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Komplikationen: Qualität der deutschen Kliniken schwankt stark

DPAOb eine Operation glückt, hängt auch von der Wahl des Krankenhauses ab, haben AOK-Wissenschaftler herausgefunden. Sie untersuchten das Risiko für Komplikationen nach einem Eingriff in verschiedenen deutschen Kliniken. Dabei stießen sie auf deutliche Unterschiede.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-863453.html
  1. #1

    Und wie informiert man sich?

    Der Artikel kommt zum richtigen Zeitpunkt, weil bei meiner Mutter das Einsetzen einer Hüftprothese ansteht. Nun aber die Frage: Wie findet man denn heraus, welche Krankenhäuser (in diesem Fall im Umkreis Aachen) zu den besagten besten 25% gehören? Auf der weißen Liste (http://www.weisse-liste.de/) habe ich solche Infos jedenfalls nicht gefunden (ansonsten aber eine tolle Sache, soweit ich das beurteilen kann). Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand da einen Hinweis geben würde!
  2. #2

    Zitat von chris_42 Beitrag anzeigen
    Nun aber die Frage: Wie findet man denn heraus, welche Krankenhäuser (in diesem Fall im Umkreis Aachen) zu den besagten besten 25% gehören?
    Ist zwar mit einer Internetrecherche schnell zu finden, aber die Weigerung bei SpOn externe Links in die Artikel einzubetten nimmt manchmal groteske Züge an. Hier die Links:

    Am wichtigsten, auf Krankenhaus klicken natürlich:
    AOK-Gesundheitsnavi - Startseite

    Pressemitteilungen des WIdO:
    Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO): QSR-Ergebnisse im AOK-Krankenhausnavigator

    Pressemitteilung der AOK:
    AOK-Bundesverband - Presse - Pressemitteilung - Neue QSR-Daten zur Behandlungsqualität in Krankenhäusern (25.10.12)
  3. #3

    Hüft-Op

    Hallo Chris,
    die besten Kliniken hier in Deutschland für Hüft-Ops sind in Meerbusch-Lank und Kaiserswerth bei Düsseldorf. Die beiden haben
    1er-2er Ränking.
    Kam vor ein paar Tagen im TV, zufällig gesehen. Meine Mutter war in Meerbusch Lank und sehr zufrieden, der Freund meiner Freundin war in Kaiserswerth und ebenfalls sehr zufrieden.

    Hoffe, ich kann dir damit ein bisschen weiterhelfen.
    Gruß
    Brigitte


    Zitat von chris_42 Beitrag anzeigen
    Der Artikel kommt zum richtigen Zeitpunkt, weil bei meiner Mutter das Einsetzen einer Hüftprothese ansteht. Nun aber die Frage: Wie findet man denn heraus, welche Krankenhäuser (in diesem Fall im Umkreis Aachen) zu den besagten besten 25% gehören? Auf der weißen Liste (Krankenhaus-Suche und Klinik-Vergleich - Weisse Liste) habe ich solche Infos jedenfalls nicht gefunden (ansonsten aber eine tolle Sache, soweit ich das beurteilen kann). Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand da einen Hinweis geben würde!
  4. #4

    zeigt her...

    Karten auf den Tisch! WER begeht bei welcher Diagnose wie oft welche Fehler mit welcher Wahrscheinlichkeit? Wie hoch sind genau die Komplikationsraten je Krankenhaus? Wo sind die guten, wo die schlechten Krankenhaeuser (und nicht "Kliniken", wie SPON schreibt) in unserem Lande?
  5. #5

    Das Problem sind nicht die Ärzte....

    ... Sondern die ausschliesslich an Gewinnmaximierung orientierten Grossen Heuschrecken im Gesundheitswesen, die privaten Kliniksbetreiber.

    Ein kurzer Hinweis zum Augen öffnen:

    (Prof. Dr. Schulte-Sasse: Schwesternnarkose)

    Die gnadenlose Kostensenkung, koste es, was es wolle - und sei es Menschenleben.

    Ebenso selektieren die privTen Kliniksbeteiber sehr sorgfältig ihre Patienten.
    wer ein hohes perioperatives Risiko hat, bekommt "zufällig" oftmals keinen OP-Termin oder eine abschckend lange "Wartezeit"

    Durch das Vermeiden von Hoch-Risikopatienten sparen diese Betriebe nicht nur Geld auf KOSTEN seriöser öffentlicher Krankenhäuser ( und damit auf Kosten der Steuerzahler ) , sondern so werden auch die "Qualitätsberichte" nicht mehr vergleichbar, weil man tendenziell eher gesundere Patienten operiert.

