REUTERSKann eine psychisch angeknackste Angestellte auf einem Segeltörn gehen? Eine große Handelsfirma kündigte der Betriebsratschefin wegen "vorgetäuschter Arbeitsunfähigkeit", doch nun erhält sie per Vergleich 50.000 Euro - damit endet ein quälender Streit über Mobbing und Burnout.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...831456,00.html
Wissen Sie, ich bin auch mit einer Krankheit (Migräne) geschlagen, die schwer nachweisbar und für Aussenstehende nicht leicht zu verstehen ist. Zum Glück leide ich nicht sehr oft daran, aber die zwei-, dreimal im Jahr langen mir, ehrlich gesagt, auch.
Man wird dann oft belächelt und mit blöden Kommentaren zugetextet("Starke Kopfschmerzen hatte ich auch schon mal ", "Gestern wohl zu tief ins Glas geschaut, was?").
Gerade bei Krankheiten, die nicht sofort nach aussen sichtbar sind, ist die Akzeptanz der Umgebung oft sehr gering, das macht es für die Kranken alles andere als leichter.
...die behandelnde Ärtztin sollte mit dem Thema "was darf ich während der Gesesungsphase machen; und was nicht..." etwas sensibler bzw. verantwortungsvoller umgehen. Letztlich wird die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bezahlt - entweder vom AG oder von der Krankenkasse. Für die Zahler mutet es schmerzlich an, wenn ein AN keine Leistung erbringt, dafür aber - juristisch nicht anfechtbar - einen Segeltörn machen kann!
Meines Erachtens wird in diesem Fall der Gedanke der Solidarität von der Dame deutlich überstrapaziert.
Und? Wer soll denn dann bitte handeln, wenn nicht die Unternehmensführung? Wenn's niemanden interessiert, darf man sich auch nicht wundern, wenn's in die Hose geht.
Mitarbeiter zu führen bedarf sicherlich mehr als Menschenführung. Vielleicht auch juristischem Verständnis, wie weit meine Möglichkeiten gehen. Und manchmal auch einer harten Hand. Vielleicht auch mal dem Eingeständnis, dass man selbst einen Fehler gemacht hat, aus dem man sich rauskaufen muss.
Der Kuschelkurs der aus unserem Arbeitsrecht gemacht wird, entspringt nur und ausschließlich der Angst, in Konflikte einzutreten. Disziplin wird heute weder gefordert noch gewünscht, vielleicht auch aus Angst, selbst der Forderung ausgesetzt zu sein. Ich bin mit Disziplin, einer klar abgesteckten Grundfairness und dem Durchziehen von klaren Konsequenzen immer ganz gut gefahren. Drohen bringt nichts.
Und? Das liegt dann nicht in der Verantwortung des Unternehmers? Der kann dann sagen: "Buuuh, meine bösen Mitarbeiter machen mein Unternehmen kaputt." Wenn ich nicht weiß, wie's geht, sollte ich auch keine Mitarbeiter beschäftigen. Und wenn ich nicht weiß, wie ich sie loswerde, erst recht icht. Und wenn ich gezwungen bin, sie zu behalten, weil ... warum auch immer, sollte ich mir überlegen, was ich falsch gemacht habe.
Nehmen Sie es mir nicht übel, aber aus ihrer nicht gänzlich emotionsfreien Antwort entnehme ich, dass Sie vielleicht nicht gewillt sind, die Sache auch emotionsfrei zu betrachten. Aber genau das wäre hier angebracht.