Oh, man interessiert sich auch, wenn Flüchtlinge nach Europa kommen. Ich versuche immer noch raus zu bekommen, was genau eigentlich FRONTEX so treibt. Man hört ja nicht viel, aber was man hört ist nicht gerade beruhigend.
Mich würde z. B. brennend interessieren, wer die eigenlich mandatiert und vor allem kontrolliert.
Letztens erschien in der TAZ ein Interview mit einem der Manager dieses Vereins und ich muß sagen, selten habe ich ein Interview gelesen in dem Fragen so konsequent nicht beantwortet wurden.
Jedesmal, wenn eine von der UNO mandatierte millitärische Intervention auch nur angedacht wird, wenn nur eine moderate Unterstützung von AU-Truppen in Betracht gezogen wird, geht lautes Gezeter über diese angebliche Kriegstreiberei los.
Von FRONTEX haben die meisten noch gar nix gehört, noch nicht mal die eingefleischtesten Pazifisten!
Und ich fürchte, die meisten wollen davon auch nix hören, weil es viel bequemer ist, die eingeschliffenen Denkmuster abzurufen, die da lauten: Kriege in Afrika entstehen, weil die gierigen Amis scharf auf die Bodenschätze (besonders beliebt: Öl!) sind. Die gut geölte anti-imperialistische Empörungsmaschine also.
Oder - zunehmend beliebter - ein nur dürftig verbrämter Rassismus, der schlicht besagt, die Afrikaner kriegen halt nix aufn Pin und sollen sich mal ein Beispiel an Asien nehmen (oder Südamerika).
Das könnte zu der Erkenntnis führen, daß sich für Afrika kaum einer ernsthaft interessiert - Afrika aber immer noch bestens als selbstreferentielle Projektionsfläche geeignet ist.

Antworten / Zitieren