    Wohlgemerkt: Die Idee der Transparenz ist gut und wichtig !

    Aber wer einmal in solchen Privaten Krankenhauskonzernen gearbeitet hat, der weiß nur zu gut zwischen dem schönen Schein r Werbung und der bitteren Realität brutalst personaleinsparungen und Ausbeutung des ärztlichen wie nichtärztlichen Personals zu unterscheiden....
  6. #6

    Zitat von chris_42 Beitrag anzeigen
    ...Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand da einen Hinweis geben würde!
    Ich würde mich sicher nicht ausschließlich auf Links der gesetzlichen Krankenkassen verlassen. Hier noch einige andere, Krankenhausspiegel oder Seiten mit ähnlichem Namen gibt es großer Anzahl:

    Startseite ::: IQM Initiative Qualitätsmedizin

    Krankenhausspiegel-Hannover - Die Behandlungsqualität der Krankenhäuser in Hannover und Umgebung (Startseite)

    Hamburger-Krankenhausspiegel - Die Behandlungsqualität der Hamburger Krankenhäuser (Startseite)

    Und hier gibt es Tipps Hinweise zur gesetzlichen Grundlage von Qualitätsberichten, die jedes Krankenhaus regelmäßig veröffentlichen muss, zu finden auf den Internetseiten:

    Qualitätsbericht der Krankenhäuser - Gemeinsamer Bundesausschuss

    Zum Artikel: Ein alter Hut.
    Es gibt bereits seit Jahren gesetzlich vorgeschriebene Qualitätssicherungssysteme in den Krankenhäusern, die permanent weiter entwickelt werden und immer strengere Anforderungen stellen. Gerade im Bereich Knie- und Hüft-TEP: Künftig werden nicht nur alle Daten rund um den Eingriff erfasst, die Patienten werden auch zu späteren Zeitpunkten z. B. zu Funktion und Beweglichkeit des Implantats befragt. Zudem werden in einer Datenbank sämtliche Implantate erfasst: Qualitätsoffensive für Gelenkersatz - Das Projekt "EndoCert" soll Implantationen | Sprechstunde | Deutschlandfunk
    Aber echte Recherchen und Artikel mit Tiefe statt belangloser Breite erwarte ich hier gar nicht mehr....
  7. #7

    Zitat von Deep Thought Beitrag anzeigen
    ... Sondern die ausschliesslich an Gewinnmaximierung orientierten Grossen Heuschrecken im Gesundheitswesen, die privaten Kliniksbetreiber.
    Mit dem "ausschließlich" wäre ich zurückhaltend. Die öffentlichen KH stehen mittlerweile unter dem gleichen Druck der Konkurrenz. Dort gibt es identische Probleme.
    Kommunen, die öffentliche KH betreiben, die in roten Zahlen stehen, versuchen ihre KH abzustoßen.
  8. #8

    Zitat von Nemetz Beitrag anzeigen
    Karten auf den Tisch! WER begeht bei welcher Diagnose wie oft welche Fehler mit welcher Wahrscheinlichkeit? Wie hoch sind genau die Komplikationsraten je Krankenhaus? Wo sind die guten, wo die schlechten Krankenhaeuser (und nicht "Kliniken", wie SPON schreibt) in unserem Lande?
    Wenn ein Krankenhaus alle Risiko-Patienten einfach ablehnt (also übergewichtige,Bluthochdruck,mit Diabetes,etc.), und dann mit den restlichen eher harmlosen Patienten dann eine gute Statistik vorlegen kann, und ein anderes Krankenhaus diese Risikopatienten nicht ablehnt, und dadurch eine schlechtere Statistik hat, was nützt ihnen dann die Statistik? Gar nichts. Sie werden dann verkünden dass das erstere Krankenhaus wesentlich besser ist, was aber gar nicht der Realität entsprechen muss.

    Genauso läuft es oft an Unikliniken. Die leichteren Fälle behalten die kleinen Krankenhäuser für sich, und die schweren Fälle werden in die Uniklinik verlegt. Dass dann die Erfolgsrate geringer ist, und die Rate der Komplikationen höher ist, ist ganz normal.

