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Konjunktur: Exporte beflügeln deutsche Wirtschaft

APDeutschlands Wirtschaft ist im ersten Quartal deutlich gewachsen. Hauptgrund ist ein Anstieg der Exporte. Doch die Aussichten sind düster: Die Industrie ist im Mai so stark geschrumpft wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Auch der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Mai gesunken.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...834871,00.html
  1. #30

    Ja, natürlich, bevor weder aktuelle "Ideen" wie "Eurobonds" vom Tisch noch Griechenland politisch in halbwegs trockenen Tüchern ist, wird man sich nur bedingt "freuen" können.
    Die in den letzten Wochen augenscheinlich für die Schuldenmacher - gegen dringende Strukturreformen - in Europa erstarkende Politik kann nicht spurlos an den Märkten vorbeigehen.

    Obwohl Deutschland den betr. Europäern mit bestem Beispiel und Beleg für eine erfolgversprechende Wirtschaftspolitik vorangegangen ist und geht, beharren die Politiker in Frankreich, Italien & Co. auf ihrer alten - offensichtlich kontraproduktiven - Politik und wollen diese von denen, die erfolgreich gespart haben wie Strukturreformen angegangen sind, nun auch noch bezahlt haben. Die "glorreiche Idee" der Transaktionssteuer als Mittel "gegen Ungerechtigkeit" oder auch nur als geeignetes Refinanzierungsinstrumnet vergurkter Haushalte hält sich ja inzwischen ebenso hartnäckig wie Astrologie... Dabei ist absehbar, das eine solche Steuer in der Praxis vor allem die großen, globalen Finanzinstitute stärkt und dem Rest blind Sand ins ökonomische Getriebe streut. Die Idee, man könne "Finanzstransaktionen" als solche zu fassen bekommen wie gar von jedweder anderen Buchung unterschieden bekommen, ist naiv wie praxisfern - ich könnte wetten, das insbesondere große globale Finanzunternehmen eine solche Steuer dann befürworten, wenn sie weltweit durchgesetzt würde, stärkte sie doch deren Marktpositionen wehement...

    Dabei ist es lange nicht so als würde Merkel / Deutschland allein dastehen - neben anderen europäischen Staaten wie Irland, Österreich, Niederlande u.a. sehen auch viele Bürger der betr. Länder die neue Schuldenlobby kritisch und nicht wenige Franzosen schauen inzwischen hoffnungsvoll in Richtung Deutschland. Zwar sind bis dato immer noch 51 der Deutschen gegen die Übernahme von Kosten und Risiken dieser Länder - nur 38% dafür - doch die Atomausstiegsszenerie hat uns ja gezeigt, wie schnell auch die Stimmung in Deutschland binnen wenigen Wochen umzuschlagen in der Lage ist. Ob die Deutschen tatsächlich bereit sind, auf soziale Leistungen und Privilegien zu verzichten - gleichzeitig anderen Ländern den Erhalt dieser zu finanzieren - wird sich noch zeigen müssen. geht es nach nicht wenigen Deutschen, sollten wir ja selbst in die Politik wechseln, die Frankreich, Portugal, Italien, Griechenland ebendie Probleme brachten, in denen diese heute stecken. Wenn's dem Esel zu gut geht - geht er auf's Eis tanzen. Zurückhaltung bleibt - was auch passiert - baW wohl angesagt...


    Beste Grüße,


    Niels Dettenbach.
  2. #31

    Zitat von impeerator Beitrag anzeigen
    Wie es in den Medien in den letzten Jahren üblich geworden ist, wird auch hier mal wieder vollkommen übertrieben.
    Erstens sagt der Geschäftsklimaindex nichts darüber aus, ob die Wirtschaft tatsächlich geschrumpft ist. das wird man erst nach Ende des Monats Mai überhaupt sehen können. Der Geschäftsklimaindex ist meiner Meinung nach ein undurchsichtiger Schätzwert, der eigentlich nur aussagt, ob die befragten Manager gerade in guter oder.......

