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Krankenhaus-Report 2012: Deutschland droht ein Kliniksterben

DPADie Zahl der Krankhäuser in Deutschland dürfte sich drastisch verringern: Einem aktuellen Report zufolge droht fast jeder sechsten der mehr als 2000 Kliniken in Deutschland die Pleite. Für die Patienten könnte das aber sogar Vorteile haben.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...838891,00.html
  1. #1

    Schönfärberei

    Na toll, die Versorgung wird schlechter, wer kein akutes Problem hat muss im Moment schon wochenlang auf einen Termin warten. Aber das kann für die Patienten natürlich auch Vorteile haben! Besonders auch für ältere Menschen bei denen der Weg zum nächsten KKH im Moment noch zumutbar und bezahlbar ist, die dürfen gerne auch 100km in die nächste Klinik fahren.
    Wenn man mir mein Gehalt um 50% kürzt kann das auch Vorteile haben, ich nehme dann nicht mehr so schnell zu weil ich mir kein Essen mehr leisten kann...
  2. #2

    Erstaunlich,

    mal kein Nord-Süd oder Ost-West Gefälle.
    Es scheint wohl gerade bei kommunalen Kliniken eher so, dass die wirtschaftliche Lage schwieriger wird, wenn die Häuser von politischen Seilschaften protegiert und eventuell sogar noch Parteigänger mit Verwaltungsposten bedacht wurden...
  3. #3

    Von wegen Vorteil ...

    Statt dessen versuchen die Kliniken, die über dem Abgrund hängen natürlich alles, um sich zu retten ... soll heißen, man spart an Dingen, wo man weiß daß man nicht sparen dürfte, man findet Wege, Leistungen zu erbringen, die nicht gebraucht würden, dazu besticht man Hausärzte, etc. ... Und wenn die Zahl der Kliniken sinkt, erhöht sich der Druck auf die Verbliebenen ... Konkurenzdruck auf essentielle Systeme der Infrastruktur führt immer nur dazu, daß alles zwar billiger, aber eben auch schlechter wird. Das merken Sie z.B. an der Sprachqualität am Telefon (VoIP statt normaler Draht) oder der Bildqualität im Fernsehen (digitale Kompression um ja viele Kanäle unterzubringen) oder der geringeren Anzahl Briefkästen, Telefonhäuschen, Poststellen (jetzt nur noch Paketshop) usw. usf. Bei der Bahn steht nicht mehr alles im selben Fahrplan, weil sind ja nun verschiedene Unternehmen - also wartet die DB auch nicht auf Züge der Konkurenten ... es geht immer so weiter. Und ja, ich weiß, das in der Zeit auch Dinge besser geworden sind.
  4. #4

    für die Patienten sicherlich

    nur für die Beitragszahler, wenn (unrentable) Kliniken geschlossen werden und Patienten längere Wege in Kauf nehmen müssen.
  5. #5

    Missverständlicher Artikel

    Es 'droht' kein Kliniksterben.
    Die Gesamtzahl der Krankenhausbetten drastisch zu reduzieren ist ein von der Länder- und Bundespolitik ein seit nun vielen Jahren gestecktes Ziel.
    Die Schliessung der vielen kleinen Krankenhäuser in Deutschland wurde dabei nicht nur toleriert, sondern sogar gefördert.
    Nicht zuletzt durch die Einführung der DRG (Diagnosebezogene Fallgruppen).

    Das Saarland als Musterland in Sachen Krankenhausfinazierung zu nennen wird man in Fachkreisen mit einer 'Facepalm' zur Kenntnis nehmen.

    Gerade das Saarland hängt mit vielen kleinen unrentablen Krankenhäuser am Tropf des Länderfinanzausgleich.

    Das einzige Land mit einem gesunden fianziellem Sockel unter der Krankenhausfinazierung wird Bayern sein.
    Nicht weil die Krankenhäuser besonder rentabel wirtschaften, sonder weil Bayern das Geld hat und es sich auch leisten möchte, viele Krankenhäuser auch in ländlichen Umgebungen zu betreiben.
  6. #6

    Was für ein Glück, daß die Kriegskassen der Investoren durch die Umverteilung der Agenda-Jahre prall gefüllt sind. Da kann die Privatisierung unseres Gesundheitswesens ja endlich Fahrt aufnehmen.
  7. #7

    viele Wechselwirkungen

    Da arbeiten ganz viele Interessen und Effekte, die miteinander in proportionaler oder höher geordneter Wechselwirkung stehen.

    Insgesamt gibt es bekanntlich den Privatisierungstrend bei Infrastrukturen, die traditionell vom Staat betrieben wurden.

    Im Grundsatz gibt es da keinen Unterschied, ob es sich um medizinische oder andere wichtige Infrastrukturen handelt.

    Gemeinhin gilt das Kredo, daß Privatisierung die Effizienz erhöhe, da die Kapitalgeber besser und akkurater optimieren.

    Das allerdings stimmt nur teilweise.

    Richtig ist daran: Kapitalgeber müssen oder wollen im Zuge einer Privatisierung IMMER einen Reorganisationsprozess anstoßen.

    Jede Reorganisation bedeutet Steigerung von Transparenz, weil zwangsläufig der Gegenstand der Reorganisation beschrieben werden muß und dabei ganz prinzipiell immer Aspekte vergessen werden, die unwichtig sind.

    Sobald der Reorganisationsprozess vorbei ist, wachsen neue Intransparenzen ganz von allein und somit entsteht neue Ineffizienz.

    Der Unterschied ist nur, daß die Intransparenzen an anderer Stelle wachsen.

    Daher: Die Chance zur Effizienzsteigerung ist jeweils eine Umstrukturierung und nicht die Privatisierung an und für sich.
  8. #8

    Patienten entwickeln sich zu Kunden!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Zahl der Krankhäuser in Deutschland dürfte sich drastisch verringern: Einem aktuellen Report zufolge droht fast jeder sechsten der mehr als 2000 Kliniken in Deutschland die Pleite. Für die Patienten könnte das aber sogar Vorteile haben.

    Krankenhaus-Report 2012: Deutschland droht ein Kliniksterben - SPIEGEL ONLINE
    Klinikmanager haben zweifelsfrei auf Leistungen zu achten, die nicht nur nötig sind sondern auch in hohem Maße erlöswirksam: Patienten zu Kunden: Krankenhäuser und Kliniken müssen ihre Erlöse sicherstellen | servicereport
  9. #9

    Spezialisierte Kliniken sind wirtschaftlich besser

    Ist ja klar. Wie soll sich ein Krankenhaus mit knapp 300 Betten halten, wenn es etwas Innere Medizin für die Herzprobleme, das Asthma, und etwas Chirurgie für den Blinddarm, und kleine Verletzungen, und vielleicht noch eine Geburtshilfe anbietet?
    Da ist es dann besser, man verkauft das Haus an einen privaten Träger, und der führt dann dort Kniearthroskopien durch und baut künstlische Gelenke ein.
    Ob die jedesmal sinnvoll sind ist ja völlig egal. Hauptsache, man kann die Prozesse gut standardisieren und fließbandmäßig anbieten.
    Zwei Leute haben Pech. Der Durchschnittpatient wird es immer schiweriger haben in seiner Nähe eine Versorgung zu finden, wenn er gerade nicht ins Schema passt.
    Wird das Krankenhaus auf Masse und Profit ausgelegt, kann man sich an fünf Fingern abzählen, ob immer das Interesse des Patienten, oder das Interesse des Trägers im Vordergrund stehen wird.
    Der einzige der davon profitiert sind die privaten Träger.








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