APIm Innenministerium in Kabul sind nach afghanischen Regierungsangaben zwei US-Berater getötet worden. Laut Fernsehberichten kam es nach einem "Wortwechsel" zu einer Schießerei.
Koran-Verbrennung: Zwei US-Soldaten in Kabuler Innenministerium erschossen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
Es hat sie gegeben, nur später als ursprünglich geplant:Koranverbrennung: Wer Terry Jones verachtet, muss ihn ignorieren | Politik | ZEIT ONLINE
Mir ist der afghanische Staat völlig gleichgültig, weil ich nichts darüber weiss.
Die afghanischen Menschen dagegen sind mir genau so lieb, wie jede andere Menschengruppe.
ich finde es deshalb äusserst beglückend, wenn Nichtafghanen diesen Menschen zwingend vorschreiben oder verordnen wollen, wie sie sich zu verhalten haben, diese Höhlenmenschen, wie ein Forist hier Menschen dort bezeichnete.
Afghanen sollen in ihrem Lebensraum das tun und lassen, was SIE wollen und nicht was wir ihnen vorschreiben.
Kein Europäer würde sich von einem Afrikaner seine eigene Lebensweise vorschreiben lassen und so etwas als Anmassung zurückweisen.
Wenn Afghanen hier lesen, dass man ihnen die „westlichen Regeln“ mit Bomben und Granaten beibringen sollte, kann man Reaktionen, wie sie jetzt geschehen sind zwar nicht billigen, aber verstehen.
Wir, die Creme der „westlichen Welt“, haben genügend Fundamentalisten in unserer Gesellschaft, mit denen wir uns über Jahrzehnte noch auseinander setzen können und sollten.
Nein - nicht unbedingt weil wir toleranter sind.
Sondern weil wir urteilen "möchten". Wenn man über andere urteilt, gilt eigentlich grundsätzlich, dass man selbst _besser_ sein muss.
Übertragen auf Ihre Fragen heißt das eben, dass wir
- Toleranz zeigen müssen (auch wenn die Gegenseite engstirnig bleibt)
- Respekt gegenüber religiösen Symbolen haben müssen (auch wenn die Gegenseite unsere Symbole verbrennt oder beleidigt)
- andere Lebensweisen respektieren (auch wenn die Gegenseite das überhaupt nicht so sieht).
Das eigentliche Problem ist nur, wo genau wir die Grenze zwischen Toleranz und Aktivität ziehen. Wir können viele Eigenarten einfach tolerieren (und damit hinnehmen) - bei vielen anderen wiederum muss sich jeder fortschrittliche Mensch durchaus entscheiden, ob er/sie eingreifen muss: Wenn ein junges Mädchen mit einer Rasierklinge verstümmelt wird, muss der aufgeklärte Mensch (meiner Auffassung nach) eingreifen. Wenn aber ein Mensch an die Maxime glaubt, dass Frauen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen müssen - muss der aufgeklärte Mensch dann ebenfalls schon eingreifen oder greift dann hier der Toleranzgedanke?
Mit Pauschalurteilen und aggressiver Retorik werden wir das eigentliche Problem nicht lösen. Jeder Tote ist einer zu viel - es wäre JETZT völlig falsch abzuziehen und dem Land den Rücken zuzudrehen. Dann hätten doch die (intoleranten und wenig bis nicht aufgeklärten) Fanatiker "gewonnen" und freie Hand - das wiederum wollen wir gar nicht!