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Krawalle in Großbritannien: Der Zorn der Abgehängten
Sind die Randalierer in britischen Städten einfach "krank", wie Premier Cameron behauptet? Die Armen des*Landes haben durchaus Grund zur Wut: Ihre Benachteiligung nimmt stetig zu, ihre Chancen werden immer geringer.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...779516,00.html
- #310 11.08.2011 20:11 von rorrim
- #311 11.08.2011 21:38 von
Ohne Zweifel müssen wir zu einer permanenten postindustriellen Lern-und gegenseitiger
Hilfegesellschaft finden. Und wenn die Ursachen für diese "Randale" da lägen, wo sie PON verortet: "Nur die Armen zahlen für die Krise: Es dürfte auch dieses Gefühl sein, dass derzeit Randalierer in Großbritannien auf die Straße treibt." dann hätten diese jungen Menschen ihren Standort in der Gesellschaft bewusst bestimmt und wir kein grosses Problem. Im Prinzip jedenfalls. Nur, ich meine, das ist leider hier nicht der Fall. Und das ist das Problem. Dieser Fall liegt komplett anders und hat einen Sprengstoff, der alles in die Luft fliegen lassen kann, einschliesslich der Macher. Wenn das hier Puerta del Sol in Madrid wäre oder der Sozialprotest in Israel, dann hätte ich keine Probleme. Das hier aber kann zu einer nur noch mit Militärgewalt zu kontrollierenden Kettenreaktion führen. Und dazu, dass die Zivilgesellschaft sich von bestimmten Vorstellungen verabschieden muss.
- #312 12.08.2011 00:24 von
Wer hat den Gesellschaftsvertrag zuerst gebrochen?
Haben wir heute nicht eine stillschweigende Übereinkunft darüber, dass eine verschwindend kleine Minderheit über den von der Mehrheit produzierten Mehrwert verfügen darf? Solange diese Minderheit zureichende Gratifikationen bereitstellt, hält die Mehrheit erstaunlicherweise still. Wenn sie relativ passabel am Wohlstand teilhaben darf, ist sie zufrieden. In dem Moment jedoch, da die Minderheit es nicht mehr schafft oder auch nicht mehr schaffen will, hinlänglichen Wohlstand für Alle anzbieten, tritt die systembedingte Ungerechtigkeit der Wohlstandsverteilung unübersehbar zutage. Nun gibt es für die Benachteiligten keinen vernünftigen Grund mehr, stillzuhalten. Die am meisten Ausgegrenzten holen sich plötzlich mit ihren Mitteln das, was man ihnen für ein in unseren Breiten menschenwürdiges Leben vorenthält; sie holen es sich mit Gewalt. Die Jugendkrawalle in Grossbritannien könnten die dumpfen Vorboten wiedekehrender Klassenkämpfe sein.
- #313 12.08.2011 06:13 von
.
Unter welcher Regierung in welchem Land?
In Deutschland sind Studiengebühren Ländersache. D.h. in NRW schafft Rot-Grün eventuell in näherer Zukunft die Studengebühren ab (allerdings mit Geld, das sie nicht hat...). Dito in anderen Bundesländern.
In UK werden die Studiengebühren in der Regel von den Unis festgelegt. Liverpool z.B.:
http://www.liv.ac.uk/study/undergrad...nance/fees.htm
Dort werden Sie klar und schnell auf die Fördermöglichkeiten hingewiesen.
Was die Perspektivlosigkeit und Gewaltbereitschaft von Jugendlichen ohne jeden Schulabschluss mit Studiengebühren für sagen wir mal einen zukünftigen Bachelor in Astrophysik zu tun hat, könnten Sie auch einmal erklären.
Vielleicht labern Sie also nicht einfach so rum, sondern kommen mal mit Fakten rüber. - #314 12.08.2011 07:32 von
Fordern
Inhaltlich einer der wenigen vernünftigen Beiträge zu diesem Thema (wobei Sie mir bitte die Bemerkung erlauben, dass ich den konsequenten Verzicht auf Großbuchstaben nicht unbedingt hilfreich finde)
Wir werden sicherlich auf lange Sicht mit einem großen Anteil der Bevölkerung leben müssen, die von der Gesellschaft alimentiert werden muss. Da diese Erkenntnis offensichtlich noch nicht überall angekommen ist, wird zu wenig (oder auch nichts) dafür getan, dass Kinder aus Familien die vollständig auf staatliche Unterstützung angewiesen sind zumindest eine Chance auf eine vernünftige Bildung erhalten. Wenn das kostenfreie staatliche Bildungssystem so mies ist, dass man als Absolvent dieses Systems kaum eine Chance hat, dann schafft man Unterschichten, die über Generationen nicht aus Ihrem sozialen Milieu herauskommen.
Nach meiner Meinung kann daher nur gute Bildung für alle die Lösung sein. Eine Bildung, die jedem die Chance gibt einen Ausbildungsplatz zu bekommen der zu einem Beruf führt, mit dem man sich selbst ernähren kann.
Dafür muss der Anreiz zu arbeiten groß genug sein. Ich denke in GB ist dies der Fall. Der Mindestlohn ist dort zwar mit 6,7 € nicht gerade üppig, dürfte aber dazu führen, dass man spürbar mehr Geld in der Tasche hat, als jemand der nicht arbeitet.
Das bedeutet für mich, dass der Staat zwar alimentieren muss, wo es zwingend notwendig ist, aber andererseits auch Möglichkeiten schaffen muss und aber auch von Jugendlichen Leistung fordern muss. Mit Jugendtreffs alleine ist es da nicht getan.
