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Krawalle in London: "Das dürfen wir nicht wieder zulassen"
Ausgebrannte Häuser, geplünderte Läden,*viele Verletzte - nach den schweren Krawallen ähnelt der Londoner Stadtteil Tottenham stelleweise einem Kriegsgebiet. Ein Jahr vor Olympia fragen sich viele Einwohner: Was ist eigentlich in unserer Stadt los? Und was macht schon Siebenjährige so aggressiv?
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...779015,00.html
- #60 09.08.2011 06:19 von
.
Ich kann mir deswegen gut vorstellen, dass da noch mehr folgt, vieel mehr...
Alles was für den Otto Normal Verbraucher gilt, bezüglich Schulden, Haftung und Insolvenz gilt für eine kleine Gruppe Unantastbarer nicht. Eine kleine Kaste Reicher und Superreicher benutzt ganze Gesellschaften als Selbstbedienungsladen für ihre obszönen Einkommensexzesse. Gegen den Willen der Menschen aber mit demokratischer Legitimation. Wie, sie finden, dass sich das widerspricht? Passen sie bloß auf, dass sie nicht auf der Flucht erschossen werden... - #61 09.08.2011 06:43 von
Krawalle
Krawalle sind das Ergebnis von Seggregationsprozessen. Diese Prozesse kann man in allen deutschen Großstädten beobachten.
Die Mittelschicht wandert in bestimmte "gute" Stadtbezirke, durch Sanierung steigen dort die Mieten und Menschen mit niedrigen Einkommen werden verdrängt und müssen in Gebiete ausweichen mit niedrigeren Mieten.
Dort konzentrieren sich dann die sozialen Probleme. Soziale Kontrolle geht verloren. Kriminalität, Alkohol und Drogen erobern diese Gebiete.
Polizei, Staat und Gesellschaft geben die Menschen auf.
Am Ende macht sich der sehr verständliche Frust gewaltsam Luft.
Polizei unterdrückt den Krawall, der restlichen Entwicklung wird weiterhin nur zugeschaut. Aber man kann sicher sein, dass die Krawalle nicht lange Zeit andauern, denn diese stören die Geschäfte der organisierte Kriminalität. - #62 09.08.2011 06:53 von
Ergebnis einer falschen Stadtplanung und Sozialpolitik - europaweit
Wenn die Unterschicht schon am Reißbrett der Stadtplaner ausgegrenzt und in lieblos hingeknallte Ghettos am Stadtrand in Wohnsilos gepfercht wird - oder die Mietpreise den Wohnort extrem diktieren: wer wundert sich da über das Entstehen sozialer Brennpunkte und Gewalt.-
Die Städte sind austauschbar, um nur einige zu nennen:
Paris, Besancon, Lyon, Nizza, Berlin, London, Barcelona.
Aus meiner Heimatstadt kenne ich 1 Beispiel, wie man es anders machen kann: eine KLEINE Ansammlung putziger Fertighäuschen mit kleinen Gärtchen für sozial Schwache mit je 2 Wohneinheiten, unmittelbar neben kleineren Wohnblocks der unteren/gehobenen Mittelschicht und einem nicht anonymisierten Lebensmittelgeschäft als Kommunikations- und Begegnungszentrum. Dieses Modell, entstanden in der 60-igern (unter einem SPD-OB) bewährt sich bestens: alle Bewohner sind integriert!
Diese Investition der Stadt Karlsruhe hat sich gelohnt. - #63 09.08.2011 07:04 von
- #64 09.08.2011 08:12 von inkorekt
- #65 09.08.2011 08:16 von
- #66 09.08.2011 08:19 von
- #67 09.08.2011 08:19 von
...
'Hinter der armseligen Fassade herrschen gute Gemeinschaft und funktionierende Nachbarschaft zwischen den unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen.
Das gilt auch und gerade für das Hochhaus-Viertel Broadwater Farm. Hier kam es im Jahr 1985 zu brutalen Krawallen, bei denen ein Polizist vom Mob erstochen und beinahe enthauptet wurde. '
Ja, das nenne ich auch mal nette Gemeinschaft zwischen den etnischen und religiösen Gruppen. Besammensein mit gemeinsamen Enthaupten eines Polizisten. Da wird es einem warm ums Herz bei derart gelungenem Multikulti. - #68 09.08.2011 08:25 von
Lauf der Dinge
[QUOTE=demut;8461991]Krawalle sind das Ergebnis von Seggregationsprozessen. Diese Prozesse kann man in allen deutschen Großstädten beobachten.
Die Mittelschicht wandert in bestimmte "gute" Stadtbezirke, durch Sanierung steigen dort die Mieten und Menschen mit niedrigen Einkommen werden verdrängt und müssen in Gebiete ausweichen mit niedrigeren Mieten.
[QUOTE]
Das moegen ja alles zutreffende Beobachtungen sein, aber fuer eine Familie gehen die Kinder nun mal vor. Wenn man mit 12-14jaehrigen Kindern in Wedding oder Neukoelln wohnt, dann haben die auf der Strasse gar nichts zu lachen. Wollen Sie denen, die sich Sorgen um das Wohl ihrer Kinder machen und deshalb wegziehen, dies auch noch vorwerfen? Die Verrohung gerade jugendlicher Gewalttaeter, oftmals mit Migrationshintergrund, fuehrt dazu, dass wegzieht, wer es sich leisten kann. Ich kann Ihnen auch keine machbare Loesung dieses Problems vorschlagen, aber bin mir sicher, fast alle Foristen wuerden in aehnlicher Situation aus diesen Vierteln wegziehen - die dann natuerlich noch weiter verkommen. - #69 09.08.2011 08:35 von
eine grundsätzliche Frage
Ich denke, das ist die Konsequenz der neoliberalen Politik in allen Industrieländern. Es fehlt völlig die offene Diskussion über die Gestaltung einer Gesellschaft mit weiterhin rasant steigender Arbeitsproduktivität. In den USA ist in den letzten 100 Jahren der Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Menschen von rund 20% auf 0,8% gefallen, ohne dass weniger Lebensmittel und Landwirtschaftsprodukte produziert wurden. In der Industrie vollzieht sich der gleiche Prozess dank weitgehender Automatisierung (http://www.leibniz-institut.de/archi..._11_07_10.pdf). Am Ende werden, wie Jeremy Riffkin schon vor mehr als 10 geschrieben hat, nur noch 20% der Bevölkerung benötigt, um alle Waren und Dienstleistungen, die die Gesellschaft benötigt, zur Verfügung zu stellen. Die große Frage ist nun, wie eine Gesellschaft unter diesen Umständen ausehen sollte? Jetzt läuft es in die Richtung, dass die Besitzer der Produktionsmittel durch diesen Produktivitätsanstieg immer reicher werden und bald Verhältnisse wie vor der französischen Revolution herrschen werden, wo sich fast der gesamte Reichtum des Landes in den Händen von 5% der Bevölkerung befanden. Dann ist das, was vor kurzem in Frankreich und jetzt in UK abläuft nur ein Vorspiel der zu erwartenden Entwicklung. Wenn der erarbeitete Reichtum aber nicht zur Ruhigstellung der überflüssigen 80% der Bevölkerung mittels Prekariatsfernsehen und Hartz-IV-Alimentierung verwendet wird, sondern für die Entwicklung einer harmonischen Gesellschaft, in der jeder seine Talente entfalten kann und will, dann ist auch Platz für Immigranten.
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