REUTERSDie Waffenruhe in Syrien wird bislang offenbar eingehalten - aber kann das Land wirklich befriedet werden? Die Schriftstellerin Samar Yazbek hat den Aufstand gegen das Assad-Regime dokumentiert. Im Interview spricht sie über Folterknechte, die Rolle der Frauen in der Revolution und die Hoffnung auf einen Neubeginn.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...826867,00.html
Das geführte Interview hört sich recht glaubwürdig an, aber dazu wird hier nicht viel geschrieben. Während der skrupellose und in einer Traumwelt lebende Assad sich und seinem Clan gut gehen lässt, morden seine Schergen fleißig weiter. Gute Nacht Syrien.
morden allerdings nicht die "Schergen" weiter, denn deren Waffen schweigen seit heute morgen, allerdings müssen sie sich vor den im Hinterhalt operierenden "Aktivisten" schützen. Oder würden Sie diesen Gangstern vertrauen? Klar, dass der Westen momentan enttäuscht ist, weil der Annan-Plan leider von Assad befolgt worden ist u. der Türkei noch nicht die Nato "zu Hilfe" kommen kann. Das war der Pentagon-Plan u. er bleibt es. Allerdings muss terminlich etwas nach hinten verschoben werden. Ein Brecher der Waffenruhe wird sich sicher finden lassen. Es sickern doch genug Saboteure nach Syrien ein.
Die Entrüstung der Frau Yazbek wirkt authentisch, aber ich glaube, dass einige Äusserungen/Sichtweisen von ihr naiv bzw. mit Vorsicht zu geniessen sind:
"SPIEGEL ONLINE: Zuletzt waren Berichte zu lesen, nach denen auch der syrischen Opposition vorgeworfen wird, zu foltern. Kann man Gut und Böse in Syrien noch unterscheiden?
Yazbek: Es stimmt, dass es Racheakte gibt. Nach einem Jahr der brutalen Reaktion auf diese Revolution kommt so etwas vor. Aber das sind begrenzte Fälle, die nicht mit dem Vorgehen des Regimes vergleichbar sind."
==> Die implizite Behauptung, es habe vermeintlich ein Jahr gedauert, bis die Opposition gewalttätig geworden sei ist völlig irreführend. Ab spätestens Mai 2011 gab es einschlägige Berichte und sogar Videoclips von ermordeten "Spionen" des Regimes. Jede blutüberströmte Leiche bekam das Label "Shabiha-Folterknecht" oder ähnliches, als ob in einem fairen Gerichtsverfahren die Schuld des Ermordeten nachgewiesen worden wäre.
Ferner würde ich nach allein mehreren Hundert Hinrichtungen in Homs nicht von "begrenzte Fälle" sprechen.
"Yazbek: Er und sein Clan fühlen sich als Herrscher und betrachten das Volk als ihre Sklaven. Selbst wenn Hundertausende sterben - das berührt sie nicht."
==> Das ist eine spekulative emotionale Aussage. Im Gegensatz zu Theokratien wie Iran oder Saudi Arabien denunziert und dämonisiert das Regime die Opposition nicht ethnisch/konfessionell. In Iran hatte bspw. ein radikaler Geistlicher über den Umgang mit der grünen Bewegung gesagt, selbst die Hinrichtung von 70000 Menschen sei für eine gerechte Sache angemessen.
"Yazbek: Nein. Sie sind bereit, bis zum Letzten zu gehen. Sie sind bereit, die Rolle des Teufels zu spielen: Sie lassen Bomben in Syrien explodieren und behaupten, das seien die Salafisten gewesen. "
==> Hat Frau Yazbek dafür Belege? Keine Regierung der Welt lässt in seiner Hauptstadt Bomben hochgehen, die Dutzende Sicherheitskräfte töten. Medialer und (gegen die Opposition) hetzerischer wäre doch eine Explosion auf einem Marktplatz mit einem anschliessenden gefälschten Al Qaida Bekenntnisvideo gewesen.
Die Türkei beschwerte sich massiv darüber, dass Schüsse von syrischer (Regierungs)Seite auf türkisches Territorium einschlugen. Ein Minister drohte auch implizit Konsequenzen an.
Was verschwiegen wurde: Die Schüsse fielen nachdem eine Gruppe von Rebellen einen Armeestützpunkt angriff, sechs Soldaten tötete und anschliessend wie selbstverständlich über die Grenze in die Türkei floh. Soldaten verfolgten die Gruppe und schossen auf sie.
Was lernen wir daraus?
1. Das was die Türkei, die Nato und andere Assadfeinde als "Flüchtlingslager" bezeichnen hätte man im Falle der Hisbollah, der Hamas und der Taliban als "Terrorcamp" bezeichnet.
2. Das "Terrorcamp" beherbergende Land wäre der Terrorismusförderung und -unterstützung bezichtigt und mit Konsequenzen bedroht worden.
3. Die Türkei lässt bewusst zu, dass von ihrem Territorium Angriffe auf ein Nachbarland geführt werden und beschwert sich allen Ernstes über Schüsse der zuvor überfallenen syrischen Armee. Die selbe, doppelmoralische Türkei beschwert sich aber bei Zeiten massiv bei der irakischen Regierung, wenn die PKK von dort in die Türkei eindringt und türkische Soldaten tötet. Im Gegenzug lässt die Türkei ihre Luftwaffe Angriffe tief im Norden Iraks durchführen. Das ist aber natürlich OK...
Bis zu einem Punkt des Interviews hörte sich ja noch alles plausibel und richtig an. Aber dann:
Yazbek: "...Sie lassen Bomben in Syrien explodieren und behaupten, das seien die Salafisten gewesen...Gesellschaft zu spalten und in den Menschen die Bestien zu wecken. Sie sind bereit, bis zum blutigen Ende zu gehen und das Land zu zerstören. Ich habe in der modernen Geschichte kein vergleichbar teuflisches Regime gesehen."
oder
Yazbek: "Natürlich...nach dem Sturz der Diktatur...Probleme haben.
...Religion eine größere Rolle spielen, und die Menschen werden extremistischer werden. Die einzige Lösung ist aber Demokratie. Es wird eine Zeit des Chaos geben, es wird dauern, bis Syrien wieder aufgebaut wird. Die Islamisten werden mit Sicherheit zunächst und vorübergehend an die Macht kommen - aber ich habe Hoffnung, das wir nach einer Zeit des Chaos und der Brutalität eine echte Demokratie haben werden. Wir müssen da durch."
Auch wenn es erst einmal extremistischer werden wird, mit vielen Toten und Brutalität und Chaos und extremistischer Religion...aber dann kommt die Demokratie.
Ja, ist klar...durch welchen Irrgarten der Gedanken ist diese Frau denn gelaufen? Ist halt dann Kollateralschaden und gehört zu einem Regierungswechsel halt dazu.
Tut mir Leid, aber nach diesen Aussagen war für mich das Standing dieser Partriotin passe.