Kommentar: Was machen Ihre Kinder eigentlich gerade?

Nach dem Amoklauf von Winnenden werden in der Politik die üblichen Debatten geführt: Computerspielverbot, Waffengesetzverschärfung, Schützenvereinskritik. Doch die Politik ist in Wahrheit hilflos. Jetzt sind die Eltern gefragt.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...613181,00.html
  1. #1

    Bravo

    BRAVO zu diesem absolut richtigen Artikel. Hier gibt es einfach nichts hinzuzufügen!!!
  2. #2

    Genau

    dankeschoen fuer diesen Artikel. Das war schoen zu lesen und ich bin gespannt auf die Diskussion.
  3. #3

    Schwachsinn

    Ich habe selten so einen unsinnigen, polemischen und oberflächlichen Kommentar gelesen. Wirklich der reine Schwachsinn.

    Dieser Autor hat bestimmt keine eigenen Kinder und war selber niemals jung, hatte niemals Geheimnisse bzw. tat nie etwas "verbotenes".

    Natürlich müssen Eltern einen guten Job leisten. Aber in einer Zeit, in der sich wenige Eltern einem wachsenden Zahl Kinderloser gegenübersehen, die alles besser könnten, besser machten, besser wüssten, wird das Leben echt zur Tortur.

    Jeder, der Kinder hat, weiß, dass sie sich in der Pubertät völlig anders verhalten, dass Rückzug und Geheimnisse vor den Eltern etwas völlig normales sind. Außerdem wissen wir gar nichts über die Familie. Die ist nämlich - verständlicherweise erst einmal von der Bildfläche verschwunden. Was bleibt sind Medienspekulationen und Medienspektakel, dass gepflegte Kloppen um Klick- und Einschaltquoten sowie Printauflagen, damit die Katastrophe sich in klingender Münze für die Medien bemerkbar macht.

    Dass der Vater im Schützenverein ist, heißt erst mal nichts. In unserem früheren Wohnort gab es außer dem Schützenverein keinerlei "Vergnügungsmöglichkeiten" weshalb irgendwann fast der ganze Ort dem Verein angehörte. Alles potenzielle Amokläufer nun?

    Waffenanhänger gibt es viele. Angefangen von Schusswaffen bis zu Messern. Dafür gibt es vergleichsweise wenig Amokläufer darunter.

    Wer solche Tragödien auf so platte Nenner bringt, hat vom Leben und von den tatsächlichen Spannungsverhältnissen in unserer Gesellschaft absolut nichts verstanden. Die Gesellschaft ist nicht schuld, aber ihr Zustand ist so, dass solche Dinge passieren müssen und auch weiter passieren werden.

    Dieses Geschehen ist furchtbar und mein Mitgefühl gilt allen Opfern, aber diese Geschichte nun auf ein einziges Schuldmoment zu reduzieren ist nicht nur oberflächlich und falsch, sondern führt auch im weiteren nicht dazu, solche Unglücke in Zukunft zu verhindern.
  4. #4

    zustimmung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach dem Amoklauf von Winnenden werden in der Politik die üblichen Debatten geführt: Computerspielverbot, Waffengesetzverschärfung, Schützenvereinskritik. Doch die Politik ist in Wahrheit hilflos. Jetzt sind die Eltern gefragt.

    http://www.spiegel.de/panorama/gesel...613181,00.html
    Dass ich Malzahn einmal 100%ig zustimmen kann....unglaublich!
  5. #5

    Wie sieht eigentlich Interesse aus?

    Super Artikel! Aber leider: Jetzt sehe ich sie schon vor mir, die Eltern, die drei Wochen lang ihre Kinder ins Kreuzverhör nehmen, dann etwas weniger und dann wieder gar nicht. Wie sieht eigentlich echtes Interesse an einem anderen <b> Menschen </b> aus? Wissen wir das überhaupt noch?
  6. #6

    Lichtblick

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach dem Amoklauf von Winnenden werden in der Politik die üblichen Debatten geführt: Computerspielverbot, Waffengesetzverschärfung, Schützenvereinskritik. Doch die Politik ist in Wahrheit hilflos. Jetzt sind die Eltern gefragt.

    http://www.spiegel.de/panorama/gesel...613181,00.html
    Danke für die erste vernünftige Äußerung zu der Diskussion über Ursachen und Lösungen. So tragisch der ganze Vorfall auch ist, kommt mir persönlich die Galle hoch bei der restlichen, heuchlerischen Berichterstattung.
  7. #7

    Feiner Artikel!

    Der Autor trifft es hier auf den Kopf. Natuerlich koennen Eltern nicht 24h am Tag auf ihre Kinder aufpassen, und das muessen sie auch nicht.
    Sie sollen ihnen beibringen, was Verantwortung heisst, was es heisst andere Menschen zu respektieren und dementsprechend zu behandeln.
    Mir kommt es allerdings so vor, als waeren die meisten Menschen nicht in der Lage "normal" (im sehr positiven Sinne) mit ihren Mitmenschen umzugehen: jeder ist sich selbst der naechste. Es sind schon die scheinbar kleinen Dinge bei denen sich das widerspiegelt: Ruecksichtlosigkeit im Strassenverkehr, trotz Verbot rauchen in Kneipen, Nachbarschaftsstreitereien wegen nahezu nichts, etc...
    In der Unibibliothek kam eine Durchsage, dass bei Verstecken / Verstellen der Buecher Hausverbot erteilt wird (richtete sich an die Juristen und Theologen bei denen das offensichtlich normal zu sein scheint...).
    Die Liste ist endlos und wirft - meiner Ansicht nach - ein sehr schlechtes Bild auf den Zustand der Gesellschaft.

    Einen schoenen Abend noch, l.
  8. #8

    Super!

    Juhu, endlich mal jemand der eines der Probleme auf den Punkt bringt. Wenn die Schulen jetzt noch lehren, wie man kooperativ an Probleme herangeht, anstatt die Kids zu egozentrischen Ellenbogenschubsern zu drillen haben wir einen weiteren Schritt. Dann noch eine Politik, die statt Angst (Terror hier Terror da) und Schrecken (mehr Überwachung hier mehr Überwachung da) ein wenig mehr Vertrauen und Freiheit für die eigene Bevölkerung aufbringt - und der nächste Schritt. Dann sägen wir noch die falschen Vorbilder á la "ich stopf mir die Taschen voll und nach mir die Sintflut" Typen ab: Manager, Arbeitgeberpräsidenten usw. Und wieder ein Schritt und der Weg frei zum letzten Schritt: Wiedereinführung der sozialen (nicht der "Neuen sozialen"!!!) Marktwirtschaft und das zahlen von Löhnen, die bei Vollzeit nicht ihre Empfänger zu Sozialhilfeempfängern machen. Es wird zwar keine Amokläufe verhindern, aber dank gestiegener Lebensqualität trotzdem deren Wahrscheinlichkeit verringern.
  9. #9

    Da gibt es nichts zu diskutieren

    Der Artikel bringt meine Gedanken genau auf den Punkt!
    Hinzufügen möchte ich nur, wie unmöglich ich es finde, daß immer wieder versucht wird den Lehrern den Hauptteil der Erziehung unserer Kinder zuzuschieben.
    (Anm.:Bin keine Lehrerin)