Forum


 

Konvervativen-Erfolg in Griechenland: Ein bisschen Hoffnung

APDer Wahlsieg der Konservativen in Athen wird Griechenland nur eine kurze Atempause verschaffen: Das Land ist tief gespalten, die neue Regierung startet unter schwierigen Bedingungen - neues Chaos droht, wenn sich die Griechen nicht endlich zusammenraufen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...839417,00.html
  1. #120

    Zitat von teutonischelyrik Beitrag anzeigen
    Was ist schon „menschlich“ wenn ich sage, dass es menschlicher ist, einen Glauben zu haben als eine Überzeugung?
    Einen Glaube kann niemand mir rauben, er gehört mir und ist mein persönlichen Schatz. Abgesehen davon, brauche ich keinen Beweis dafür.

    Eine Überzeugung ist eher relativ, morgen kann ich für das Gegenteil überzeugt werden, falls ein Befürwörter ein ungeheuer Redner ist und ich kein Tiefkenner der Sache. Aber auch in dem Fall, dass ich ein Kenner bin, kann allein die Entwicklung der Wissenschaft oder der Gesellschaft mich für das Gegenteil überzeugen.
  2. #121

    Zitat von herr.schaften Beitrag anzeigen
    Man muß aber durchaus beachten -und das wurde nun oft genug thematisiert- daß sich eben diese "oberen 10.000" damit brüsten, keine Steuern zu zahlen bzw. scheint es so zu sein, daß bestimmte "Steuergesetze" relativ legitim dafür sorgen, daß eben diese "oberen 10.000" steuerlich verschont werden.
    Schwer vorstellbar, dass bis auf ein paar Superreiche alle Griechen brav ihre Steuern gezahlt haben.
  3. #122

    schwer zu glauben

    Zitat von gazettenberg Beitrag anzeigen
    Schwer vorstellbar, dass bis auf ein paar Superreiche alle Griechen brav ihre Steuern gezahlt haben.
    aber bei einem bruttogehalt von 900 € zahlen sie hier auch keine steuern.. in dem fall lohnsteuer!
  4. #123

    Meine Überzeugung

    Zitat von teutonischelyrik Beitrag anzeigen
    Vorläufiger Titel meines Romans: Die Menschheit probt mal wieder den liliputanischen Aufstand.

    Ich schreibe gerade an einem Roman und würde gerne wissen, was eine Überzeugung ist. Des Weiteren würde ich gerne wissen, inwiefern Überzeugung notwendig ist, um an etwas zu glauben, zum Beispiel, dass alles besser wird. Die Schwierigkeit hier eine „plausible“ Antwort zu finden, sehe ich darin, dass Überzeugung und Glaube nicht kompatibel sind. Der Mensch entscheidet sich nicht für irgendetwas, weil er davon überzeugt ist, sondern weil er daran glaubt. Überzeugung und Glauben sind zwei grundunterschiedliche Dinge. Ich weiß nicht wovon die meisten Griechen überzeugt sind noch weiß ich an was sie glauben sollen.
    Ich für meinen Teil bin davon überzeugt, dass der Endpunkt der über Jahrmillionen währenden menschlichen Evolution nicht der betriebswirtschaftlich vernutzte Mensch ist, der von einer kleinen, neofeudalistischen Geld- und Geisteselite ausgebeutet wird.

    Ich bin überzeugt, dass das enge Korsett, in das unsere neoliberal zugerichtete Gesellschaft gepresst wurde – Wirtschaft, Konkurrenz, Wettbewerb – in nicht mehr allzulanger Zeit gesprengt wird. Die Menschen in GR und generell möchten die Chance bekommen auf ein menschenwürdiges, ein einigermaßen schönes, gelungenes Leben. Das wird ihnen durch die herrschende Marktorthodoxie verwehrt.

    Das Ausland hat mit allerlei Drohgebärden in GR wieder genau die Parteien an die Macht gebracht, die in „hingebungsvoller“ Weise seit Jahrzehnten die griechische Melange angerührt haben. Das kümmert aber die Troika und die durch diese repräsentierten marktradikalen Eliten nicht. Besonders die ND hat sich nämlich bereit erklärt, die „Schocktherapie“ gegen das eigene Volk gnadenlos umzusetzen. Dadurch wird ein abschreckendes Exempel statuiert, gleichzeitig ist GR aber auch Versuchslabor für die Zurichtung einer Gesellschaft zu einer „marktkonformen Demokratie“, etwa so wie seinerzeit Pinochets Chile.

