Christian Wulff ist für mich die Verkörperung des Mittelmäßigen und Langweiligen in der Politik. Inhaltlich hatte er nie viel zu bieten, er lebt hauptsächlich von seinem Netter-Schwiegersohn-Image, seiner angenehmen Stimme, seinem verbindlichen Lächeln. Das macht ihn ein Stück weit volkstümlich, nur stößt er damit schnell an seine Grenzen. Denn ihm fehlen intellektuelle Brillanz und Scharfsinn. Auch Mut und Risiko sind nicht seine Sache.
In normalen, ruhigen Zeiten ist das
Präsidentenamt politisch sowieso ziemlich unbedeutend. Wenn es aber noch tiefer in die Finanzkrise reingeht, spätestens dann brauchen wir eine Identifikationsfigur, einen klugen, kenntnisreichen und selbstbewussten Erklärer. Wulff ist aus viel zu weichem Holz geschnitzt. Er wird maximal eine Amtszeit hinter sich bringen. Und wenn noch ein Affärchen dazukommt, dann ist es sowieso vorbei.