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Kommentar: Stoppt die 130-Milliarden-Überweisung!
DPAGriechenland ist pleite. Das Land braucht nicht 50 oder 70, sondern 100 Prozent Schuldenerlass, soll es wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen. Doch das Hilfspaket, über das die Euro-Finanzminister heute Nachmittag beschließen sollen, hilft nicht in erster Linie den Griechen, sondern ihren Gläubigern.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...816369,00.html
- #210 21.02.2012 09:15 von
.
Jeder kann (theoretisch) gegen alles protestieren. Natürlich ist nicht das Volk an irgend etwas Schuld, es sind die fremdgestuerten und durch die EU aufgezwungenen Volksverteter, die im griechischen Parlament sitzen und die fremdländischen Banken, die mit aufgefahrenen U-Booten per Waffengewalt die Kredite aufgezwungen hatten.
Wie der Artikel schon sagt: Stoppt die 130Mrd Eu Überweisung. Damit kein Sparpaket, GR kann weiter machen wie bisher, alles wird schön. Ist es so besser ? Ist das griechische Volk dann zufrieden ?
Einegute Frage, für was sollte man auch "dankbar" sein. Stellen Sie sich einfach einmal das ganze unter umgekehrtem Vorzeichen vor.
GR schultert ein nie dagewesenes Sparpaket, um den "faulen" Deutschen unter die Arme zu greifen, der sich auch noch "undankbar" zeigt, die Porzellanvasen vor dem Reichstag zerdeppert, GR-Fahnen verbrennt.
Einführung Fakelaki-IV, Leiharbeit, Rente mit 67, kein 13tes und 14tes Gehalt, Abwicklung der gewohnten Subventionen undundund...
...was würde dann passieren ? :-) - #211 21.02.2012 09:26 von
z.B.
weil es auch nicht protestiert hat, als es sich 'mal eben 40% Gehaltssteigerung in die Tasche gefegt hat.
Wo blieb da der Aufschrei?
Wo blieb der Protest, als der Eselskarren gegen einen Land-Cruiser getauscht wurde?
Wo man vor zwanzig Jahren eine Unterkunft mit Frühstück für 25DM bekam, zahlt man jetzt 80€. Man wohnt allesdings nicht mehr alleine mit seinen Vermietern.
Wo früher eine Hütte stand, stehen jetzt acht Bungalows.
Nein @hemingway, daß sind keine Pauschalitäten - das sind Realitäten! - #212 21.02.2012 09:53 von
Marshallplan??
Zitat: Griechische Bürger, die ihre Steuern nicht zahlen, griechische Beamte, die nicht arbeiten, griechische Politiker, die ihre Versprechen brechen.
-> Die oben Dinge sind leider Realität - würde Griechenland nicht derart massiv Hilfen einfordern und erhalten - würde das NIEMANDEN interessieren.
Wieviele Marshallpläne soll Griechenland noch erhalten?
- Seit 1982 sind EU-Gelder (laut Finanzministerium) um die 130 Mrd. € geflossen (25% davon aus Deutschland)
- Die Euro-Zinsvorteile hat GR lediglich genutzt, um sich in bizarrrem Umfang "souverän" zu verschulden
- Umfangreiche Hilfen (Hilfspakete, target2, EZB-Aufkäufe) hat Griechenland seit 2008 erhalten
Der auf Deutschland entfallene Anteil am originalen Marshallplan ist dagegen lächerlich gering (ungefähr 7,5 Mrd. € inflationsbereinigt)
Was ist die Antwort darauf: Alle Schulden streichen und zukünftige diese vollständig & direkt von der EU finanzieren lassen -> ESM, Euro-Bonds.
