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Konjunktur: Jobmisere dämpft Kauflaune der US-Verbraucher

Die aktuellen Wirtschaftsdaten entpuppen sich kurz vor den Wahlen als echtes Handicap für die Demokraten: Die US-Verbraucher haben im September deutlich weniger Geld für den privaten Konsum ausgegeben als von Experten vorausgesagt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...726527,00.html
  1. #1

    Sinnvoller wäre die echte Arbeitslosenzahl.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die aktuellen Wirtschaftsdaten entpuppen sich kurz vor den Wahlen als echtes Handicap für die Demokraten: Die US-Verbraucher haben im September deutlich weniger Geld für den privaten Konsum ausgegeben als von Experten vorausgesagt.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...726527,00.html
    Es wäre sicher vernünftiger, im Rahmen einer solchen Meldung, die echten Zahlen, also statt 15 Millionen und 9,6 %, besser die rund 35 Millionen also rund 20 % zu nennen.

    Wenn die USA ihren Haushalt weiter so verteilen, dass die diversen Kriege im Ausland die Staatsverschuldung exorbitant in die Höhe katapultieren und gleichzeitig weiter Luftgeld von der FED gedruckt wird um eine Binnenkonjunktur anzuwerfen, die 35 Millionen ihrer Bürger außen vor läßt, dann wird das nichts mit dem Aufschwung.

    Aus der Sicht der Hochfinanz in den USA kann man das natürlich anders sehen. Hier geht es mit den Kriegen nur um das return on investment. Werden die Rohstoffe ausgebeutet, wird auch vom Schuldner die Zinslast bedient. Rückzahlung von Darlehen ist in diesem System ja ohnehin nicht vorgesehen.
  2. #2

    ...die Politik lässt sie im Stich

    als ich ein kleiner Junge war, klebte am Schaufenster meines Fahrradhändlers in Berlin ein Plakat: "Kauft Fahrräder aus Cina - aber holt euch eure Rente auch dort!" Inzwischen sollte man sich auch seine Stütze dort holen. Und es ist völlig Wurst, ob ich in Berlin, Paris oder New York immer nur die allerbilligsten China-Produkte anschaffe, das ruiniert langfristig die Wirtschaft aller Länder (ausser China selbstverständlich)- und dann sollen es die jeweiligen Politiker richten.
    Na schön, einverstanden! Aber schon jetzt geben z.B. die USA für jeden eingenommenen Dollar Zwei aus!!! Der Einzige der davon profitiert ist der Hersteller der Dollar-Druckmaschinen - die welch Frage - natürlich aus Deutschland kommen!
    Ich gebe dem US-Dollar höchstens noch zwei Jahre - und erst DANN werden wir sehen, was "Arm in Amerika" wirklich bedeuten wird!
  3. #3

    Die USA sind an der Grenze ihrer überdrehten Wirtschaft: Es geht deutlich bergab

    Die USA erleben eine klassische volkswirtschaftliche Abwärtsspirale. Allerdings ist diese letztlich noch schlimmer als frühere Krisen, weil die derzeitigen Zustände das Resultat eines aufgedopten Überkapitalismus eines von hochgestapelten Pyramidenschemas aufgeblähten Finanz- und Kreditsystems sind ("Kreditblase").

    Die derzeitige Foreclosure Krise (Einfamilienhäuser, deren Besitzer ihre monatlichen Hypotheken-Abzahlungen nicht mehr leisten können und die Häuser deshalb von den Banken übernommen werden), ist noch lange nicht ausgestanden. Auch sind die finanziellen Belastungen von vielen Millionen von Haushalten, die ihre monatlichen Haus-Abzahlungen leisten, so hoch, dass sie schlichtweg etwas traditionell sehr unamerkanisches tun: sparen, zumindet eben in ihrem Verhalten als Verbraucher ihren Konsum zurückzuschrauben.

    Auch induziert in den USA das Bevölkerungswachstum (Netto-Geburtenüberschuss etwa 1,5 Millionen Menschen pro Jahr plus etwa 1 Million legale Zuwanderung) ein Dilemma des ständigen Wachstums der Anzahl der Erwerbstätigen in der amerkanischen Volkswirtschaft. Nach diesen demografischen Grundlagen muss die amerikanische Wirtschaft mittelfristig mindestens 100.000 mehr Arbeitsplätze pro Monat(!) schaffen, nur um den Wachstum der Bevölkerung und damit auch der Anzahl der Erwerbstätigen aufzunehmen.

