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Krankenhaus: Ex-Minister Rühe kritisiert Nachfolger de Maizière

Als Kassenpatient im Krankenhaus behandelt werden wie ein Privatversicherter? Das ist nur mit einer Zusatzpolice möglich. Allerdings sollten*alle Angebote genau verglichen werden - denn die Tarife bieten keine All-inclusive-Pakete für die Klinik.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...769936,00.html
  1. #10

    Bezahlbarkeit

    Zitat von dborrmann Beitrag anzeigen
    Am Preis von 291.-€ einfacher Satz oder ca. 1000.-€, wenn es mal ein wenig knifflig wird und vielleicht auch mal 10 Stunden OP-Zeit bedeutet sieht man, woran das Sytem krankt. ... In den USA kosten solchen Operationen einige 10.000.-US$.
    Dazu kommen ja noch die Pauschalen für den Aufenthalt, für 2 bis 14 Tage ca. 2350 Euro. Das ist der Kassensatz ohne Zusatzversicherung. Außerdem lässt sich wohl nur so eine bezahlbare Versorgung für alle aufrechterhalten. In den USA geht ein Drittel des Einkommens für die Versicherung drauf, und trotzdem sind die wirklich (chronisch) Kranken damit nicht versichert. Und übrigens: Eine Waschmaschinenpumpe für den Betrag ist nicht seriös.
  2. #11

    Angebot und Nachfrage

    Zitat von dborrmann Beitrag anzeigen
    Der Preis wird vielleicht bleiben, aber in Zukunft wird vielleicht den Job keiner mehr machen. So diskutieren mittlerweile viele Ärzte im kollegialen kreis. Dann nützen diese Spottpreise auch nichts mehr.
    Richtig: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Bleibt der Preis gleich, und das Angebot reduziert sich, dann bestand auch keine Nachfrage.

    In einem Ökonomiebuch stand einmal als Quintessenz drin: People respond to incentives.

    Sollte es einen Arzt geben, der irgendwie meckert, dann muss man ihm sagen, dass die Anreize ihm sagen, wie er ökonomisch zu reagieren hat:

    Entweder er verlässt die klinische Tätigkeit und geht zum Beispiel in die Verwaltung. Oder er verlässt das Land und praktiziert dort, wo seine Arbeit mehr geschätzt wird.

    Oder aber er akzeptiert den Preis, der ihm für sein Angebot an Arbeitskraft gemacht wird.

    Patienten können natürlich bezahlen was sie wollen. Sie müssen dann nur akzeptieren, was ihnen zu dem Preis angeboten wird.

    Was natürlich gar nicht geht, ist sich über einen angeblichen Ärztemangel zu beschweren. Es wäre genauso, wenn ich über einen Bentley und Maybach-Mangel meckern würde, weil ich ständig unter den Jahreswagen keinen für unter xxx Euro finde, aber dafür einen Dacia.
  3. #12

    Wie lange noch?

    Da bin ich versucht, zu sagen: typisch deutsche Logik: "lässt sich wohl nur so eine bzahlbare Versorgung für alle aufrechterhalten"... Ja, genau so lange, so lange sich noch Mediziner finden, die für einen solchen staatlich verordneten Hungerlohn von 291€ (na ja, vielleicht auch 1000, aber wie lange noch?) sich mehrere Stunden an den OP-Tisch stellen, und in schwierigster Kleinarbeit und vollem Risiko einen Gehirntumor entfernen. Die Chirurgen suchen jedenfalls händeringend Nachwuchs -aber wie doof muss der Nachwuchs sein, der sich auf solche Konditionen einlässt? Wenn erstmal keine mehr da sind, ist´s auch mit den hehren Vorstellungen der Versorgung für alle vorbei. Die Hausärzte, die für 35 bis max 40€ pro Patient und 3 Monate(!) die all-inclusive-Flatrate anbieten sollen, wachsen inzwischen auch nicht mehr auf Bäumen, warum wohl? Weil es nicht mehr genug Blöde gibt, die sich das noch antun!
    Und übrigens: Auch wenn die Wasserpumpe 20€ billiger sein sollte, weils keine Miele ist, so ist allein die Tatsache, dass man beides preislich in ähnlichen Regionen ansetzen muss, eine Schande.

