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Kommentar: Stoppt die 130-Milliarden-Überweisung!
DPAGriechenland ist pleite. Das Land braucht nicht 50 oder 70, sondern 100 Prozent Schuldenerlass, soll es wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen. Doch das Hilfspaket, über das die Euro-Finanzminister heute Nachmittag beschließen sollen, hilft nicht in erster Linie den Griechen, sondern ihren Gläubigern.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...816369,00.html
- #50 20.02.2012 12:32 von
So sieht es aus ...
Also ich bin als Deutscher dafür, dass die Griechen die 130 Milliarden und den 100% Schuldenschnitt bekommen! Die 130 Milliarden zahlen dann ja die deutschen Rentner, Kranken und Armen an die griechischen Rentner, Kranken und Armen.
Die Reichen und die "Finanzwelt" beteiligt sich ja überhaut nur an der "Rettung", wenn der Schuldenschnitt von 100% durchgeführt wird (Kreditausfallsversicherung).
Mein Gewissen sagt mir, dass wir als Deutsche diesen Sozialabbau der den Griechen im Auftrag der Finanzwirtschaft da "verordnet" wurde nicht mittragen sollten. Wir haben keine Berufung, ein so menschenverachtendes Elend über Griechenland zu bringen. Es trifft dort NUR die Armen! Das "Rettungspaket" wird Griechenland in die Steinzeit zurückschießen. Keine Rente zum Leben, arbeiten für Hungerlohn, keine ausreichende medizinische Versorgung mehr. Der griechische Binnenmarkt wird wohl zusammenbrechen, die Notwendigkeit für Sozialleistungen explodieren.
Merkel und Co. exportieren da etwas, was ich als Deutscher nicht mittrage. Ich fühle da mit den griechischen Rentnern, Mindestlohnempfängern und Kranken! Durch die Kürzung der medizinischen Versorgung um 1 Milliarde, werden die Finanzkünstler ggf. zu Entscheidungsträgern über Leben und Tod. - #51 20.02.2012 12:34 von
- #52 20.02.2012 12:35 von
xxx
Kreditausfall ist das ureigenste Geschäftsisiko im Kreditgeschäft, und wenn man die Kreditrisiken der Kreditwirtschaft bis zum Sankt Nimmerleinstag staatlich subventioniert, werden die auch bis zum Sankt Nimmerleinstag zocken, weil sie dann nämlich ein Nullrisiko haben, weil nämlich der Staat ihre Verluste immer und immer wieder subventioniert. Das heißt sie werden sogar gezielt auf hochriskante hochverzinste Anlagen setzen, um den Profit zu maximieren. Das ist gegen jedes marktwirtschftlichw Prinzip und das rafft auch eigentlich jeder Zehntklässler. Was passieren wird wenn man jetzt einen Schuldenschnitt durchführt, ist erstens eine Marktbereinigung und zweitens eine Rückkehr zu marktwrtschaftlichen Grundprinzipien, nämlich daß jemand, der jedem dahergelaufenen Deppen massenweise Geld hinterherwirft weil die Zinsen so geil sind, auch das Ausfallsrisiko tragen muß.
Im August 2011 lag der Zins auf griechische Staatsanleihen bei 18%, der auf deutsche Staatsanleihen lag zur gleichen Zeit unter der damaligen deutschen Inflationsrate.
Warum wohl? Weil dieser Zins ein Ausfallsririko abbildet.
Das heißt wer sein Geld zu erhofften 18% in G investiert hat statt zu ziemlich sicheren 2.xx Prozent in D, der muß sich im Klaren gewesen sein, daß er ein höheres Risiko hat.
Dieser Ausfall tirtt jetzt ein und jetzt heulen alle auf weill sie sich verzockt haben und wollen Geld vom Steuerzahler.
Es war seit Jahren klar, daß Griechenland faktisch insolvent ist.
Es war übrigens auch seit Jahren klar, daß
- Griechenland sich mit erlogenen Zahlen in den Euroraum geschummelt hat
- Griechenland massive Probleme mit Korruption, Vetternwirtschft, Mißwirtschft, Steuerhinterziehung und aufgeblähtem Beamtenapparat hat
- die Wirtschftsleistung Griechenlands nicht ausreicht, Schulden zu tilgen
etc.