Einhergehen muss ein vernünftiges Bildungsangebot mit einer absolut klaren und harten Linie gegen jede Form der Kriminalität. Wenn rechtsfreie Räume entstehen, dann ist es für einige sicher verlockender auf kriminelle Weise an die gewünschten Konsimgüter zu kommen. - #315 12.08.2011 11:56 von Silverhair
Arbeit löst das Problem nicht T1
Auch wenn ihre Ansätze nicht schlecht sind - in "genau diesem Wirtschaftsystem" können sie mit "Arbeit" nichts mehr erreichen. Der Erste Punkt - die "Menschliche Arbeit verschwindet" und wird unaufhaltsam durch Maschinen und Computer ersetzt. Gut so , was das meiste was wir Produzieren und "Herstellen" = Dienstleistungen schlicht von Maschinen besser gemacht werden kann!
Der zweite Punkt ist schlicht, wir benützen als Geld keine "Münzen" mehr - sondern Buchgeld! Ein Wirtschaftskreislauf der auf "Münzen" aufbaut besitzt keine Erinnerung an "Arbeit/Werte" -jede Transaktion ist für sich einzigartig - und hat letztlich keinen Einfluss auf die Vergangenheit oder Zukunft ... Was reinkommt geht auch raus!
Seit 1944 haben wir aber ein "Bilanzsystem" - dort wird nicht mehr der temporäre Transfer einer Münze aufgelistet - sondern die Summe der "Arbeit/Geldtransfers"...
Solange die "Arbeit" dazu dient sich am leben zu erhalten - geht das gut - über die Zeit werden sie weder reicher noch ärmer .. sie bleiben am Leben schlicht!
Sobald sie aber eine "Einzige Münze" zuviel haben, wird sie als Buchgeld geführt - und von diesem Moment an kann sie verliehen werden und kommt wieder zurück mit "abkömplingen(Zinsen/Rendite) .. In jedem Schritt wächst das Buchgeld weiter an - bis in alle Unendlichkeit , und wer "früher" angefangen hat - der wird schlicht auch immer mehr Ziffern auf seinem Konto vorfinden - unausweichlich - ohne auch nur einen einzigen Finger zu rühren!
Diese Gigantisches anwachsen hat dazu geführt das die Banken schlicht nur noch 1/20 stel des sog. Geldes überhaupt auszahlen könnten -ihre "Deckungen" sind schlicht fast nichts ... aber solange keiner das abheben will fällt das nicht auf! Durch Arbeit - egal wie gut sie das machen können sie schlicht diesen gigantischen Vorsprung nicht mehr aufholen!
=> Arbeit löst das Problem nicht T2 - #316 12.08.2011 12:01 von Silverhair
Arbeit löst das Problem nicht T2
Die Geschichte vom Arbeiter in den USA der zum Mio wurde ist nur möglich wenn man die Vergangenheit der "Münzen" nicht aufsummiert .. heute ist jeder der 1000 Euro an Buchgeld mehr auf dem Konto hat dejenigen der für seine Arbeit gerade soviel bekommt das er davon überleben kann schon haushoch überlegen - geschweige davon das derjenige der weit mehr als 1000 Euro hat - dem der 1 Mio hat "unterlegen ist" - ...
Es ist die Welt des sich selbst vermehrenden Buchgeldes die wir vor uns haben - und in diese kommen sie durch "Arbeit" schlicht nicht mehr rein!
Die Arbeit entlohnt maximal das was sie auch "zum Verbrauch" produzieren - diese Summe ist nett und fein immer ziemlich gleich, und deshalb wird auch ihr "Lohn" nie über diesem Punkt liegen!
Nur wenn sie Buchgeld zum "verleihen" haben können sie da noch mithalten - dann gegen sie es und bekommen es zurück mit Zinsen , sie lehnen sich zurück und lachen über die Menschen die in Arbeit bei einem Buchgeldsystem noch eine Chance sehen!
Nichts gegen ihre Ansätze, aber "Arbeit" oder Ausbildung löst das Problem nicht wirklich , das beste was es verzögert ist für vielleicht 5 Jahre das ursächliche Problem zuzukleistern .. danach wird es dann nur umso schneller und gewaltiger noch ausbrechen!
Die Buchgeldmengen werden sich in ca. 4 Jahren bei üblicher Wirtschaft verdoppelt haben - aber glauben sie das sie in 4 Jahren den doppelten Lohn bekommen werden? Das wo doch schon jetzt der Reallohn nur noch im Fallen ist?
Die Urmünze von Dagobert Duck - die er "NIE" ausgeben hat - das ist nicht umsonst das Urbild des heutigen Geldsystem - es ist die Selbervermehrung er Münzen - weil "verliehne Münzen" ja nicht weniger werden .. sie werden nicht konsumiert sondern vermehren sich einfach - und gegen einen sich selbstvermehrenden Moloch haben sie schlicht keine Chance .. da könnten sie jeden Tag 1000 Std. arbeiten - sie würden es immer noch nicht schaffen!
Wer arbeitet füttert schlicht den Moloch einfach nur - damit der noch grösser, noch zwingender wird - und man selber schlicht irgendwann verhungert! - #317 12.08.2011 14:55 von libertarian
...
Ich hatte ausfuehrlich geantwortet und es ist unter die Raeder gekommen. Schade. Ich hatte versucht zu erklaeren, wo die Vorteile von Studiengebuehren liegen und warum das zu mehr Vielfalt und besseren Chancen gerade fuer die Leute fuehrt, die nicht "aus gutem Haus" kommen. Ich wiederhole das jetzt nicht nochmal alles. Danke fuer die gute Diskussion.
- #318 13.08.2011 00:07 von
- #319 15.08.2011 15:09 von libertarian
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