Kommunale Luftüberwachung: Fliegende Geldeintreiber

Google EarthDie Stadtsäckel sind leer, da wächst in den Kommunen die Phantasie, um an Geld zu kommen. Die neueste Idee: der Einsatz von Luftüberwachung. So lassen sich Schwarzbauten aufspüren und Parksünder jagen. Zumindest theoretisch.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...844850,00.html
  1. #1

    Das ganze kann man sich sparen,

    man braucht nur Blockwart und Hausbuch wieder einführen. Insoweit würde mich interessieren, welcher Partei die Dame nahesteht.
  2. #2

    Regelungswut

    Staatliche Regelungswut lässt sich nicht vernünftig dadurch bekämpfen, dass man die Kontrolle von Gesetzen behindert. Das ist die italienische Methode. Für alles Gesetze, aber keiner hält sich dran. Übrigens, wenn ich meinen Carport nicht als feste Einrichtung montiere, ist das immer noch erlaubt. Das Problem sind aber nicht die Kontrollen, sondern staatliche Regelungswut, die die Freiheit einschränken.
  3. #3

    Was möglich ist...

    ...wird auch irgendwann kommen. Sei es die Messung der Geschwindigkeit von KFZ über GPS (das ist dann wie Überall und immer Radarkamera - bei LKWs wegen der OBUs Heutzutage schon möglich, wird aber nicht gemacht), sei es die Überwachung durch automatische Drohnen, etc, etc.

    Und es dient ja alles der Sicherheit, unserem goldenen Kalb, die Sicherheit.
  4. #4

    ... Hitler hat seine Ermächtigungsgrundlage wenigstens noch in so einer euphemistischen Worthülse wie "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" verpackt, aber seit der EU sind wir sowas ja gewohnt.

    Jeder wird für irgendwas ermächtigt, außer der Bürger, der brauch bald noch ne Genehmigung wenn er aufs Klo gehen möchte.
  5. #5

    auch gerne genützt zur Berechnung

    In unserer Gemeinde werden Luftbilder, die eigentlich zum Erfassen von Bodensenkungen durch Bergbau gedacht waren, von den städtischen Wasserwerken zur Berechnung der versiegelten Flächen genutzt, für die dann eine Versiegelungsabgabe zusätzlich zur normalen (Trinkwasserverbrauchsabhängingen) vom Grundstückseigentümer zu zahlen ist. Früher wurden nur Dachflächen von Gebäuden angerechnet, dank Luftbildern und Geoanalysesoftware werden jetzt auch Gartenwege, Garageneinfahrten, Trittsteine(!) im Garten, Grillplätze etc. erfasst - obwohl das Regenwasser das dort auftrifft gar nicht in die Kanalisation gelangt sondern im Garten versickert....aber in der Abwasserverordnung steht "versiegelte Flächen" und also muss Bürger zahlen. Neu angedacht wird zur Zeit von der Abfallentsorgung per Luftbildanalyse das Vorhandensein von Komosthaufen/Kompostbehältern in den Gärten zu prüfen - wer keine Biotonne vom Abfallentsorger hat muss dann per Luftbild seinen Komposthaufen/Kompostbehälter nachweisen - sonst wird er zur Biotonne "zwangsverurteilt". Und unser zuständiger Bezirksschornsteinfeger hat auch schon Interesse an Luftbildern bekundet - er will nach Schornsteinen, Abgasrohren etc. von "noch nicht erfassten Feurungsstellen" suchen.....wenn das so weitergeht muss ich mal im Keller gucken ob Opa da nicht irgendwo noch ein olles Flakgeschütz versteckt hat....
  6. #6

    Je größer die Kommune umso größer der Arbeitsaufwand bei der Abarbeitung des Ganzen. Geht die Behörde baurechtlich von Amts wegen (also nicht auf Grund einer Nachbarbeschwerde vor) auf Grund der Luftaufnahmen vor, hat Sie Artikel 3 GG zu beachten, dass heist Gleichbehandlung.

