AFPDie Republikaner haben ein neues Wahlkampfthema. Sie sind empört, dass Obama sich nach den versehentlichen Koran-Verbrennungen in Afghanistan entschuldigt hat - und bringen sogar einen vorzeitigen Abzug ins Spiel. Wankt die Strategie der US-Regierung?
Koran-Verbrennung: Republikaner ätzen gegen den "Sorry"-Präsidenten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
Ich glaube, dass Ihre Einschätzung vollkommen richtig ist, und die Empörung der Muslime in Afghanistan erst von von al Kaida erzeugt worden ist.
Die Entschuldigung des Präsidenten war daher nicht nur in in Bezug auf den amerikanischen Wahlkampf ein schwerer Fehler. Auch in Afghanistan hat er damit die Lage unserer Soldaten verschlechtert. Wer dem Wahnsinn Zugeständnisse macht, gießt Öl ins Feuer.
Niemand doch wehe wer die Islamisten kritisiert der möge sich hüten.
3000000 Christen unter Saddams Regide heute 800000. Selbiges für Ägypten. Fakt ist Islamisten halten zusammen Christen tuen dies nicht.
Oh und mit nichten habe ich etwas gegen geistig verblödete religöse Eiferer da sind Christen und Muslime sich ähnlich. Siehe Teapartiesten in den USA.
Wenn man aber für all das Übel von Anfang an mit verantwortlich ist, dann schon:
"Der Aufschwung des radikalen Islam in Afghanistan war ein Produkt der Zusammenarbeit von Saudi-Arabien, dem pakistanischen Geheimdienst und der CIA bei der Bekämpfung der Sowjets in Afghanistan."
Exitstrategie gesucht - Afghanistan - derStandard.at
Moralisch haben Sie ja recht, aber wenn man sich in ein Land begibt, das eine völlig andere Kultur besitzt, dann sollte man auch wissen, wie man mit dieser umgeht. Ich finde natürlich auch, dass es Schwachsinn ist, wenn man sich wegen verbrannter Korane aufregt oder sogar tötet, das ist ein Verbrechen. Aber die Amerikaner hätten es wissen müssen, dass strenggläubige Muslime so reagieren. Aber sie haben noch nie Feinfühligkeit in fremden Ländern gezeigt. Es war eine Riesendummheit, die Korane zu verbrennen und hat Menschenleben gekostet. Die Schuld der Amerikaner ist es, dass sie offensichtlich ihre Soldaten dumm und unwissend in diese Länder schicken. Im Irak hat es ähnliche Vorfälle gegeben. Afghanistan sollte schließlich nicht besetzt werden, sondern es sollte dort geholfen werden. Dann muss man auch deren Sitten respektieren, selbst wenn sie einem überhaupt nicht gefallen. Wenn Obama sich entschuldigt, tut er das ja nicht, weil er dem afghanischen Mob Recht gibt, sondern um Schlimmeres zu verhindern. Und im Grunde genommen hätte nie jemals irgendeiner nach Afghanistan gehen dürfen.
Ich bezweifle, dass eine Entschuldigung so völlig daneben ist... zumal die zuvor herbeikonstruierten Begründungen doch auch irgendwie komisch waren. Warum sollte man nicht mehr gebrauchte Bücher gleich verbrennen? Man hätte sie zB. den Afghanen zur Verfügung stellen können. Von daher ist es durchaus sinnig sich zu Entschuldigen, gerade weil Al-Qaida es dadurch schwerer hat die Menschen aufzuwiegeln.
Das hat die NATO in den 10 Jahren schon ganz alleine geschafft. Es hat nur einen Vorwand gebraucht, an dem sich dann der ganze Hass entladen kann.
Was für eine verquere Logik ist das denn?
Die einzigen, die die Sicherheit unserer Soldaten gefähren, sind die US-Soldaten, die in Unkenntnis über den Islam einfach die Bücher verbrannt haben und dabei ist völlig irrelevant welchen Grund das auch hatte.
Wer ist Wahnsinn? Der Islam? Die Afghanen?
Der Satz drückt nur mal wieder das amerikansiche Selbstverständnis aus: Niemals Fehler zugegeben, egal wieviel Mist man baut, denn ist ein Zeichen von Schwäche. Nicht wahr?
Der Einsatz der USA und der NATO in Afghanistan war von der ersten Patronenhülse an durch nichts anderes als papiergewordenes Wunsch- und Mythosdenken gerechtfertigt - also gar nicht.
Die nachträgliche Rechtfertigung für einen massiven Eingriff in die Lebensrealität aller Afghanen hätte man sich aber über die Jahre verdienen können, wenn man nicht die dort dringend gebrauchten Resourcen auf dem noch aberwitzigeren Nebenkriegsschauplatz Irak verpulvern zu müssen gemeint hätte.
Zunächst ist auch der heiligste Koran nicht mehr als ein Bündel bedrucktes Papier, und ich bin sicher, es wurden auch schon in der islamischen Welt zerschlissene Exemplare davon in die Altpapiersammlung gegeben oder verbrannt.
Die Argumentation mit dem konspirativen Extremistengekritzel als Grund für die Massenentsorgung passt jedenfalls in das Bild, das die USA in letzter Zeit abgeben, ist aber vor diesem Hintergrund nachzuvollziehen und dürfte für sich alleine keinen Anlass für einen grösseren Aufstand bieten. Der Lynchmob ist Steinzeit oder aufgehetzt.
Wer also - das wurde auf diesem Forum schon bemerkt, und ich schliesse mich dem an - ist Herr Karzai schon, jetzt Entschuldigungen zu verlangen? In seiner Rolle als Handpuppe der USA passt so ein Theater jedenfalls höchstens in eine Schmierenkomödie oder in ein Skript, das nie etwas anderes sollte, als Steilvorlagen für den US-Wahlkampf zu liefern.
Der andere Punkt ist der mit den verletzten religiösen oder sonstwie ethischen Gefühlen, der in der Tat unbedingte Berechtigung hat. Man kann oder sollte eigentlich nie in die Fremde ziehen und sich dort aufführen wie die Axt im Wald.
So und wahrscheinlich nur so werden Barack Obamas Entschuldigung und das Geätze der Republikaner verständlich: Übersetzt sagt er: "Tut uns wirklich leid, hömm, tja, das alles, also tut uns sehr leid, eigentlich, ja, dass wir überhaupt erst ungefragt hierher gekommen sind, um dann einen solchen Saustall zu hinterlassen (hüstel)." Und die Kritik der Republikaner heisst:"Einen Dreck werden wir zurücknehmen! Es war richtig, dass wir einmarschiert sind, es ist immer noch richtig und es wird richtig bleiben. Punkt. Wer was anderes sagt, ist einer, der vor Terroristen zu Kreuze kriechen würde, also als US-Präsident untragbar."
Bleibt noch Ron Paul zu erwähnen, der, wenn's nach ihm gegangen wäre, gar nicht erst in Afghanistan hätte einmarschieren lassen und auch jetzt den Mund am wenigsten voll nimmt. So ist das mit der Politik: Was ganz rechts aussen vermutet wird, hat bisweilen überraschend viel gemeinsam mit linken Positionen. Das hat damit zu tun, dass Treue zu Prinzipien nur noch an den ständiger Verunglimpfung ausgesetzten politischen Rändern zu finden sind, bzw. dass Prinzipientreue durch die Abstinenz der ach-so wählbaren Mitte nach dahin verbannt wurde.