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Konferenz-Kritzeleien: Kreative zeichnen Sterne, Egomanen ihren Namen

Ob Informatiker, Pfarrer oder Neurologe: Bei öden Meetings greifen alle gern zum Stift. Was sie da kritzeln, wissen die Nebenbei-Zeichner*oft selbst nicht genau.*Sechs Bürokünstler zeigen ihre schönsten Werke - und Psychologen verraten, wie man sie deuten kann.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...798384,00.html
  1. #10

    Noch was

    Zitat von x-beliebig-und-anonym Beitrag anzeigen
    2. Es gibt sogar ein (zwar nicht Mainstream aber dennoch) absolut ernst zu nehmendes Buch über ADHS, welches ADHS als Folge frühkindlicher Traumata ansieht (http://www.amazon.de/Aufmerksamkeits...p/3794526538/). Einerseits ist der in jenem Buch beschriebene Ansatz ein gerade in der Therapie von Jugendlichen und Erwachsenen oft sehr guter Ansatz. Andererseits muss man dazu aber auch wissen, dass Herr Dr. Dietrich (a) nicht die klassische ICD-10 Norm für ADHS verwendet, und (b) auch sein Verständnis von Traumata dafür keineswegs eine vorrausgehende Mißhandlung oder gar Mißbrauch vorraussetzt. Das geht eher in die Richtung wie sie von Johannes Drischel als "an-erschrecken" bezeichnet wird (http://www.emoflex.de/Lernblockaden.html).
    Danke für den Buchtipp.
    Aber wenn ADHS als Misshandlungsfolgen genannt wird ist es doch vorsätzliche Ablenkung vom Täter. DANN muss der Therapeut auch nicht konfrontativ mit den Erlebnissen umgehen, die sehr sehr viele Therapeuten nicht aushalten, weil sie selbst studiert haben um sich selbst zu therapieren. Was durch bloßes Wissen scheitern muss.
    Was ich da erlebt habe, würden sie wahrscheinlich nicht glauben...
  2. #11

    braucht keiner

    Zitat von Reluctant Beitrag anzeigen
    Ertappt und mit Posting bestätigt. Phänomenal!

    Der Artikel greift deine perfekte Person an, oder?
    Also ich fand den Beitrag treffend auf den Bericht zugeschnitten, ich Zeichne z.B. immer mein Gegenüber bzw. am Telefon, wie mein Gegenüber wohl aussehen mag und ich bin ein Narzist.
    Tüchologie und der ganze Kram ist keine Wissenschaft, sondern ein Fach für ungefestigte Menschen, die mit dem schwammigen Studium ihre kruden Weltanschauungen bestätigt sehen.
  3. #12

    ein etwas umfassenderes Entwicklungsprinzip

    Zitat von Kirk70 Beitrag anzeigen
    Danke für den Buchtipp.
    Aber wenn ADHS als Misshandlungsfolgen genannt wird ...
    Nicht ganz. Dr. Dietrich sieht ADHS als eine Art Traumafolge, nicht aber auch zwingend als eine Mißhandlungsfolge. Er setzt diese Begriffe in keiner Weise gleich. Worauf es ihm ankommt, ist der in jedem Menschen innewohnende Sicherheitssinn, der aber bei seinen ADHS Betroffenen ähnlich verfrüht und überhitzt (und damit für andere quasi irrational oder wiederspenstig erscheinend) anspringt, wie man es aus Beschreibungen von erwachsenen PTBS Patienten kennt.

    Den Schluss, auf Grund der Beobachtungen des Sicherheitssinnes, müsse dem so Betroffenen wohl ein erlittenes Traumata durch eine zumindest fahrlässige Mißhandlung oder Vernachlässigung wiederfahren sein, den zieht er aber ausdrücklich nicht. Was aber umgekehrt das Vorliegen eines solchen auch nicht für den individuellen Fall ausschließt.
    Nun, ich finde die Ausführungen von Dr. Dietrich sehr interessant und auch sehr hilfreich, aber nicht unbedingt als DIE Alternative zur ICD-10 (man kann sich nicht einfach über tausende von Forschungsarbeiten hinwegsetzen). Mir widerstreben aber monokausale Erklärungen jeglicher Art, denn die Realität sieht schließlich so aus: http://www.youtube.com/watch?v=36HquPzdxf4 Und das heißt nun mal: Entwicklung, die auf vielen Bausteinen und Einflußfaktoren beruht.
  4. #13

    Begriffe

    Zitat von x-beliebig-und-anonym Beitrag anzeigen
    Nicht ganz. Dr. Dietrich sieht ADHS als eine Art Traumafolge, nicht aber auch zwingend als eine Mißhandlungsfolge. Er setzt diese Begriffe in keiner Weise gleich...
    Ich habe ihn ja leider nicht gelesen, aber für mich gibt es zwei "Klassen" von Traumata.
    Die einen erleben Sie in der ganzen Wucht sofort und können dennoch posttraumatische Folgen haben.
    Die anderen - erheblich schlimmeren - werden komplett ins Unterbewusstsein verlagert. Sie erleben das dann gar nicht. Es arbeitet aber in Ihnen. Beide Arten von Trauma - die zweite auf jeden Fall - müssen konfrontativ verarbeitet werden, also ins Bewusstsein holen und immer wieder erneut erleben (mit neuem, guten Ausgang) bis man den Schlussstrich ziehen kann. Am besten durch eine Konfrontation mit dem Peiniger. Die zweite genannte Variante werden verdrängte Erinnerungen genannt.
    Für mich ist eine Misshandlung auch dadurch definiert, dass eine der beiden Folgen auftritt. Alles andere ist wirklich nur der Klaps auf den Po, oder eine Ohrfeige. Das ist scheiße, aber noch lange kein Trauma.
  5. #14

    der Egoistenkritzler...