Rückzahlungen von Schulden ist also aus Sicht des Autors, ein Luxus, den sich Griechenland nicht leisten sollte. Das verstehe wer will, ich nicht. - #213 21.02.2012 10:14 von
Künstliche Lebenserhaltung
Der Kommentar bringt es auf den Punkt: Der Patient ist tot, man lässt die Maschinen aber noch laufen, damit andere, ebenfalls Kränkelnde, nicht von Gläubigern belästigt werden. Damit löst man zwar kein Problem, schiebt es aber vor sich her. Das Dumme ist nur, die künstliche Lebenserhaltung kostet sehr viel Geld und die Kränkelnden werden davon auch nicht gesünder.
Betrachten wir die griechische Wirtschaft doch mal objektiv: Werften und Textilindustrie haben keine Chance, da ist Asien viel billiger. Sonst gibt da noch Tourismus (haben andere Länder auch), Wein und Olivenöl (davon gibt es schon genug auf der Welt) und... und...? Und genau da liegt das Problem, denn es gibt sonst keine wettbewerbsfähige Wirtschaft in Griechenland. Genau dieses Problem wird aber überhaupt nicht angepackt. - #214 21.02.2012 10:21 von
Ein bisschen polemisch
Machen wir mal ein Beispiel:
Geld sind die Drogen unserer Zeit. So heisst es auch in allen Mainstreammedien. Was passiert jetzt mit diesen Drogen?
Der Junkie ist im Moment Griechenland. Er braucht Drogen. Die bekommt er vom Dealer (Investoren, Banken, Gläubiger etc.).
Der arme Junkie kann die Drogen nicht mehr bezahlen. Der Dealer lässt ihn dafür auf den Strich gehen (Spaarpakete). Es reicht aber immer noch nicht. Der Junkie geht es immer schlechter.
Der Dealer geht vor Gericht (EU, Trojka) und sagt er will sein Geld. Das Gericht beschliesst, dass ab jetzt die Familie des Junkies (AAA-Länder) die Schulden beim Dealer begleichen müssen. Auch wenn die Familie dafür selber Schulden machen müssen.
Richtig wäre aber: Der Junkie in den Entzug, der Dealer in den Knast.
Läuft aber wie oben beschieben... - #215 21.02.2012 10:22 von
Ja, was passiert dann?
Was passiert, wenn wir kein Geld schicken?
Klammern wir die Banken mal aus, soweit das überhaupt geht. Die griechische Wirtschaft bricht sofort zusammen, der Staat hat kein Geld mehr, um die Renten zu bezahlen, es wird noch mehr gestreikt, weil keine oder nur gekürzte Gehälter gezahlt werden (können). Es gibt garkeine Kredite mehr. Usw. usw. usw.
Wäre das für die Bevölkerung besser?
Es besteht meines Erachtens jetzt eine Chance, und sei sie noch so klein, das ganze geordnet über die Bühne zu bringen. Lasst die Griechen jetzt aus dem Euro austreten und schickt das Geld trotzdem. Ansonsten???? - #216 21.02.2012 10:23 von
- #217 21.02.2012 10:28 von
Vielen Dank!
Ich bin selbst Grieche, der noch vor 5,5 Jahren in Deutschland gelebt hat. Am Anfang habe ich selber geglaubt, dass Griechenland undankbar war, und umsonst demonstriert, obwohl man uns Hilfspakete schickt. Aber man sollte nicht alles glauben, was einige (vor allem deutsche) schmuddelBlaetter zum Thema Griechenlandkrise schreiben. Natuerlich sind die Leute hier nicht faul und zum Thema arbeiten, kann ich sagen, dass sie viel laenger arbeiten als die meisten in Europa. Teilweise natuerlich schwarz, aber sie machen es nur um zu ueberleben. Glauben Sie mir, ich kann es sehr gut vergleichen, schliesslich habe ich lange genug in Deutschland gearbeitet, mit vernuenftigen Verhaeltnissen. Hier muss ich viel mehr arbeiten, fuer weniger Geld. Ich fordere jeden auf, der das hier liest, dass er mit 600 euro mal einen Monat auskommt und das bei den unglaublichen Preisen, die in Griechenland im Moment herrschen, teurer als in Deutschland.
