REUTERSImmer mehr syrische Soldaten desertieren, in Damaskus liefern sich Militär und Rebellen heftige Gefechte. Die Aufständischen sehen das Regime kurz vor dem Kollaps - angeblich soll Diktator Assad in die Mittelmeerstadt Lattakia geflogen sein.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...845223,00.html
Hm, was ist mit Zwangsmaßnahmen gegen die Rebellen, falls die sich nicht daran halten? Hoffen wir mal, dass das Blutvergießen bald beendet ist, egal was mit Assad wird. Möchte mal wissen, was der Westen dann für Zwangsmaßnahmen androhen will, falls der Bürgerkrieg auch ohne Assad weitergeht(wie damals im Libanon)...Der von Großbritannien, den USA, Frankreich, Deutschland und Portugal eingebrachte Vorschlag sieht neue Zwangsmaßnahmen vor, sollte sich die syrische Führung nicht an den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan halten.
das kommt dabei raus, wenn man aus machtstrategischen Gründen Sicherheitsrats-Aktionen blockiert...ich hoffe wirklich, daß euch eine neue syrische Regierung die Quittung für dieses miese Verhalten gibt. Ich glaube ja eher nicht an die langfristig unvermeidliche Strafe für das Böse...aber hier könnte es mal geklappt haben.
Ich rechne damit, dass der Assad Clan seine letzte Zuflucht in Latakia suchen wird, da es einen ähnlichen Stellenwert hat wie für Gadarri es Sirte war. Diese Stadt und besonders die Umgebung ist stark alevitisch geprägt. Ob Assad allerdings schon jetzt dort ist, kann man noch gerne bezweifeln. Wenn er clever ist, würde er zumindest die Familie (Frau und Kinder) dort hin schicken und selber in Damaskus bleiben, solange wie möglich, denn wenn er schon jetzt geflohen ist, wird Damaskus bald fallen.
Egal wie, die Auflösungserscheinungen des Regimes können nicht mehr wegdiskutiert werden. Der totale Zusammenbruch ist ausschließlich eine Frage der Zeit.
Wann endlich werden wir Assad mit Bart und ohne Krawatte im Fernsehen sehen?
Wir in Westeuropa können uns -- zum Glück -- gar nicht mehr vorstellen, wie es ist, sich gegen eine Mörderclique, die nie gewählt worden ist, zu erheben. Die Revolutionen 1989 in Osteuropa und Ostdeutschland sind zum Glück (praktisch) ohne Tote abgelaufen, weil sich die jeweiligen Regime nicht entschließen konnten, die eigene Bevölkerung zusammen zu schießen.
Dass der Assad-Clan anders tickt, war spätesten seit dem Massaker von Hama 1982 klar, als je nach Schätzung 20.000 bis 30.000 Menschen getöten wurden.
Ich hoffe natürlich, dass der Aufstand so schnell wie möglich zum Erfolg führt und so weitere Todesopfer vermieden werden können. Außerdem ist zu hoffen, dass es den Syrern wie den Libyern gelingt, so erstaunlich rasch freie und geordnete Wahlen abzuhalten, die von den interntionalen Beobachtern als absolut einwandfrei beurteilt worden sind.
Natürlich wird es auch Rückschläge geben, aber in Europa kam die Demokratie auch nicht über Nacht (und meist auch nicht ohne Gewalt), schon gar nicht in Deutschland. Diktatoren treten nun mal nicht zurück.
Wenn man auf der Fotostrecke die ganzen hoch"dekorierten" Militaers mit kiloweise Blech an der Uniform sieht, stellt sich die Frage: Werden sie jetzt beerdigt oder verschrottet?
Jetzt wird es ernst: muslimische Extremisten könnten ein weiteres Land übernehmen. Die Russen sind vorausschauender: so schlimm eine Diktatur ist, ein religiöses Regime ist schlimmer. Am schlauesten wäre gewesen sich mit UNO Truppen etwas Kontrolle zu sichern und auf beiden Seiten für mehr Menschlichkeit zu sorgen. Die einseitige pro-Aufständische-Berichterstattung hat viel Sinnvolles verhindert.
Ach, und das ist weniger mies, als aus nichtigen Gründen Kriege zu erklären, um seinen eigenen Einfluss in der Region zu erhöhen. Das ist es nämlich was die USA getan haben. Und das ist genau der Grund, warum die Russen so sehr an Assad hängen: Wenn er fällt, haben die USA Russland praktisch aus dem Nahen Osten verdrängt. Zu einem weit höheren Blutzoll, als nur die Nummer in Syrien.