    Der große amerikanische Philosoph und Soziologe John Dewey (1859-1952) hat einmal geschrieben:

    „Die Politik ist der Schatten, den die Wirtschaft auf die Gesellschaft wirft.“

    Die einzigen Parteien in GR wie auch in D., die Licht in dieses Dunkel bringen möchten, sind die Linken. Genau deshalb werden sie von den marktradikalen, rechtskonservativen Kreisen so ausgiebig gemobbt.

    Ich hoffe, Sie können meine Ausführungen in Ihrem „liliputanischen Aufstand“ verwenden.
  5. #124

    Zitat von exutiva81 Beitrag anzeigen
    ... aber bei einem bruttogehalt von 900 € zahlen sie hier auch keine steuern.. in dem fall lohnsteuer!
    Und alle Leistungen, die ich damit einkaufe, darf ich dann schwarz und steuerfrei einkaufen? Nö, glaube ich Ihnen nicht.
  6. #125

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Die einzigen Parteien in GR wie auch in D., die Licht in dieses Dunkel bringen möchten, sind die Linken. Genau deshalb werden sie von den marktradikalen, rechtskonservativen Kreisen so ausgiebig gemobbt.
    Mit den "marktradikalen, rechtskonservativen Kreisen" meinen Sie offenbar die Wähler, denn wer sonst enscheidet über Mehrheitsverhältnisse im Parlament.

    Doch deren "Mobbing" brauchen die Linken nicht. In Deutschland zerlegen die sich gerade selbst und in Griechenland können die auch nur zeitweise reüssieren. Sobald die Griechen sich wieder sicherer fühlen, jagen sie die Syriza zum Teufel und leben wieder weiter wie bisher. Wetten?
  7. #126

    Nea Demokratia und Neue Soziale Marktwirtschaft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Wahlsieg der Konservativen in Athen wird Griechenland nur eine kurze Atempause verschaffen: Das Land ist tief gespalten, die neue Regierung startet unter schwierigen Bedingungen - neues Chaos droht, wenn sich die Griechen nicht endlich zusammenraufen.

    Kommentar zur Wahl in Griechenland: Ein bisschen Hoffnung - SPIEGEL ONLINE
    Zwei Begriffe für ein und dasselbe Phänomen:

    Die real-existierende Plutonomy nach der Vorlage des amerikanischen Vormates der Citigroup Corp. und ihres Systemideologen und klobalen Strategisten Ajay Kapur, der mit der typisch amerikanischen Veranlagung zum Revolverkapitalismus, den ja nicht nur Michael Moore so exemplarisch beschreibt und bekämpft, genau das schon seit 2005 in die Praxis umgesetzt hat, was von der deutschen Banditentruppe Kohl-Genscher 1982 als "geistig-moralische Wende" proklamiert und unter dem Marktetingslogan "Leistung muss sich wieder lohnen", jene Wirklichkeit in Deutschland etabliert hat, die wir schon seit 1985 unter dem Karriereleitfaden "Können? Können muss nicht sein. Kennen! Kennen muss sein!".

    Zu dumm zum zum, aber vom Netzwerk und den Seilen der geistig-moralischen Kumpane in Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Justiz von einem Posten zu nächsten gehievt werden, um dem zentralen Wirtschaftskern der Neuen Sozialen Marktwirtschaft, also der Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft von einem Einnahmerekord aus den Betrugsveranstaltungen der sogen. "Märkte" zum nächsten zu hächeln. Natürlich nicht ohne immer wieder die Endlösung der Humankapitalkostenfrage zu beschwören, wie das ja von der Gruppe Schröder-Fischer so genial wie terroristische mit der sogen. Modernisierungs- und Reformpolitik umgesetzt worden war.

    Heute steht nicht nur Griechenland vor der Bedingungslosen Kapitulation gegenüber den Finanzspekulationskriminellen (den Märkten), sondern eben auch die Bundesrepublik Deutschland, die ihrer breit gestreuten Vermögensstruktur inzwischen ja auch schon derart entledigt wurde, dass dieses Neue Deutschland heute ein real-existierender Besitzstandsfeudalstaat ist, dessen 'Führungselite' schon längst wieder als Neue Nazitruppe agiert, natürlich in fester transatlantischer Verbundenheit mit den amerikanischen Eliten der amerikanischen Plutonomy und deren Plutonomics, die sich ja noch immer in der Eliteloge "sculls & bones" - Totenkopf und gekreuzte Knochen, die ja auch dem Volksgenossen Himmler als Symbol für die Überlegenheite der teutschen Herrenmenschenelite diente.