Erstens: das neue Sparpaket setzt voraus, dass die Loehne auf ca. 440 gekuerzt werden, um den Betrieben zum Aufschwung zu verhelfen. Welchen Aufschwung bitteschoen? Damit die Arbeitgeber noch mehr verdienen und die Arbeitnehmer verhungern. Ich denke, jeder von Ihnen, der in deutschsprachigen Laendern schon einmal Arbeitslosengeld erhalten hat, in der Hoehe von ca. 750 Euro,weiss, dass man damit nicht leben kann. Stellen Sie sich die Verhaeltnisse hier vor.
Zweitens: Die Preise wurden so erhoeht (Lebensmittel und Gueter, die jeder Mensch noetig hat, z.B. kostet das Benzin mittlerweile ueber 1,70 euro/pro Liter), und trotz dessen haben die Menschen hier alles nur aufs allernoetigste reduziert, so dass die Einnahmen fuer das Land nicht so hoch sind wie erwartet. Dadurch setzen sie neue Steuern auf und drohen mit Strom abdrehen und soweiter, wenn diese nicht beglichen werden. Man sollte schon verstehen, dass wenn der Konsum gesunken ist, dass sich die Leute nix mehr leisten koennen und sie nicht noch weiter ausnehmen.
Drittens und entscheidendes: Die Milliardenhilfe geht nicht zu gute der (faulen) Griechen, sondern um Staatsschulden gegenueber Glaeubigern zu tilgen, sie werden nicht in eine Volkswirtschaft investiert, um tatsaechlichen Aufschwung zu foerdern. Die Griechen selbst haben nix davon, im Gegenteil, sie werden noch mehr ausgenommen.
Ich moechte jeden einzelnen Deutschen und anderen Europaern darum bitten, Verstaendnis fuer die Reaktionen der Griechen zu zeigen, ich denke, nachdem was ich oben erlaeutert habe, ist es verstaendlich. Beachten Sie nicht diese Bilder, die Frau Merkel als Hitler verherrlichen, das sind Einzelfaelle, die einige Zeitungen natuerlich ganz gross machen (die wollen ja auch Blaetter verkaufen), das ist das wichtigste fuer Sie, nicht die Wahrheit. Ich finde es traurig, ich habe 27 Jahre in Deutschland gelebt und genoss eine auslaenderfreundliche Umgebung. Es tut mir weh, wenn ich heute Deutschland besuche und weil ich Grieche bin, teilweise als ein nichtsnutziger Betrueger und Faulpelz abgestempelt werde (gluecklicherweise nur selten). Beruecksichtigen Sie, dass das Machenschaften von geldgierigen Industriellen und korrupten Politikern sind und dass das griechische Volk im Moment die Opfer und Versuchskaninchen sind. Wie wuerden Sie sich fuehlen, wenn einige maechtige Menschen ueber alles entscheiden und Ihre Heimat langsam aber sicher zerstoeren wuerden und Sie koennen nur tatenlos zusehen.
Ich moechte mich fuer den Beitrag im Spiegel bedanken und bei jedem der das hier liest. - #218 21.02.2012 10:30 von
- #219 21.02.2012 10:42 von
Diese Verblendung...schade
Wo war denn der Aufschrei, der deutschen Bevölkerung, während Deutschland jahrelang von der EU profitiert hat? Meinen Sie denn ernsthaft Merkel und Co wollen Griechenland aus Nächstenliebe retten? Hier geht es um nichts anderes als Geld!
Nicht Ihr Ernst oder? Anscheinend haben Sie leider auch nix dazu gelernt. Sie reden hier von Mitarbeitern im öffentlichen Dienst. Der Großteil der griechischen Bevölkerung arbeitet in der Privatwirtschaft und muss mit 900 euro im Monat eine Familie durchbringen und Sie erzählen hier etwas von 13. und 14. Monatsgehalt.
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