    Zitat von grana Beitrag anzeigen
    Also ich fand den Beitrag treffend auf den Bericht zugeschnitten, ich Zeichne z.B. immer mein Gegenüber bzw. am Telefon, wie mein Gegenüber wohl aussehen mag und ich bin ein Narzist.
    Tüchologie und der ganze Kram ist keine Wissenschaft, sondern ein Fach für ungefestigte Menschen, die mit dem schwammigen Studium ihre kruden Weltanschauungen bestätigt sehen.
    Uff, danke, gottseidank habe ich hier einen Fuersprecher. Mir wäre fast mein Ego zusammengebrochen.

    Ich muss gleich mal jemanden anrufen, damit ich meinem Namen kritzeln kann...
  6. #15

    Energie abbauen

    Zitat von JocMet67 Beitrag anzeigen
    Uff, danke, gottseidank habe ich hier einen Fuersprecher. Mir wäre fast mein Ego zusammengebrochen.

    Ich muss gleich mal jemanden anrufen, damit ich meinem Namen kritzeln kann...
    Ich schaffe immer pro mind. 3min. Anruf ein abscheuliches Portrait, dass dann immer weiter ausgemahlt wird.
    So habe ich hier einen 50seitigen Block, der demnächst weggeworfen wird. Es gab mal eine Verwicklung, dass ich ein gegenüber gezeichnet habe, den ich schon kannte und dieser dann ins Büro gekommen ist, ups.
    Hat alles nichts mit Tüchologie zu tun, sondern nur damit die überschüssige Energie abzubauen. Derzeit beantworte ich die Mails der letzten 12 Stunden.
  7. #16

    hilfreicher Artikel heute

    Zitat von Kirk70 Beitrag anzeigen
    Ich habe ihn ja leider nicht gelesen, aber für mich gibt es zwei "Klassen" von Traumata.
    Die einen erleben Sie in der ganzen Wucht sofort und können dennoch posttraumatische Folgen haben.
    Die anderen - erheblich schlimmeren - werden komplett ins Unterbewusstsein verlagert. Sie erleben das dann gar nicht. Es arbeitet aber in Ihnen. Beide Arten von Trauma - die zweite auf jeden Fall - müssen konfrontativ verarbeitet werden, also ins Bewusstsein holen und immer wieder erneut erleben (mit neuem, guten Ausgang) bis man den Schlussstrich ziehen kann. Am besten durch eine Konfrontation mit dem Peiniger. Die zweite genannte Variante werden verdrängte Erinnerungen genannt.
    Für mich ist eine Misshandlung auch dadurch definiert, dass eine der beiden Folgen auftritt. Alles andere ist wirklich nur der Klaps auf den Po, oder eine Ohrfeige. Das ist scheiße, aber noch lange kein Trauma.
    Sie haben mich leider nicht verstanden. Verhalten, wie es typischerweise bei traumatisierten Menschen häufig zu beobachten ist, muss nicht notwendiger Weise wirklich auf ein traumatisches Erlebnis zurückzuführen sein. Ähnlich wie in dem von mir genannten Beispiel mit den Frühchen, wird in diesem heutigen Artikel über frühkindliche Eßstörungen (http://www.spiegel.de/panorama/gesel...800401,00.html) sehr schön aufgezeigt, wie so etwas auch durch unbewußte ungünstige Interaktion und ungünstige Kommunikation mit dem Kind entstehen bzw. sich entwickeln kann.

    Angedeutet ist in jenem Artikel auch, dass der Ausgangspunkt dazu durchaus auch durch hormonelle Störungen des Kindes ("Futterstörung", oder auch dass das Kind nur nachts ist) hervorgerufen werden kann. Die Mutter ist mit diesem völlig unerwarteten Verhalten überfordert und macht dann in ihrer Verzweiflung stets genau das falsche, sodass sie das Problem verstärkt, anstatt ihm entgegen zu wirken. Auch Angststörungen, Oppositionalle Störungen, usw. können ähnlich entstehen.

    Dass Gewalt (körperliche UND psychische) generell in der Erziehung nichts zu suchen hat, und ein Risiko lebenslanger schwerwiegender Folgen in sich trägt, versteht sich m.E. von selbst. Nur aus solchen Symptomen von vorn herein rückwärts auf ein nicht mehr bewußtes verdrängtes Erleiden von Gewalt in der Kindheit zu schließen, das halte ich für problematisch.








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