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Krawalle in England: Gesellschaft vor der Kernschmelze

Mit den Krawallen von London erlebt der*Westen sein soziales Fukushima. Aber wer hatte denn gedacht, die Vermehrung des Reichtums durch einige Wenige bei gleichzeitiger Verelendung der Vielen könne so weitergehen?

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...780827,00.html
  1. #150

    ...

    Zitat von alexm1003 Beitrag anzeigen
    Bei den Linken gibt es Gerechtigkeit ohne Freiheit, bei den Rechten Freiheit ohne Gerechtigkeit. Als Kompromis bekommen wir weder noch.
    Gerechtigkeit ist, wenn Plünderer und Aufhetzer hart bestraft werden.
    Materielle Gleichheit ist keine Gerechtigkeit, schon gar nicht, wenn sie erzwungen wird.
  2. #151

    'realwirtschaft'

    Zitat von redwed09 Beitrag anzeigen
    Denn die Investoren wollen Gewinne, so schnell und soviel wie möglich.
    wer will das nicht.
    die kreditwirtschaft ist übr. genauso real wie die "realwirtschaft". die bilden sie sich nicht nur ein. und beide wollen nichts anderes als "Gewinne, so schnell und soviel wie möglich". nennt sich kapitalismus.
  3. #152

    Zitat von gaga007 Beitrag anzeigen
    Sozialromantiker mögen weiterhin von einer heilen Welt träumen - die Realität ist hingegen einfacher: finanzieller Erfolg erfordert Leistung ! Wer die nicht erbringt, darf die Gesellschaft nicht für sein eigenes Versagen verantwortlich machen - zumal die gleiche Gesellschaft, die durch die Krawalle geschädigt wurde, diese Plünderer durch Sozialleistungen alimentiert.
    Bei derartigen Aussagen wird mir übel. Finanzieller Erfolg erfordert Leistung. Einverstanden.

    Bedeutet das zwangsläufig, dass ein finanziell erfolgreicher Mensch Leistung gebracht hat? Was ist Leistung überhaupt? erbringt z.B. ein erfolgreicher Börsenspekulant mehr oder höherwertige Leistungen als z.B. ein Handwerker? Ist der Börsenspekulant für die Gesellschaft nützlicher als der Handwerker? Ist erfolgreiches Glücksspiel überhaupt eine Leistung?

    Wenn finanzieller Erfolg Leistung erfordert, sollte Leistung doch auch zu einem finanziellen Erfolg führen. Ist das in der Realität so? In einer Realität, in der die Arbeitnehmer sich permanent in Lohnzurückhaltung üben sollen während die Lebenshaltungskosten ständig steigen? In einer Realität, in der Verteilung des Wohlstandes doch etwas einseitig und ungerecht ist.

    Haben die Menschen in England oder Deutschland überhaupt die Möglichkeit, durch Leistung finanziell erfolgreich zu sein? Wenn es nicht genug angemessen bezahlte Jobs gibt dürfte das schwierig werden. Da nützt auch mehr Bildung nichts. Von Bildung kann man keine Miete bezahlen.

    Die Politik wäre verpflichtet die Grundvoraussetzungen für die Teilhabe am Wohlstand zu schaffen. Das tut sie, indem die fördert, die ohnehin schon erfolgreich sind. Indem sie den Unternehmen und den Finanzmärkten alle Möglichkeiten lässt. Vermutlich in der Annahme, dass es auch den Menschen gut geht, wenn es nur den Unternehmen gut geht. Igrendwelche Brosamen werden schon vom Tisch fallen.

    Diese Annahme ist leider falsch ...
  4. #153

    Wir leben in der perfekten Narzißtischen Gesellschaft

    Leute wie Merkel sind doch ein Symbol dafür. In der totalitären DDR war sie perfekt integriert. Hier im neoliberalem Deutschland ist sie es auch. Ich habe mich immer gefragt was für Werte diese Frau tatsächlich hat? Ich sehe da nur eine Narzißtische Frau, die nur das macht, was das herrschende Gesellschafts System ihr vorschreibt und das macht sie richtig gut. Eine Gesellschaft, in der Menschen und ihre "Führer" hauptsächlich egoistisch handeln, wird irgendwann baden gehen.

    Aus dem ganzen Dilemma gibt es vielleicht nur einen Ausweg:

    Der Mensch muss erkennen, das das eigene Glück genau soviel Wert ist, wie das Glück anderer.
  5. #154

    Kernschmelze

    Der Beitrag ist ja schön dem Zeitgeist entsprechend geschrieben aber dennoch falsch, denn ein Kern kann
    auch nur schmelzen, wenn er überhaupt existiert. In unserer Gesellschaft gibt es aber keinen Kern mehr sondern mehrere unterschiedliche Kernchen um die sich jeweils fest gefügte Bevölkerungsgruppen kristallisieren, die nichts mehr miteinander verbindet. Ein wie z.B. in der Schweiz trotz ihrer ethnologischen Unterschiede oder wie in Dänemark bestehender gemeinsam getragener Kern staatlicher Grundüberzeugungen besteht in Deutschland nicht mehr. Die Grenzen sind nach der Devise "us and them" undurchlässig, das einzig Verbindende ist nur noch die Verachtung der politischen Klasse. Die Gründe sind vielfältig aber sie in den Gegensätzen der kapitalistischen oder sozialistischen Gesellschaftsansätze zu suchen greift zu kurz. Die Angehörigen der sogenannten Mittelschicht, die an sich der Träger der Staatlichkeit ist, fühlt sich, unbeachtlich ob ihre Sozialisation eher liberal, grün, konservativ oder sozialdemokratisch gefärbt war, den Angehörigen der gleichen Schicht im In- und Ausland näher und verbundener als der multiethnischen deutschen Unterschicht.
  6. #155

    Danke für diesen Kommentar. Augstein hat auf den Punkt gebracht, was passiert, wenn wir unser parlamentarisches System weiter aushöhlen - entweder durch Umgehen der parl. Kontrolle (Politiker) oder Wahlmüdigkeit/Politikmüdigkeit vieler Bürger aus Frustration. Beides schadet und führt dazu, dass sich die Schere weiter öffnet.
  7. #156

    wann kracht es endlich richtig ?

