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Krise in Ägypten: Machtprobe vor dem Palast des Präsidenten

AFPIn Ägypten drohen neue heftige Zusammenstöße. Anhänger und Gegner von Präsident Mursi haben zu Großdemonstrationen vor dessen Palast aufgerufen, es gab erste Handgemenge. Die Muslimbrüder stacheln ihre Unterstützer zu Gewalt an, die Zeit zum Kampf sei gekommen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-871167.html
  1. #1

    na prima

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Ägypten drohen neue heftige Zusammenstöße. Anhänger und Gegner von Präsident Mursi haben zu Großdemonstrationen vor dessen Palast aufgerufen, es gab erste Handgemenge. Die Muslimbrüder stacheln ihre Unterstützer zu Gewalt an, die Zeit zum Kampf sei gekommen.

    Krise in Ägypten: Neue Gewalt befürchtet - SPIEGEL ONLINE
    na prima! Der nächste Bürgerkrieg, ... weiter so :-(
  2. #2

    Also nein!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Muslimbrüder stacheln ihre Unterstützer zu Gewalt an...
    Wo ist jetzt gleich der Unterschied zu Mubarak? Ach ja, das sind ja die Guten, voll im Rausch ihrer Frühlingsgefühle. Fehlt nur noch ...nach unbestätigten Meldungen von Aktivisten
  3. #3

    Das war klar!

    Ich habe es schon vor ein paar Tagen gesagt als ich gelesen habe wie Murzi die ägyptische Verfassung mit den Miltiärs in ihrem Hinterzimmertribunal zerstört. Für jede Demokratie kommt die Zeit, ab wann das Volk für seine Rechte kämpfen muss. Ich hoffe die Demokraten in Ägypten haben das genauso verstanden wie die Islamisten.

    Es wird einen Bürgerkrieg geben!

    Anders werden die Islamisten in Ägypten nicht mehr gestoppt. Gibt es keinen Bürgerkrieg, wird es ein Gottesstaat. Gewinnen die Islamisten den Bürgerkrieg, wird es auch ein Gottesstaat.

    Viel glück an die Ägypter, die sich nicht von religösen Hetzern tyrannisieren lassen wollen, sondern einfach nur ihr Leben leben wollen.
  4. #4

    ...

    hmm, eigentlich ist für Januar ein Ägypten-Urlaub geplant - da wird wohl zunächst mal die Entwicklung der nächsten Wochen abzuwarten sein...
  5. #5

    Unter Mubarak war es besser

    Dies ist also der arabische Frühling. Ich glaube, vorher war es besser.
  6. #6

    Demokratie

    Demokratie ist manchmal zweischneidig.
    Die von der Opposition kritisierte Verfassungsgebende Versammlung ist demokratisch legitimiert, sie geht auf das erste Verfassungsreferendum vom 19.3.2011 zurück. Dass islamistische Kräfte dort eine Mehrheit haben, widerspiegelt schlichtweg die Majoritäten im Land. Dessen ungeachtet war es ein unverzeihlicher Fehler der nichtislamistischen Mitglieder des Gremiums, ihre Mitarbeit einfach einzustellen. Wer boykottiert, verwirkt sein Recht auf Mitgestalung.
    Präsident Mursi ist ebenfalls demokratisch legitimiert, Er hat sich in freien und fairen Wahlen mit absoluter Mehrheit durchgesetzt.
    Die neue Verfassung soll am 15.12. zur Volksabstimmung vorgelegt werden und wird sich nach Lage der Dinge der Zustimmung einer breiten Mehrheit erfreuen.
    Dann wird Ägypten ein streng an der Scharia orientierter, islamischer Staat sein. Das mag uns nicht schmecken, mir persönlich auch nicht - aber es ist alles nach streng demokratischen Spielregeln abgelaufen. Die Mehrheit der Ägypter will es so.
    Die Gewalt der Opposition setzt die Nichtislamisten zusätzlich ins Unrecht und liefert der Polizei gute Gründe, mit massiver Gegengewalt zu antworten.
    Oder was wäre bei uns los, wenn randalierende Demonstranten versuchen würden, Bundeskanzleramt oder Schloss Bellevue zu stürmen?
  7. #7

    Zitat von Micha123 Beitrag anzeigen
    Dies ist also der arabische Frühling. Ich glaube, vorher war es besser.
    Ganz ehrlich - mich regt die Mubarak-Verehrung, die hier im Forum immer hohe Wellen schlägt, nur noch auf. Klar, alles ist besser als ein Gottesstaat, selbst Hitler wäre besser als ein Gottesstaat...

    Dann sagen Sie doch wenigstens, wie es wirklich ist: Es interessiert Sie einen Dreck, ob es den Ägyptern nun besser oder schlechter gehen wird als unter Mubarak (die Latte hängt ziemlich tief, auch wenn die Muslimbrüder das Potential haben, noch drunterzukommen). Es geht Ihnen nur um die eigene Sicherheit, weil die ägyptischen Islamisten ja eventuell irgendwann mal auf die Idee kommen könnten, Attentate in der westlichen Welt zu verüben. Um das zu verhindern, ist auch der brutalste, blutrünstigste Diktator noch gut genug. Wenn dabei ein paar Hunderttausend Ägypter zu Tode kommen - wen interessiert das schon?

