere Schwächung.

    Als sich 1990 die SPD im Osten neu gründete, hätte man die SPD-gewillten SED-Mitglieder übernehmen sollen, womit die PDS weitaus schwächer geworden wäre. Heutzutage gibt es nur die Alternativen: entweder getrennt und schwach und ohne Regierungsmandat oder vereint und stark und in der Regierung. Letzteres ist doch wohl eine Vorstellung aus der Schaudermärchenkiste...
  9. #178

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Es gibt dazu Volksweisheiten wie auch politische Losungen: "Vereint sind wir stark!" und "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!". Will sagen: wenn sich alle links denkenen Kräfte vereinigen (nicht vereinheitlichen!) könnten - also grob gesagt SPD und Linke und Grüne und Piraten - dann wäre das erst einmal eine einheitliche Kraft als Opposition. Allerdings gibt es bisher keine Oppositions-Koalitionen. Und danach wäre Regierungsbeteiligung zu prüfen. Nichtsdestowenig bedeutet jeder Ratschlag zur Trennung weine weitere Schwächung.

    Als sich 1990 die SPD im Osten neu gründete, hätte man die SPD-gewillten SED-Mitglieder übernehmen sollen, womit die PDS weitaus schwächer geworden wäre. Heutzutage gibt es nur die Alternativen: entweder getrennt und schwach und ohne Regierungsmandat oder vereint und stark und in der Regierung. Letzteres ist doch wohl eine Vorstellung aus der Schaudermärchenkiste...
    SPD und Grüne sind schon seit über zehn Jahre nicht mehr links und was die Piraten genau sind, weiß niemand. Was grad chic ist?
  10. #179

    Zitat von blackkwood Beitrag anzeigen
    "Statt 96 Minuten im Jahr 1970 muss ein Arbeiter für ein Kilo Schweinekotelett nur noch 27 Minuten arbeiten."
    Quelle: Nahrungsmittel 'kosten' immer weniger Arbeitszeit - Leben - Agrarheute - 2
    Der Preis für dieses Stück Fleisch ist somit - nach Kaufkraft bemessen - um zwei Drittel gesunken.
    Und Gleiches gilt auch für eine Reihe anderer Lebensmittel und viele weitere Dinge mehr (z. B. Unterhaltungselektronik!).

    Daraus gibt es nur 2 mögliche Schlussfolgerungen:
    Entweder sind die Löhne seit 1970 entsprechend gestiegen und/oder die Arbeitszeiten gesunken - dann sind wir eindeutig ein Hochlohnland (in der EU und erst Recht im weltweiten Vergleich sind wir das sowieso!).
    Oder der Preis des Fleisches ist erheblich gesunken - in diesem Fall von einem Hochpreisland zu sprechen, wäre wohl doch sehr gewagt.
    Vollkommen unwissenschaftlich, erst werden ja nicht einmal die Grundzahlen genannt.

    Ein Arbeiter musste also 27 Minuten Arbeiten, das klingt ja nach 100% marxscher Bezahlung, nämlich eine Arbeitsstunde = Arbeitsstunde, Lohnunterschiede gibt es nicht.

    Wie viel bekam der Arbeiter denn damals und was war der Unterschied zum Durchschnittsgehalt?

    Sieht man selbst zu Lidl, Aldi und Co, so kosten dort Steaks 7-8€ plus, für 400g. Nehmen wir mal die 7€, das macht pro Kilo 17,50€.

    Klar, es gibt da auch das Billigschnitzel, was da wieder an Produktionsbedingungen dahinter steckt - das ist ein weiteres Feld, das dazu gehört.

    usw. usw.

    Was in dem Artikel steht ist gar nichts. Das sind irgendwelche Behauptungen, für die jeglicher Beleg, jegliche Relation fehlt.