    Ich denke für Laien ist es ziemlich schwierig diese Zusammenhänge zu erkennen, und im Endeffekt ist es sehr leicht Fehlinterpretationen zu machen und dann ein Krankenhaus zu Unrecht an den Pranger zu stellen.
    Am Ende werden dann die meisten Kliniken die kritischen Patienten einfach ablehnen, aus Angst vor schlechten Statistiken, und es wird wie in den USA wo die kritischen Patienten aus Angst vor den Klagen nicht operiert werden. Damit ist dann nur den Patienten geholfen, die ein niedriges Risikoprofil haben (also normalgewicht, normale Blutdruckwerte, nicht zu alt), die Mehrheit der Patienten wird es schwer haben noch jemand zu finden der sie operiert.

    Bezüglich Hüft- und Knie-OPs: die beste Klinik ist eigentlich die Klinik die sagt: "Ihnen bauen wir kein neues Gelenk ein, nehmen sie bitte 30kg ab und nehmen sie täglich das Schmerzmittel X ein".
    Diese Vorgehensweise hilft laut Studien sehr vielen Patienten genauso gut und besser wie ein neues Gelenk.
    Leider wollen das die Patienten gar nicht hören, und die Orthopäden sagen einem: "Wenn wir das den Patienten sagen würden, gehen die einfach ins nächste KKH und lassen sich da das Gelenk einbauen, also sagen wir es Ihnen nicht.".
  9. #9

    Zitat von Deep Thought Beitrag anzeigen
    ... Sondern die ausschliesslich an Gewinnmaximierung orientierten Grossen Heuschrecken im Gesundheitswesen, die privaten Kliniksbetreiber.

    Ein kurzer Hinweis zum Augen öffnen:

    (Prof. Dr. Schulte-Sasse: Schwesternnarkose)

    Die gnadenlose Kostensenkung, koste es, was es wolle - und sei es Menschenleben.
    Soweit ich das sehe ist es keineswegs erwiesen, dass da ein Fehler passiert ist oder die Übertragung der Narkose ans Pflegepersonal die Ursache war. Es gab ja auch keine Verurteilung.

    Auch junge Menschen können einfach mal so aufm OP-Tisch versterben, auch ohne dass ein Fehler passiert, und auch wenn ein Anästhesist verantwortlich ist. Bloß steht das dann nicht in der Zeitung, sondern gehört zum OP-Risiko.

    Auf Intensivstationen ist das ziemlich üblich, dass das Pflegepersonal die Narkosetiefe steuert, oder über die Dosierung von kreislaufwirksamen Medikamenten entscheidet. In der Mehrzahl der Intensivstationen stellt das Pflegepersonal auch selbstständig am Beatmungsgerät rum.
    Gerade in kleinen Krankenhäusern sind die Intensivstationen fest in der Hand des Pflegepersonals und die Ärzte sind teils gar nicht durchgängig auf Station. Trotzdem sterben dadurch nicht tausende Patienten.

    In meinen Augen haben die Anästhesisten diesen Unglücksfall als willkommenen Anlass genommen, um eine konkurrierende Berufsgruppe wieder los zu werden.
    Gerade die Anästhesie lebt im Moment von dem großen Mangel, und verdient deshalb Spitzengehälter. Würden sich Pflegekräfte als Konkurrenz etablieren, gäbe es keinen Mangel und die Gehälter würden drastisch sinken. Dieser Unglücksfall war ganz zynisch gesprochen das Beste was den Anästhesisten passieren konnte.

    Ich will den Wert eines Anästhesisten gar nicht schmälern, in meinen Augen sind das die kompetentesten Fachärzte. Das sind die Frontsäue die wirklich Leben retten können. Aber mit dem Steuern einer simplen Narkose unterfordert man die auch irgendwie.
    Solange wirklich gewährleistet ist, dass ein Anästhesist innerhalb von 20-30sekunden im OP-Saal steht, kann ich nicht sehen wo das Problem ist, wenn das Pflegepersonal das steuert.
    Zumal auf manchen Intensivstationen das Pflegepersonal durchaus Minuten warten muss, bis ein Arzt auftaucht und bis dahin alles alleine machen muss, und der Arzt der dann kommt ist meist kein Anästhesist, und das geht auch.

    Wenn bei einem Anästhesisten ein junger Mensch aufm OP-Tisch liegen bleibt, behauptet ja auch keiner, dass das an fehlender Kompetenz liegt, sondern man sagt einfach: "das ist das OP-Risiko". Bloß Pflegekräfte werden in so nem Fall als inkompetent hingestellt. Finde ich nicht besonders fair.


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