Konsequenzen aus "Concordia"-Unglück: Reederei Costa verschärft Sicherheitsregeln

DPAZentrale Kontrolle über Routen, verbesserte Sicherheitsübungen: Die italienische Reederei Costa Crociere hat neue Regelungen für ihre Kreuzfahrtschiffe eingeführt. Damit will sie Probleme vermeiden, die bei dem "Concordia"-Unglück fatale Folgen hatten.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...831536,00.html
  1. #10

    ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zentrale Kontrolle über Routen, verbesserte Sicherheitsübungen: Die italienische Reederei Costa Crociere hat neue Regelungen für ihre Kreuzfahrtschiffe eingeführt. Damit will sie Probleme vermeiden, die bei dem "Concordia"-Unglück fatale Folgen hatten.

    Costa Concordia: Reederei verschärft Sicherheitsregeln - SPIEGEL ONLINE
    Man kann so etwas gradlienig und konsequent angehen oder eben herumeiern!
    Mal ne story aus der Praxis, passend zum Thema.
    Im Indischen Ozean Mann über Bord Manöver, Dummy von der Brücke bei voller Fahrt, Generalalarm, Schiff mittels "Williamson turn" auf Gegenkurs, Rettungsboot klargemacht, ausgeschwungen, besetzt, nur sprang der Motor nicht an. mit den verbliebenen Besatzungsmitgliedern das andere Boot klargemacht ausgeschwungen, Dummy eingefangen, nach 8 Minuten im Boot, nach 15 Minuten R-Boot an Deck.
    Der Kapitän rastete auf der Brücke aus, weil wir, der I.Offz und ich als II.Offz. ihn über den Fortgang des Manövers informiert hielten, da von ihm aber nichts kam, das 2.Boot ohne ausdrückliche Order zu Wasser brachten und das Manöver, die Rettung eines "Menschen", zügig bewerkstelligten!
    Ich fragte dann den I.O. was wir denn tun sollten im Ernstfall, wenn der Kpt. so reagiert? Lakonische Antwort: " Ich hau ihm auf´s Maul und sperre ihn in die Brückentoilette!"
  2. #11

    Zitat von georg_k Beitrag anzeigen
    Sicher eine gelungene Idee von Costa Crociere, die Befugnisse des Schiffsführers zu beschneiden. Ich befürchte allerdings, selbst Costa Crociere steht nicht über dem Recht.
    Nach internationalem Recht (KVR) ist der Schiffsführer allein verantwortlich für die Führung des Schiffes, eventuelle Abbergemaßnahmen usw..
    Was soll also "Beschneidung der Befugnisse" heißen? Vielleicht, dass es dem Schiffsführer nicht erlaubt ist, eine Havarie zu verursachen? Das wäre eine innovative Organisation der Prozesse mit, sicher, durchschlagendem Erfolg.
    Das internationale Recht, die Resolutionen der IMO, kann sich ja auch weiterentwickeln. Ich beschäftige mich von Berufs wegen in letzter Zeit öfters mit Dynamic Positioning, und mir fällt da - wenn ich es einmal philosophisch betrachte - eines auf: Im Dynamic Positioning nach DP2 und DP3 fordert man Redundanz. Das ganze muss weiterhin sicher funktionieren wenn eine (nicht zwei) Komponente ausfällt. Was wäre, wenn man diese Philosophie auch auf die Seefahrt, zumindest die Kreuzfahrtschiffe, verallgemeinert und nicht nur jede einzelne Ruderanlage, jeden einzelnen Propeller, jedes einzelne Bugstrahlruder als Komponente betrachtet, sondern eben auch den Kopf des Kapitäns und dessen Inhalt? Das wäre doch konsequent. Leider ist das keine technische Komponente, wo es einfach wäre zu definieren ob sie kaputt ist oder nicht. Gilt ein Schettino als defekt wenn er anfängt zu heulen? Gilt er als defekt wenn er aus Versehen in ein Rettungsboot purzelt und an Land wieder zu sich kommt? Ich glaube schon, dass man bei den heutigen Möglichkeiten der Kommunikationstechnik die Entscheidung, ob der Kapitän seiner Funktion enthoben sei, zumindest in Küstennähe an eine Instanz an Land abgeben kann.
  3. #12

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die italienische Reederei Costa Crociere hat neue Regelungen für ihre Kreuzfahrtschiffe eingeführt.
    Na endlich! Wird die Reling auf Schiffen und Rettungsbooten nun entsprechend erhöht, damit nie wieder ein Kapitän unwiederbringlich in ein letzteres stolpert?
    Was muss das eine Seelenqual gewesen sein: Gefangen auf einem Rettungsboot, keine Möglichkeit zur Rückkehr an Deck. Furchtbar...