    Und so steht diese Neue Deutschland heute faktisch dort, wo Griechenland schon seit dem Jahre 2005 angelangt ist, alsd die großen Deals mit den 'default currency swaps' von Goldman Sachs, der Deutschen Bank, Morgan Stanley etc. zusammen mit den griechischen Plutonomisten der Nea Demokratia und der Pasok ausgeheckt und realiesiert wurden. Finanzbetrug vom feinsten: Bankrottbetrügereien, die natürlich gänzlich legal und vollkommen unjustitiabel sind, denn die Herren, die heute die Justiz zu einer Willkürjustiz gemacht haben und machen, zählen diese Finanz- und Wirtschaftskriminellen des sogen. Bankensektors resp. "der Märkte" ja zu ihrer eigenen Speziese, Familie oder zu ihrem eigenen "Stand".
  8. #127

    ...

    Zitat von gazettenberg Beitrag anzeigen
    Und alle Leistungen, die ich damit einkaufe, darf ich dann schwarz und steuerfrei einkaufen? Nö, glaube ich Ihnen nicht.
    was sie glauben ist eine sache.. ob sie das richtige glauben eine andere! die mehrwertsteuer beträgt in griechenland momentan 23%...
    wenn sie hier ins restaurant gehen und der wirt ihnen die mehrwerststeuer berechnet er diese aber nicht abführt sind sie dann auch schuld?
  9. #128

    Beruhigt.

    Zitat von famulus Beitrag anzeigen
    (...)Neulich zeigte man in der BBC einen Elektromeister in Athen mit 10 Beschäftigten, der besaß 4 Posche Cayenne, drei Häuser etc und nun war er pleite. Auch die anderen befragten Griechen hatten in Saus und Braus gelebt. Keiner wollte die Drachme zurückhaben. Warum war das so? Weil die Politiker mit Geld um sich schmeißen konnten - Geld aus EU-Töpfen.
    Nun ist keine Suppe mehr da und das hungernde Kind schreit böse und bockig.
    In Deutschland ist dank Ludwig Erhardts Politik der Wohlstand aus eigener Kraft erarbeitet worden. Merkel und Schäuble opfern diesen Wohlstand und die SPD/Grüne-Granden wollen noch mehr opfern. Danke, nicht mehr!
    Da bin ich aber beruhigt,dass der Bericht in der britischen BBC lief;die kann man nämlich nicht so locker als Nazibande beschimpfen.Ich bin bei GR auch hin- und hergerissen;einerseits die wirklich Armen,die es ja jetzt gibt,an deren Armut aber nicht D ursächlich schuld ist.Andererseits liest man in der durchaus seriösen Presse,dass zumindest bis vor kurzem Arbeiter bei Staatsbetrieben ein Einkommen hatten,das dem von Diplomierten bei uns gleichkam.Und dazu noch zusätzliche Monatsgehälter und - als Sahnehäubchen - wenig bis keine Steuern darauf bezahlt.Da darf man sich nicht wundern,wenn alles schiefläuft.Ehrlich gesagt befürchte ich,dass der Schlendrian so weitergehen wird.Mich wundert auch,dass unsere Freunde in der EU bis vor kurzem gegen jede Abgabe weiterer Souveränität an die - nicht wirklich demokratisch gewählte - EU-Kommission unter Herrn Barroso eintraten,während Deutschland offenbar nicht schnell genug auf seine Souveränität (und damit seine Hoheit über Einnahmen und Ausgaben) verzichten konnte.Momentan ist es umgekehrt.Unsere Freunde sind plötzlich auch für weitere Vollmachten für Brüssel.Die deutschen (Noch-)Fleischtöpfe locken eben.Käme es dazu,würden Barroso&Co. schalten und walten wie sie wollten und der deutsche Michel kräftig nach Brüssel überweisen,damit die dortige Bürokratie das Held in alle Himmelsrichtungen verteilen könnte...
    P.S.Ich vergaß ja ganz,dass Deutschland so vom Euro profitiert,während die Anderen - glaubt man der Politmär - den Euro nur Deutschland zuliebe mitmachen.Selten so gelacht!
  10. #129

    No 3

    Zitat von teutonischelyrik Beitrag anzeigen
    Was ist schon „menschlich“ wenn ich sage, dass es menschlicher ist, einen Glauben zu haben als eine Überzeugung?
    Die Überzeugung kommt von außen, der Glaube kommt von innen.
    Wichtiger für das menschliche Leben ist, was von innen kommt.

    In unserem Kulturkreis ist die innere Waage kaputtgegangen.
    Das kann vielleicht erklären, wieso Menschen, die z.B. in Indien leben, glücklicher, nein, das ist ein falsches Wort, ruhiger sind als die Menschen in Europa.
    In Einklang mit der Welt zu leben, das ist, was uns fehlt.
    Also auf Ihre Frage antworte ich, dass ja, es ist menschlicher einen Glauben zu haben.


TOP



TOP