Das heißt wer sein Geld in G angelegt hat, hat sich von den geilen Zinsen blenden lassen und hat alle Anzeichen ignoriert, die deutlich gezeigt haben, daß Griechenland KEINE verläßliche Anlage ist. - #53 20.02.2012 12:38 von
Der Fehler ist ganz am Anfang passiert
Maastricht und seine No-Bail-Out-Klausel hätten nur angewandt werden müssen.
Dafür jammerte dann das Geldgewerbe nur herum das man dann pleite wäre und der Kapitalfluß versiegen würde. Das das Geldgewerbe selbst mit GR zockte, obwohl dort ebenfalls bekannt sein mußte das die gr. Finanzen eher nicht rosig sind, wurde verschwiegen.
Später stellte sich dann heraus das die CDS, mit denen offensichtlich sehr viel Geld gescheffelt wurde, überhaupt nicht greifen weil keiner weiß wer eigentlich in welchem Umfang die versicherten Leistungen bezahlen kann.
Dafür kamen aber die die Spekulanten auf die glorreiche Idee mit Schadensersatzklagen zu drohen (Geschäftsrisiken verstoßen gegen Menschenrechte, und die Verluste daraus sowieso) wenn die Steuerzahler nicht für die Spekulationsverluste selbst geradestehen.
Irgendwann meldeten sich auch mal die Rate-Agenturen zu Wort und meinten GR könnte auf D abgestuft werden was aber wiederum in EWG-Land auf Unverständnis stieß. Machten doch ziemlich unbedarfte Politiker einen auf "GR ist doch nicht pleite sondern höchsten ein bißchen klamm".
Und dafür gingen dann die Abzockspielchen lustig weiter und die Banken hatten nix anderes zu tun die Miesen in den Büchern auf den St-Zahler zu übertragen.
Unverständlich das sich Politiker auf sowas überhaupt einließen.
GR braucht tatsächlich, weil es realiter seit Jahren bankrott ist und es mit der aktuellen Mentalität der Gr für einen eigenen Staat nicht gar zum Besten steht, tatsächlich ERP-Mittel (sowie Angebote zur Aufbauhilfe eines modernen Staatswesens) um komplett neu aufzubauen.
Und es müssen keinerlei Gelder extra fließen, die Fonds der brüsseler Marktkoordinierungsbehörde reichen hierfür komplett aus.
Wenn sich die Spekulanten und Banker da verzockt haben ist es ihr eigenes Problem und nicht das der St-Zahler. - #54 20.02.2012 12:38 von
Ja. So wird's aber kommen. Geht gar nicht mehr anders. Die Bürger haben nur ein großes Problem. Ursprünglic gehörten fast die gesamten Schulden der Griechen den europäischen und amerikanischen Banken. Bei einem Schuldenerlass hätten also nur diese Zocker ihr Geld verloren. Die Lobbyisten der Banken haben es aber geschafft, in Brüssel, Berlin und fast allen anderen Hauptstädten Europas alles so zu drehen, dass die Staaten und die EZB mit unserem Steuergeld den Zockern die faulen Kredite abkauften und diese Zocker somit rauskaufte. Jetzt haben wir als Steuerzahler die Schulden an der Backe und die Banken verteilen an ihre Zocker seit Jahren schon wieder Boni in Billionenhöhe (alle zusammen). Der 100%-Schuldenschnitt war von Anfang an unvermeidlich. Die Banken wussten das und auch unsere Politiker wussten es und wissen es. Nur am Anfang durfte der Schuldenschnitt nicht kommen, da er dann unsere finanzielle "Elite" getroffen hätte. Ziel musste es also sein, Griechenland vorerst am Leben zu halten, möglichst alle griechischen Schulden der Banken auf die Staaten abzuwälzen und erst dann den unvermeidlichen Schuldenerlass durchzuführen.
Mit einem Satz: "Gewinne jahrzehntelang privatisiert, Verluste sozialisiert auf den kleinen Steuerzahler." Genau das ist in den letzten 3 Jahren in Griechenland abgelaufen. Aber es wird nicht mit Griechenland enden. Den gleichen Weg wird man auch bei Portugal, vielleicht Belgien und Spanien probieren. - #55 20.02.2012 12:39 von
- #56 20.02.2012 12:40 von
Genau!
