Schon wenige Sonnenstrahlen erschaffen eine Sinfonie aus Blau und Grün: Mit ihren prächtigen Farbenspielen verzaubern die Eisberge der Antarktis auch Michael Martin. Doch zuvor durchleidet der Fotograf stürmische Zeiten an Bord seines Kreuzfahrtschiffes.
Vor Neid erblassen könnte man angesichts des Artikels. Fotoexperte müsste man sein und zu solch einer tollen Schiffsreise eingeladen werden, wie Herr Martin. Leider können nur wenige mal eben zehn- bis zwanzigtausend Euro aus dem Ärmel schütteln, um die Antarktis zu erleben. Aber lohnen würde es sich allemal, das kann ich bestätigen, weil ich, natürlich so ganz nebenbei eingestreut, dort schon ein Mal war – es war die wohl beeindruckendste Fahrt meines Lebens.
Reiseberichte gehören nicht in diese Abteilung, deshalb nur so viel: Die Antarktis ist faszinierend, für mich die schönste Gegend der Welt. Ich kann nur raten, auf den neuen Kleinwagen zu verzichten, eine alte Kiste mit TÜV zu kaufen, und dann auf in die Antarktis – aber bloß nicht auf einem Riesenkreuzfahrtschiff, das diesen geheimnisvollen Kontinent nur streift, solche großen Schiffe dürfen aus Naturschutzgründen nämlich nicht einmal in den Bereich der antarktischen Halbinsel eindringen, und es werden auch keine Zodiac-Touren angeboten (Zodiac = robustes, stark motorisiertes Schlauchboot). Die russischen Schiffe, wie die „Akademik Ioffe“ aus dem Artikel, sind wiederum zu teuer, zumal wenn man zu zweit ist, denn man muss auch noch die An- und Abreise extra bezahlen. Auch die „Bremen“, die „Hanseatic“ und die Hurtigruten-Schiffe haben Apothekerpreise bei Touren in die Antarktis, doch es gibt kleinere Kreuzfahrtschiffe, die Fahrten zur antarktischen Halbinsel machen und noch bezahlbar sind, außerdem ist bei solchen Schiffen die Zahl der Passagiere auf 500 begrenzt, was Gedränge an Bord und bei den Zodiac-Trips ausschließt.
Übrigens wird die Drake-Passage zwischen Südamerika und der Antarktis von vielen Menschen für eine Durchfahrt gehalten, aber tatsächlich ist sie ein etwa 1.000 Kilometer breites Meer, und zwar ein in jeder Jahreszeit unberechenbares. Auf wilde See einschließlich hoher Wellen sollte man sich dort auch im Sommer vorsorglich einrichten. Manche meinen, die antarktische Halbinsel sei zu einem problematischen Tummelplatz für Kreuzfahrtschiffe geworden – da mag tendenziell zwar etwas dran sein, doch diese Einschätzung scheint mir übertrieben. Man kann die Schiffe, die dorthin fahren, noch an zwei Händen abzählen, und es gelten sehr strenge Umweltauflagen. Abgesehen davon liegt die antarktische Halbinsel an der Peripherie der anarktischen Kontinentes, und trotzdem vermittelt sie ein einmaliges Naturerlebnis. Zwischen der Halbinsel und den Booth-Inseln verläuft der Lemaire-Kanal – wer einmal bei gutem Wetter durch ihn hindurch gefahren ist, der wird die majestätischen Aus- und Anblicke nicht wieder vergessen.
Gerade ist mir eingefallen, dass ich ein paar schöne Fotos von der Antarktis im Internet eingestellt habe - wer sie sie sich angucken möchte, hier: Fotos von willi08 - Fotograf | fotocommunity
auf den Seiten 10 bis 14 - allerdings sind es alle nur Knipsbilder, mit einer kleinen Digitalkamera gemacht.