Bei mir herrscht weitestgehend Unverständnis ob der (medialen) Hatz gegen Wulff. Er benahm sich doch eigentlich wie ein ganz normaler Politiker / eine ganz normale Politikerin.
Wulff tat, was er als Berufpolitiker eben im Laufe der Jahre von seinen Vorbildern gelernt hatte, dazu gehörte eben auch ein Bimbeskanzler Kohl. Eben der Kohl, der jetzt hochverehrt seine Altersruhe genießt.
In der SPD sieht da nicht anders aus, bei den Grünen sowieso.
Berufpolitiker sind eben opportune, machtgeile, käufliche Medienhuren, weil sie gelernt haben, dass solche Eigenschaften sehr gut geeignet sind, sich in dem Haifischbecken Politik durchzusetzen.
Wulff ist nicht per se das Problem, Wulff ist nur ein Symptom. Die Krankheit sitzt tiefer und lässt sich nicht auskurieren, indem man eine Eiterblase aufsticht.
Die Medien - moralisch im Recht oder nicht ist ja auch egal - sind Teil dieser Krankheit, denn Sie "verschenken" Öffentlichkeit. Die Höchststrafe für einen Wulff wäre doch, wenn keine Sau über ihn berichten würde, oder?
Ein moderner Politiker ist in erster Linie ein Medienmensch, der lernen muss, möglichst virtuos auf der Klaviatur der Zeitungen, Internetportale und TV-Shows spielen zu können. Inhalte? Höchstens sekundär.
Tolles Beispiel ist doch ein zu Guttenberg. Der Mann kann nix, außer verdammt gut mit Medien umgehen. Korrupt und eigentlich schon kriminell bis zur Hutunterkante, aber everybodys Darling. Super-Gutti, das Superstehaufmännchen. Das ist die Superspezialkraft eines "guten" Politikers heutzutage, er trotzt den Affären und persönlichen Verwicklungen, checkt das Medienklima quasi im vorbeigehen, reizt alles aus und zieht am Ende nicht nur seinen Kopf aus der Schlinge, sondern schreibt "seine" Biografie, geht zur EU als Kommissar und kehrt nach ein paar Jahren in die Politik "zurück", als sei er nie weggewesen.
Es passt für mich ins Bild, dass ein kleiner Beamter noch nicht mal ne gute Flasche Wein annehmen darf, aber ein Politiker praktisch nie ohne offene Jackentasche und Hosenstall aus dem Hause zu gehen scheint. Man weiß ja nie, was man so zugesteckt bekommt, und für wen man sich dafür bücken muss.
Nochmal:
Warum Wulff, warum jetzt, warum überhaupt? Der Mann hat doch seiner Wahrnehmung nach überhaupt nichts Unrechtes getan, im Gegenteil, er tut das, was alle tun, mi casa e su casa, eine Hand wäscht die andere, etc...
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