Zitat von
syracusa
Diese pessimistische Sicht ist durch nichts anders begründet, als durch Kulturchauvinismus.
Auch in Europa haben die bürgerlichen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts nicht sofort zu demokratischen Verhältnissen geführt. Aber beispielsweise in Deutschland wurde 1848 eine Grundlage geschaffen, die letztlich über 100 Jahre später zum Ziel führte.
In den arabischen Staaten ist das nicht anders. Demokratie verlangt nach einer hinreichenden Bildung eines hinreichenden Anteils der Bürger, die in den arabischen Staaten heute noch nicht überall vorhanden ist. Aber es gibt dort nennenswerte Anteile aufgeklärter Bürger, die jetzt erfahren haben, dass das Volk in der Lage ist, eine Diktatur hinwegzufegen.
Diese Erfahrung wird alle zukünftigen Generationen in diesen Staaten beeinflussen. Selbst wenn jetzt hie und da - eventuell sogar auf durchaus demokratischem Wege - islamistische Diktaturen installiert werden, so wurde mit den jetzigen Rebellionen auch die Grundlage dafür gelegt, dass diese ebenfalls irgend wann mal hinweggefegt werden.
Sehen Sie sich nur mal den Iran an. Wie lange wird sich die theokratische Diktatur dort noch halten können? Diese Diktatur wird doch nur noch von höchstens 20 bis 30% der Iraner noch ernst genommen. Es war richtig von den Iranern, das faschistisch-diktatorische Joch des Schah-Regimes abzuschütteln, und die Iraner werden auch ihren theokratischen Faschismus überwinden.