    Konkret bedeuten bsp. 5000 gefundene "schwarz" Bauten auch 5000 Verfahren. Werden nur 1000 Verfahren eröffnet, um die Verstöße zu prüfen und zu ahnden, weil nicht genug Sachbearbeiter da sind, werden diese 1000 Verfahren vor dem Verwaltungsgericht scheitern, weil eben nicht alle 5000 gleich behandelt werden.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Stadtsäckel sind leer, da wächst in den Kommunen die Phantasie, um an Geld zu kommen. Die neueste Idee: der Einsatz von Luftüberwachung. So lassen sich Schwarzbauten aufspüren und Parksünder jagen. Zumindest theoretisch.

    Schwarzbauten: Kontrollieren deutsche Kommunen aus der Luft? - SPIEGEL ONLINE
    Die Befliegen im Rahmen der Landesvermessung ist ein alter Hut und erfolgt je nach Bundesland alle 3 - 4 Jahre in Ballungszentren alle 2 Jahre.

    Die Auflösung reicht dabei von 5 cm bis 40 cm. Diese Luftbilder werden zu Orthofotos verarbeitet und zum Feldvergleich herangezogen.
    Der Feldvergleich betrifft aber nicht nur "Schwarzbauten" sondern auch ganz normale topografische Auswertungen.
    Der Feldvergleich ist hierbei zwingend notwendig, da man von oben nicht erkennen kann ob es ein einmessungspflichtiges Gebäude ist. (fest mit dem Erdboden verbunden, an drei Seiten umschlossen)
  8. #8

    Alles schön....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Stadtsäckel sind leer, da wächst in den Kommunen die Phantasie, um an Geld zu kommen. Die neueste Idee: der Einsatz von Luftüberwachung. So lassen sich Schwarzbauten aufspüren und Parksünder jagen. Zumindest theoretisch.

    Schwarzbauten: Kontrollieren deutsche Kommunen aus der Luft? - SPIEGEL ONLINE
    ...und wunderbar, nur sollten dann auch mal die Baugesetze geändert werden...man kann nämlich recht vieles einfach nicht genehmigen lassen, was irgendwelche Idioten im Gemeinderat mal beschlossen haben. In dem Dorf in dem ich lebe, gibt es überall Dachgauben, nur in dem Teil in dem ich wohne nicht. 3 Häuser weiter beginnt ein (neuerer) Bebauungsplan und die haben Gauben. Mir und und Anderen wurden diese verwehrt (bei der Umwidmung/Umbau zum 2 Familienhaus beantragt).
    EIn Nachbar hat nach hinten raus einfach mal 2 Gauben reingebaut. Seit ca. 10 Jahren lebt der so besser. Und tut ja niemanden was. Nur das Ego von Gemeinderäten die völlig willkürlich irgendwas entscheiden, das wird angeknachst.

    Das das Vermessungsamt aber damals die EFH bei uns falsch berechnet hat und wir knapp 20.000 Mark höhere Gründungskosten hatten, davon will niemand etwas wissen aufm Bauamt....
    Dieses Land geht mir so auf die Nüss... alles was die kleinen Bürger betrifft wird gnadenlos durchgepaukt, aber wenn man ne fette Bank betreibt, dann darf man alles.
  9. #9

    So ein Quatsch! :D

    ..Die Luftüberwachung kostet auf jeden Fall mehr Geld, als sie einbringt!
    Wenn die Gemeinden wirklich mehr Geld brauchen, dann sollten sie vielleicht damit anfangen bei den vielen überflüssigen Ampeln und Kreiseln, die es in jeder Gemeinde gibt, einzusparen und das Geld lieber in Bildungsprojekte stecken, die ihre eigene Jugend fördert!
    Das passiert derzeit leider fast nirgendwo, aber eine bessere Investition kann ich mir kaum vorstellen.
    Wenn die Gemeinden ihren Bürgern mit aller Gewalt das Geld aus der Tasche ziehen wollen, dann hat das nur eine Folge, ärmere Bürger, mehr Abwanderer und jede Menge Frust.