    Na, wann kommt denn endlich der Aufstand der verelendeten Massen, wann bricht denn "das System" endlich zusammen, wann kommt denn endlich - ja was eigentlich ?
    Gar nichts kommt. Global gesehen verelenden die Massen eben nicht.Der Wohlstand von Milliarden Menschen in Asien wächst stetig. Selbstverständlich ist kein Wirtschaftssystem perfekt, letzendlich ist eine echte soziale Marktwirtschaft mit Chancengleichheit, die nicht auf Schuldenmachen beruht, die derzeit beste Wirtschaftsform.
  8. #157

    Quo Vadis?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Aber wer hatte denn gedacht, die Vermehrung des Reichtums durch einige Wenige bei gleichzeitiger Verelendung der Vielen könne so weitergehen?
    Ein sehr guter Artikel, der die Finger in die Wunden legt, ohne dabei anzuklagen.
    Eine politische Lösung für die Probleme, insbesondere eine irgendwie geartete gesetzgeberische Regulierung des Kapitalismus dahingehend, dass die negativen Eigenschaften beschnitten werden, ohne dass gleichzeitig die positiven Eigenschaften gefährdet werden, sehe ich aber zurzeit nicht. Für eine solch komplexen Eingriff fehlt es mir und wohl auch den meisten Politikern am nötigen betriebswirtschaftlichen Know-How. Und diejenigen, die es wissen müssten, die Unternehmer, haben kein Interesse, ihren eigenen Status Quo zu minimieren.

    Bei den Gehältern sehe ich im Moment eine große soziale Ungerechtigtkeit. Die Putzfrau schuftet sich täglich 14 Stunden den Körper kaputt für ein Gehalt knapp über der Armutsgrenze. Der IT-Ingenieur verdient ein Top-Gehalt, weil er der Einzige ist, der das von ihm entwickelte System kennt, und sich deshalb unverzichtbar gemacht hat. Jeder ist in seinem Bereich ein Spezialist. Aber ein Sozialausgleich findet nicht statt. Da müsste wohl erstmal ein Umdenken in den Köpfen stattfinden. Aber kann man eine Gesellschaft überhaupt zwingen, sozial zu denken?

    Wenn ich über die perfekte Gesellschaft sinniere, kommt mir immer Star Trek in den Sinn. Die Energieprobleme der Menschheit sind dank der Nutzbarmachung von Antimaterie gelöst. Es gibt eine kostenlose Grundversorgung mit Nahrungsmitteln, Kleidung, Wohnung, Telekommunikation. Geld wird nur für besondere Luxusartikel benötigt. Leider ist das eine Utopie. Aber vielleicht brauchen wir solche Utopien, Ziele, die wir uns als Gesellschaft stecken und auf die wir hinarbeiten können. Dann fällt es auch leichter, Schritte zu gehen. Im Moment habe ich eher den Eindruck, dass die Menschheit wie eine Nussschale im Strom der Zeit dahintreibt. Die großen Utopien wie Sozialismus, Marxismus, Kapitalismus, Liberalismus haben sich als nicht tragfähige Konzepte erwiesen.
  9. #158

    Keine Moral der Oberschicht

    Zitat von Nr82136 Beitrag anzeigen
    Keiner, weder in England noch in Deutschland, ist materiell verelendet.
    Das Problem ist die moralische Verwahrlosung. Vor dreißig Jahren funktionierte die soziale Kontrolle noch halbwegs.
    Heute regieren.....
    Es gibt aber auch kein Recht, dass Menschen von einer nur ihrer Gier gehorchenden Oberschicht immer mehr ausgeplündert und in die Armut getrieben werden. Wenn Sie Probleme lösen wollen, dann kämpfen Sie gegen die Gier und den Egoismus dieser Oberschicht.
    Wenn ein bekannter Schraubenfabrikant seinen Wohnsitz außerhalb dieses Landes verlegt, um nichts mehr für das Gemeinwohl tun zu wollen, wenn dieser Schraubenfabrikant sich für über 200 Millionen Euro eine Yacht zulegt aber gleichzeitig 3000 Beschäftigte seines Schraubenimperiums entlässt und das alles bei einem Milliarden Vermögen, dann stink der Fisch am Kopf. Dann können Sie bei diesen "Vorbildern" auch nicht erwarten, dass die Moral noch einen Wert darstellt. Dann stellen nur noch die Gier und der Egoismus die einzigen Werte dar.
  10. #159

    ...

    Zitat von Jay's Beitrag anzeigen
    Sorry, aber der Artikel sagte mir nichts Neues und zeigt auf, was schon viele viele Jahre vor sich geht. Die Reichtumsschere wird immer groesser, die Neokonservativen sind ziemlich vereint und .....
    Norwegen ist ein Sonderfall. Aus dem Rohstoffreichtum mit Petrodollars gesegnet, ist es dort volkswirtschaftlich möglich, dass ein einfaches Busticket umgerechnet 5 Euro kostet und die Bürgersteige im Winter beheizt sind.
    Schweden und Dänemark haben in den letzten zwanzig Jahren ihren überbordenden Sozialstaat reformieren müssen und sind ungefähr auf dem gleichen Stand wie Deutschland.








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