Das sehe ich genauso! Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass G. ein groß angelegtes Experiment ist um auszuloten, wie weit man gehen kann, bevor man die Verantwortlichen aus dem Parlament schleift und an der nächsten Strassenlaterne aufhängt!
Wir werden uns auf ähnliche Kürzungsmaßnahmen einstellen müssen - das ist nur eine Frage der Zeit, denn die ZINSEN für die Schulden müssen bezahlt werden und werden immer schneller anwachsen.
Das Geld muss dann letztendlich bei der Masse geholt werden, während die Profiteure der Krise unbehelligt bleiben - hüben wie drüben. Das ganze System ist eine gigantische Umverteilung von unten nach oben und sonst gar nichts. Wer tatsächlich glaubt, uns beträfe das nicht, der sollte noch mal in drei Jahren hier im Forum aufschlagen und seine Erfahrungen mitteilen. - #57 20.02.2012 12:44 von
- #58 20.02.2012 12:44 von
- #59 20.02.2012 12:48 von
Geldverbrennung
Was mich sagen wir mal irritiert, ist in was für einer kurzen Zeit unsere Politiker für Griechenland Geld verbrennen. Das Griechenland geholfen werden muss keine Frage. Aber ein Großteil der Bevölkerung Griechenlandsist auf dem Weg zu einem Lebensstandard wie in einem 3. Welt Land, und wir müssen Gläubiger bedienen?
Um mal nen Vergleich aufzustellen. Die Rettung/ der Wiederaufbau der DDR bzw die Deutsche Wiedervereinigung hat Deutschland bis 2009 ca 1,5*10^12 € gekostet (1,5 Billionen/ 1.500.000.000.000) Dabei zu beachten ist, das die DDR ca 1,7*10^7 (17 Millionen/ 17.000.000) Einwohner/Bürger hatte und die Investitionen über 20 Jahre liefen.
Die Rettung Griechenlands kostet jetzt schon, ca ein halbes Jahr nach auszahlung der ersten Kredittranche (die zur Wahrung der Bonität bzw zur Vermeidung der Insolvenz Griechenlands diente) ca 2,82*10^11 € (282 Milliarden/ 282.000.000.000) gekostet. Diese Zahl beinhaltet die ersten zwei Kredittranchen und den Schuldenschnitt von 70%. Und Griechenland hat gerade mal 1,1*10^7 (11 Millionen/ 11.000.000) Einwohner/Bürger.
Und das in einem halben Jahr.
Man kann das sicher nicht einfach auf 20 Jahre hochrechnen, da die Investitionen in Griechenland genau wie die in die neuen deutschen Bundesländer wohl anfangs am höchsten sind.
Aber ebenso wenig darf man erwarten das durch den Schuldenschnitt egal ob 70% oder 100% und ein paar Kredite von der EU in form von ESM/EFSF und den IWF Griechenland von heut auf morgen wieder Wettbewerbsfähig darsteht.
Der Marshall-Plan (ERP) der ja immerwieder von Presse und Medien aufgegriffen wird ist keines Vergleiches wert. Der Marshall-Plan wurde entwickelt um dem nahezu komplett zerstörten Westeuropa nach dem Krieg zu helfen Hunger zu mildern und den Wiederaufbau zu fördern.
Nun ist und war Griechenland nicht im Krieg. Zerstört ist es höchsten wirtschaftlich, wobei man aber auch sagen muss das es in Griechenland keine Industrielle Wirtschaft wieder aufzubauen gäbe wie beispielsweise nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland oder Frankreich.
Sicher ist jedoch, und das ist hier im Artikel richtig gesagt worden das das Geld welches von der EU und vom IWF an die Griechen fließt nicht zur tilgung an Gläubiger fließen sollte sondern zum wohl des Volkes. Und wenn das Millitär Suppenküchen und Lazarette aufstellt.
Was mich insbesondere beunruhigt, das aber schon länger, ist wie locker unseren Politikern das Checkbuch zu sitzen scheint. Das hat man bei der Bankenrettung ja auch schon gemerkt.
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