    Aber bitte, heucheln Sie kein Mitgefühl mit den Ägyptern, denen sie von Herzen den brutalen Diktator wieder gönnen.
  8. #8

    Morsi's Gratwanderung

    Selbst wenn Morsi einen Dialog mit der Opposition au fnimmt, heisst das noch lange nicht, dass etwas konkretes raus kommt.Wir sollten uns vor Augen halten, dass die Worte und Sätze, die wo immer sie auch im arab. Raum benutzt werden nicht unbedingt die selbe Bedeutung haben wie in unserem Kulturraum. Die USA bemerken diesen Unterschied nicht oder dann zu spät. Morsi taktiert bestens und er lässt sich nie mit aktuellen Problemen des Volkes konfrontieren, dh steigenden Preisen, Arbeitslosigkeit, am bodenliegende Wirtschaft, Ausbleiben von Touristen. Diesen Sachen geht er mit Erfolg aus dem Weg und schürt Emotionen, Demonstrationen, er verschwindet, taucht (angeblich) wieder auf und hält Unklarheit und Unsicherheit aufrecht. Die Anti-Islamisten, Kopten und Andersdenkenden müssen durchhalten, sonst hält Terror und Religionsdikdatur in Ägypten Einzug.
  9. #9

    Nun ist von beiden Seiten Vernunft gefragt

    Daß sich nun anscheinend vor dem Palast eine offene Konfrontation entwickelt, wird eine Lösung des Konflikts sicherlich nicht leichter machen. Aber es ist schon so, daß bis jetzt vor allem die PRO-Mursi-Seite alles unternommen hat, um eine Eskalation zu vermeiden. So wurde in der letzten Woche die Pro-Mursi-Demonstration um einen Tag verschoben, um ein Zusammentreffen der Konfliktparteien zu vermeiden, es wurde der Ort verlegt um den auf den Tahrir-Platz verbliebenen Demonstranten nicht zu nahe zu kommen. Und auch die Reaktion auf die gestrigen Versuche, die Straßensperren vor dem Präsidentenpalast zu stürmen, waren eher zurückhaltend (Man stelle sich nur vor, 1000 Autonome hätten bei uns versucht Schloss Bellevue zu stürmen). Angesichts der Ankündgungen der Opposition,erneut zum Präsidentenpalast zu ziehen, ist es nicht überraschend, daß nun auch die Anhänger des Präsidenten dorthin ziehen, um weitere Attacken zu verhindern.

    Um die ganze komplexe Lage zu begreifen, muß man auch folgendes bedenken:

    1. Seit dem Sturz Mubaraks ist es in Ägypten noch nicht gelungen, wirkliche demokratische Institutionen zu schaffen und dies liegt vor allem daran, daß es immer noch Machtzentren des alten Regimes gibt, die eine demokratische Entwicklung sabotieren. Dies gilt insbesondere für die noch während des Mubarakregimes ernannten Richter und Staatsanwälte, die das gerade frisch gewählte Parlament aufgelöst haben und wahrscheinlich auch die Erstellung eines Verfassungsentwurfs torpetiert hätten. Die einzigen zur Zeit überhaupt einigermaßen demokratisch legitimierten Institutionen sind der Präsident und die Verfassungsversammlung (deren Zusammensetzung in etwa dem gewählten Parlament entspricht). Man muß Mursis Dekrete nicht mögen, aber sie waren wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, die weitere Sabotage zu verhindern. Und sie sind erklärtermaßen nur solange gültig, bis eine neue Verfassung in Kraft ist.
    2. Die westlich orientierten liberalen Kräfte fühlten sich in der verfassungsgebenden Versammlung unterrepräsentiert. Man kann bedauern, daß dies so ist, aber tatsächlich spiegelte diese Zusammensetzung das Ergebnis der Parlamentswahlen. Es spricht nicht für das Demokratieverständnis von El Baradei und Amr Moussa, daß sie Wahlergebnisse ignorieren, die ihnen nicht gefallen.
    3. Die Jugendbewegungen, die 2011 die Kampagne gegen Mubarak entscheidend getragen haben, stehen keineswegs so geschlossen gegen Mursi, wie dies hier berichtet wird. Die damals sehr einflussreiche Gruppe "Revolutionäre Jugend des 25.Januar" und auch andere Gruppen aus diesem Spektrum haben vergangene Woche für die PRO-Mursi-Demonstration mobilisiert. Andererseits wird die Anti-Mursi-Bewegung mittlerweile von vielen Kräften des alten Regimes mitgetragen.

    Hier noch ein Link zum Wortlaut des aktuellen Verfassungsentwurfs:
    Egypt's draft constitution translated | Egypt Independent








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