Leider ein äußerst oberflächlicher Artikel, der weder der Sendung, noch des Themas gerecht wird.
Der Autor schreibt: "Rasch steuerte die Debatte aber auf das schön plastische Thema von Bonzengier, Maßlosigkeit und sozialer Ungerechtigkeit zu und damit weg von jeglicher Kontroverse über das eigentliche Thema: Brauchen wir den Systemwechsel? Muss der freie Markt abgeschafft werden? Helfen Verstaatlichungen? Wäre ein neuer Anlauf zur sozialistischen Planwirtschaft denkbar?"
Da haben wir es wieder, das gute alte bipolare Denken des kalten Krieges. Der Systemwechsel ist für den Autor nur denkbar als Wahl zwischen Marktwirtschaft und Planwirtschaft.
Wer im Jahre 2009 immernoch meint, weil der Sozialismus versagt hat, sei der Kapitalismus das letzte Wort der Geschichte zur Frage des besseren Gesellschaftssystems, der gehört zu den ewig gestrigen. Wer einen Funken Realitätswahrnehmung hat, erkennt, dass der "Sieg" des Kapitalismus wohl eben nur der Sieg des Zweitschlechtesten über den Schlechtesten war.
Nachdenken über ein anderes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem erfordert die Aufgabe dieses digitalen Denkens in Null und Eins. Aber leider fehlt es dem Autor daran mehr als den Teilnehmern der Plasbergschen Sendung.