    Zitat von Weißlicht Beitrag anzeigen
    Dazu kommen ja noch die Pauschalen für den Aufenthalt, für 2 bis 14 Tage ca. 2350 Euro. Das ist der Kassensatz ohne Zusatzversicherung. Außerdem lässt sich wohl nur so eine bezahlbare Versorgung für alle aufrechterhalten. In den USA geht ein Drittel des Einkommens für die Versicherung drauf, und trotzdem sind die wirklich (chronisch) Kranken damit nicht versichert. Und übrigens: Eine Waschmaschinenpumpe für den Betrag ist nicht seriös.
  4. #13

    KH-Wahl und DRG

    Der Artikel suggeriert, dass man als GKV-Patient nicht die freie Krankenhauswahl hätte. Das stimmt nur insofern, als das die GKV Behandlungen in reinen Privatkliniken also in Häusern, die nicht im Landeskrankenhausplan aufgenommen sind, nicht zahlen. Ansonsten hat auch der gesetzlich versicherte die freie Krankenhauswahl. Wer ihn dann innerhalb des Hauses behandelt, ist allerdings eine zweite Frage.
    Zur Kritik an der Vergütung der Ärzte: Die DRGs, die die Grundlage für Maße der Bezahlungen ausmachen, werden IST-Werte zur Berechnung herangezogen. Die Referenzkrankenhäuser melden ihre Ist-Kosten und auf dieser Basis wird der Wert einer DRG berechnet. Da dadurch Durchschnittswerte vergütet werden, wird es immer Gewinner und Verlierer geben. Häuser, die überdurchschnittlich teuer sind, werden drauf zahlen, während günstige Häuser einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaften können.
  5. #14

    Dies und das

    Zitat von flekki Beitrag anzeigen
    Zur Kritik an der Vergütung der Ärzte: Die DRGs, die die Grundlage für Maße der Bezahlungen ausmachen, werden IST-Werte zur Berechnung herangezogen. Die Referenzkrankenhäuser melden ihre Ist-Kosten und auf dieser Basis wird der Wert einer DRG berechnet. Da dadurch Durchschnittswerte vergütet werden, wird es immer Gewinner und Verlierer geben. Häuser, die überdurchschnittlich teuer sind, werden drauf zahlen, während günstige Häuser einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaften können.
    Leider gibt es einige DRGs, die sehr gut zwischen verschiedenen Diagnosen differenzieren, und manche, die sehr schlecht die Realität abbilden, so dass recht unterschiedlicher Aufwand, entsprechend unterschiedlich vergütet wird.

    Zitat von pocket21 Beitrag anzeigen
    ... genau so lange, so lange sich noch Mediziner finden, die für einen solchen staatlich verordneten Hungerlohn ... sich mehrere Stunden an den OP-Tisch stellen... Die Chirurgen suchen jedenfalls händeringend Nachwuchs -aber wie doof muss der Nachwuchs sein, der sich auf solche Konditionen einlässt? Wenn erstmal keine mehr da sind, ist´s auch mit den hehren Vorstellungen der Versorgung für alle vorbei. Die Hausärzte, die für 35 bis max 40€ pro Patient und 3 Monate(!) die all-inclusive-Flatrate anbieten sollen, wachsen inzwischen auch nicht mehr auf Bäumen, warum wohl? Weil es nicht mehr genug Blöde gibt, die sich das noch antun!
    Das nennt sich Marktwirtschaft. Komischerweise suggerieren die Medien immer noch, es gäbe gute Berufsaussichten für Mediziner, so dass sich mehr als fünf mal so viele Abiturienten, wie Studienplätze bewerben. Wer so dumm ist, und ein Medizinstudium beginnt, obwohl die Information frei verfügbar ist, verdient es nicht anders.
  6. #15

    Eine Illusion

    gerade bei komplizierten und oft lebensbedrohlichen Operationen kommt es auf die Routine und das Können des Arztes an. Sich in dieser Situation die erfahrensten Hände und das fitteste Gehirn aussuchen zu können, ist Luxus....Sie ... werden von dem Arzt behandelt, der gerade Dienst hat. Wem das nicht passt, der muss sich über eine private Zusatzversicherung zum Privatpatienten machen. Dann gibt es mehr Mitspracherecht, was Arzt und Klinikwahl angeht. Zumindest in der Theorie.
    Meist ist nur der Chefarzt liquidationsberechtigt. D.h. die Anzahl der Ärzte aus denen man wählen kann, beträgt genau 1. In dem Artikel wird jedoch suggeriert, man könne sich auch von nicht liquidationsberechtigten Ärzten behandeln lassen. Dann jedoch erstatten private Versicherungen nicht.

    So wählte einmal eine Frau zwar Wahlleistungen für alle Tage, bis auf den Tag der Operation. Sie wollte nämlich, dass die OP der Oberarzt durchführt, der die meiste Erfahrung darin hat, und die größte Routine besitzt. Ansonsten hätte sie entweder den Chef bekommen, der diese OP schon lange nicht mehr durchführte, oder sie hätte das Haus wechseln müssen.

    Generell ist ein Chefarzt, je größer die Abteilung ist, immer seltener im OP oder bei Prozeduren. Dafür ist er mit immer mehr Verwaltung beschäftigt.

    Abgesehen davon ist ein Oberarzt hauptsächlich in einer Abteilung der Klinik tätig, und verbringt daher sehr viel mehr Zeit mit genau den Prozeduren, die man möchte. Der Chefarzt hingegen muss mehrere Abteilungen überblicken, und hat daher noch weniger Routine außerhalb seines Spezialgebiets.


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