    Das stimmt natürlich, ein geringeres Wirtschaftswachstum ist keine Rezession. Und daher wird man natürlich auch gerne weiter Schulden machen, zwar nur ein paar weniger, aber man nennt das dann "Sparen".
  3. #32

    zwei einfache makroökonomische regeln

    fängt der staat an zu sparen, so fängt die gesamte volkswirtschaft an zu sparen, aufgrund der erwartung bald weniger geld zur verfügung zu haben.
    betreibt der staat eine expansive fiskalpolitik, führt dies zum crowding-out der exporte, die uns mit verlaub gesagt die letzten jahren relativ gut aussehen lassen. das output-wachstum wird durch diesen effekt also gedämpft. außerdem trügen wir dazu bei dass der eur gegenüber dem usd noch weiter abwertet, was für unsere exporte vielleicht nicht schlecht ist, für die finanzmärkte jedoch durchaus negative folgen hat.
    alles nicht so leicht, wie hier manch einer es gerne hätte, die makroökonomie.
  4. #33

    Zitat von phulk Beitrag anzeigen
    fängt der staat an zu sparen, so fängt die gesamte volkswirtschaft an zu sparen, aufgrund der erwartung bald weniger geld zur verfügung zu haben.
    Die Erwartung wäre ja auch richtig: Gibt der Staat weniger aus, haben andere Wirtschaftssubjekte weniger Einnahmen.

    betreibt der staat eine expansive fiskalpolitik, führt dies zum crowding-out der exporte,
    Unter Crowding-Out versteht man eigentlich etwas anderes, aber sei's drum. Sie meinen hier offensichtlich, dass durch die zusätzliche Staatsnachfrage (wobei es bei Deutschland gar nicht um zusätzlich geht, sondern nur um nicht weniger) die inländische Nachfrage insgesamt steigt, wodurch auch die Importe steigen und so der Exportüberschuß sinkt. Dies ist wzar richtig, aber doch durchaus erwünscht.


    die uns mit verlaub gesagt die letzten jahren relativ gut aussehen lassen.
    Das ist so nicht richtig. Um BIP-Wachstum zu generieren, reichen weder hoch noch steigende Exporte, sondern der Exportüberschuss muss steigen, also die Differenz zwischen Exporten und Importen muss immer größer werden. Das Gegenteil gilt dann für unsere Handelsparter, deren Defizit wird so immer größer. Offenkundig ist es also nicht möglich, dauerhaft über den Export zu wachsen.

    Von 2000 bis 2007 konnte Deutschland so über einen steigenden Überschuß Wachstum generieren (auf Kosten der heimischen Nachfrage). In der Krise 2008/09 wurde das gesamte so erzielte, kumulierte Wachstum jedoch in wenigen Quartalen vernichtet. In den Rezessionsquartalen leisteten die Netto-Exporte einen deutlich negativen BIP-Wachstumsbeitrag - es wurden zwar weiter Überschüsse erzielt, aber sinkende.
  5. #34

    Zitat von kantundco Beitrag anzeigen
    Eine dritte Alternative gibt es zur Bewertung dieses Kommentars wohl nicht. Natürlich muss man die Ausgaben runterfahren. Einsparmöglichkeiten gibt es genug. Oder wollen Sie die Fleißigen in diesem Land noch mehr auspressen als dies schon mit Steuern, Abgaben, Inflation, Gebühren etc. gemacht wird.
    Das will wohl kein Forist. Wobei die Fleisigen wohl unterschiedlich defeniert werden.

    Reiche belasten möchten ebenfalls die wenigsten Foristen. Ich wäre dafür, weil gerade die Vermögenden von den Bankenrettungspaketen profitiert haben.

    Welche Sparmaßnahmen schlagen Sie denn vor? Sehen die Sparmaßnahmen genauso aus wie Merkel, die EU und der IWF in G oder S durchsetzen wollen?
  6. #35

    Zitat von uezegei Beitrag anzeigen
    Das stimmt natürlich, ein geringeres Wirtschaftswachstum ist keine Rezession. Und daher wird man natürlich auch gerne weiter Schulden machen, zwar nur ein paar weniger, aber man nennt das dann "Sparen".
    Wir können es auch Ausgabenkürzungen nennen. Die Ausgaben können wir auch immer weiter kürzen. Wäre vielleicht möglich, nur es wird immer und immer und immer wieder an den gleichen Stellen gekürzt. Die da wären Soziales,Bildung, Polizei, Feuerwehr, Infrastruktur. Und wenn wir dann diese Positionen auf Null gekürzt haben, was dann?








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