    Fur dieses notwendige Wachstum der Anzahl der Arbeitsplätze ist nach traditioneller kapitalistischer, marktwirtschaftlicher Volkswirtschaftslehre ein deutliches Wirtschaftswachstum notwendig. Hierzu sind die Analysen sehr pessimistisch: siehe z.B. The Economy Is Growing -- But Jobs Aren't Following:
    A growth rate of 5 percent or higher is needed to put a major dent in the nation's 9.6 percent unemployment rate.
    Nach der Lektüre vieler solcher pragmatisch-pessimistischer Analysen und Kommentaren in den amerkanischen Medien ergibt sich die grundsätzliche Frage, wie es denn mit der amerikanischen Gesellschaft weitergeht. Nicht zuletzt wegen der immer noch bestehenden Eigenschaft des US-Dollars, die weltwirtschaftliche Reservewährung zu sein, werden auch wir in Europa die Folgen zu spüren bekommen. Denn die USA mit ihrer US-Dollar-Währung ist ja immer noch wie die Bank im Monopoly-Spiel der Weltwirtschaft.

    Wie lange das noch so weitergeht, und wann und wie das Ende des Weltfinanzimperiums des US-Dollars über uns alle hereinbrechen wird, darüber gibt es viele Szenarios. Die meisten dieser Szenarios sind nicht gerade ermutigend.

    Fur das umittelabre Thema des zurückhaltenden Verbraucherverhaltens in der amerikanischen Wirtschaft gibt es jedenfalls Grund zum Pessimismus: Wenn wirklich die ewig uberverbrauchenden, grundsätzlich auch tief verschuldeten Amerikanischen Privathaushalte ihren Konsum anhaltend und grundsatzlich zurücknehmen, dann muss es um die USA sehr schlecht bestellt sein.

    Damit manifestiert sich auch ein Scheinparadox, dass allerdings in der klassischen Makroökonomie zum Standardlehrstoff gehört: wenn alle Verbraucher anfangen, aus vorausschauender wirtschaftlicher Vorsicht mehr zu sparen, dann schadet das der Volkswirtschaft in dem Sinne, dass es eine Wachstumsbremse ist. Insbesondere in einer Volkswirtschaft wie der der USA, wo (auch gemäß des SPON Artikels) ewta 70% der Wirtschaftsleistung vom Inlandskonsum abhängen.
  4. #4

    Noch nicht am Boden angekommen, sind die USA

    Zitat von Uwe4270 Beitrag anzeigen
    Die USA erleben eine klassische volkswirtschaftliche Abwärtsspirale. Allerdings ist diese letztlich noch schlimmer als frühere Krisen, weil die derzeitigen Zustände das Resultat eines aufgedopten Überkapitalismus eines von hochgestapelten Pyramidenschemas aufgeblähten Finanz- und Kreditsystems sind ("Kreditblase").

    Fur das umittelabre Thema des zurückhaltenden Verbraucherverhaltens in der amerikanischen Wirtschaft gibt es jedenfalls Grund zum Pessimismus: Wenn wirklich die ewig uberverbrauchenden, grundsätzlich auch tief verschuldeten Amerikanischen Privathaushalte ihren Konsum anhaltend und grundsatzlich zurücknehmen, dann muss es um die USA sehr schlecht bestellt sein.

    Damit manifestiert sich auch ein Scheinparadox, dass allerdings in der klassischen Makroökonomie zum Standardlehrstoff gehört: wenn alle Verbraucher anfangen, aus vorausschauender wirtschaftlicher Vorsicht mehr zu sparen, dann schadet das der Volkswirtschaft in dem Sinne, dass es eine Wachstumsbremse ist. Insbesondere in einer Volkswirtschaft wie der der USA, wo (auch gemäß des SPON Artikels) ewta 70% der Wirtschaftsleistung vom Inlandskonsum abhängen.
    und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wer mit in diesen Abwärtsstrudel gerissen wird, wenn die letzte Blase der Staatsanleihen platzen wird.
    GB hat ja schon gezeigt wo der Hase lang läuft.
    Notfalls wird noch radikaler gespart und den Menschen erzählt, dass ein "ausufernder" Sozialstaat mit sozialen Errungenschaften Kommunismus ist und man sich das zu Gunsten der Börse & Banken eben nicht mehr leisten kann.
    Auf dem selben Pferd reiten ja momentan auch die Republikaner mit ihrer Tea Party.

    Wir sollten uns mit Häme zurückhalten:

    Brüderle & Co. lassen sich wieder von einem Aufschwung blenden, der wieder nur vom Export getragen wird.
    Leider stehen viele Importländer, wie z.B. die USA vor dem Kollaps bzw. Länder wie GB legen rigorose Sparprogramme auf.
    Wer soll all die schönen Sachen "Made in Germany" noch bezahlen?
    Arbeitslose, überschuldete Volkswirtschaften oder leihen wir in Zukunft den USA, ähnlich wie Griechenland, erst Geld oder gehen Bürgschaften ein, damit diese weiterhin über ihre Verhältnisse bei uns einkaufen?

    Die Zeiten des künstlichen Wirtschaftwachstums aufgrund von kreditfinanzierter (künstlicher) Nachfrage ist vorbei!

    Die USA brauchen, dringender denn je, einen NEW DEAL wie unter Rossevelt, parllel einen Währungsschnitt inkl. eines kalten Entzugs von der Droge "billiges Geld".
    Anders bekommt man den Brand nicht mehr in den Griff.

    Gruß

    Gman


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