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Körperspender-Stau: Leichen über Leichen

Bert Bostelmann / BildfolioAb ins Formalin und keinen Ärger für die Angehörigen - so stellen sich das Körperspender vor. Doch zu viele Menschen wollen ihren Leichnam inzwischen einer Uni überlassen. Immer öfter müssen Hochschulen deshalb potentiellen Spendern sagen: Sorry, ihre Leiche wollen wir nicht.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...830950,00.html
  1. #10

    Schade eigentlich

    "Medizinische Fakultäten, meint Sommer, seien schließlich auf Körperspenden angewiesen, die Studenten lernten ja an Leichen, wie man mit dem Skalpell Haut schneidet, wie sich Organe anfühlen und wie man alles wieder zusammennäht."

    An manchem Körper eines Privatpatienten könnten Studenten vielleicht auch lernen, wie Narben aussehen können, wenn einem Aufschneider im entscheidenden Moment die Zeit fürs ordentliche Zusammennähen fehlt.

    Aber Friedwald mit den Namen im Scheckkartenformat ist ja auch nicht so verlockend.
  2. #11

    Zitat von SpitzensteuersatzZahler Beitrag anzeigen
    Wenn ein Medizinstudium den Staat immernoch 250.000 Euro kostet, dann müsste man langsam mal drüber nachdenken, ob man es zulassen sollte, dass dann die hier ausgebildeten Ärzte im Ausland steuergünstig ein höheres Einkommen beziehen.

    Den Abwanderern sollte man die Kosten ihrer Ausbildung in Rechnung stellen. Das wäre nicht die Lösung des Problems, aber ein Schritt in die richtige Richtung.
    Ähm klar? Schon mal daran gedacht, warum die Leute abwandern??
    Genau weils in Deutschland einfach unter aller Sau ist. Das System gehört geändert, dann wandern auch weniger ab. Eben nicht massig Überstunden schieben usw. Das kommt den Patienten dann sogar auch noch zugute, weil sie nicht von einem total übermüdeten Arzt behandelt werden.
  3. #12

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab ins Formalin und keinen Ärger für die Angehörigen - so stellen sich das Körperspender vor. Doch zu viele Menschen wollen ihren Leichnam inzwischen einer Uni überlassen. Immer öfter müssen Hochschulen deshalb potentiellen Spendern sagen: Sorry, ihre Leiche wollen wir nicht.

    Uni-Kliniken klagen über zu viele Körperspenden - SPIEGEL ONLINE
    Nein das siehst du falsch. Organspenden an lebende können nur von klinisch toten Menschen erfolgen, deren organe noch funktionieren (durch lebenserhaltende maßnahmen im KH) deren Gehirn aber schon tot is tz.B. nach einem Unfall. Wenn Jemand natürlich oder durch krankheit stirbt versagen auch die Organe.
  4. #13

    Zitat von -kk- Beitrag anzeigen
    Welche Kosten?

    Da gibt es Menschen die sich dankenswerter Weise freiwillig der medizinischen Lehre zur Verfügung stellen, aber niemand will sie haben, weil es zu teuer ist 2000 € für eine anschließende Bestattung und Grabpflege aufzubringen? Wie peinlich ist das denn, bitte schön?

    Das ist ja leider nur der kleine Teil. Im Anschluss muss so ein Körper mühsam in Formalin konserviert werden. Dazu braucht man Personal und Räumlichkeiten. Der Präpkurs selbst braucht auch Zeit, Personal und vor allem wieder Raum.

    In Frankfurt wurden konsequent die Gruppen für den Kurs vergrössert, da weniger Körper im Raum gelagert werden durften. Formalin ist nunmal giftig und da brauch man entsprechende Lüftung für.

    Dass man Nähen im Kurs lernt ist übrigens Dünnpfiff. An Formalinkörpern im 1. Studienjahr nähen zu lernen ist völlig sinnfrei.
  5. #14

    Zitat von delta058 Beitrag anzeigen
    Trotz unserer modernen Medizin ist da nicht zu holen?
    Die Realität ist leider nicht Dr. House wo man Organe zusammen mit Infektionskrankheiten transplantiert.
    Und auch bei Patienten die mit neuem Organ nur eine Lebenserwartung <0 Jahre haben gibt man keine Organe mit Metastasen.

    Zitat von delta058 Beitrag anzeigen
    Das ist klar, aber ist es nicht egal, von der Pysche her, ob man seinem Körper nun teilweise oder ganz irgendwelchen Herren und Damen in weiß zur Verfügung stellt, damit die daran rumschnibbeln?
    Nein ist es nicht.
  6. #15

    Ich schließe mich meinen Vorrednern bezüglich der Organspendenproblematik absolut an.
    Übrigens lernen Studenten absurderweise (immer mehr Deutsche) im europäischen Ausland (z.B Polen) an Leichen, die bereits über zehn bis zwanzig Jahre in Formalin eingelegt sind, angeblich aus Mangel an Körperspenden Könnte man nicht an eine Art Umverteilung denken? Oder ist das Pietätlos?
  7. #16

    Aufklärung tut in der Tat Not.

    Zitat von axiom Beitrag anzeigen
    Sehe ich das richtig, das Problem der Organspenden ist auch gelöst? Nieren haufenweise?

    Nein?

    Dann bitte ich um Aufklärung, lieber Autor.
    An diesem und anderer Kommentaren läßt sich ablesen, daß die Aufklärung noch starke Mängel aufweist.

    Erst manchen sich die Leute Gedanken über ein menschenwürdiges Ableben, die Patientenverfügungen boomen und werden endlich von Ärzten und Justiz respektiert. das hat natürlich zur Folge, daß weniger Organe zur Transplantation zur Verfügung stehen.

    Organe können nur aus dem LEBENDEN ORGANISMUS transplantiert werden. Die Rolle des Gehirns wird dabei noch unterschiedlich bewertet. Hirntod klingt so einfach. Danach folgt ENTWEDER menschenwürdiges Sterben ODER Maximaltherapie bis zur Organentnahme. Beides geht nicht.

    In diesem Artikel geht es aber um KÖRPERSPENDER, die in Ruhe sterben wollen. Wenn sie dann tot sind, sind ihre Organe "unbrauchbar", aber als Übungsmaterial für angehende Ärzte unübertrefflich.
  8. #17

    Meine Mami wird jetzt Mumie

    Zitat von severinfaustus Beitrag anzeigen
    Übrigens lernen Studenten absurderweise (immer mehr Deutsche) im europäischen Ausland (z.B Polen) an Leichen, die bereits über zehn bis zwanzig Jahre in Formalin eingelegt sind,....
    Und?
    Formalin ist ein Konservierungsmittel!
    Wenn der Körper konserviert ist, hält er sich: er ist eine Konserve.
    Dann ist es egal, ob er 1 Jahr, 10 Jahre oder 200 Jahre alt ist.
  9. #18

    Friedwald reicht mir völlig!

    Zitat von caecilia_metella Beitrag anzeigen
    Aber Friedwald mit den Namen im Scheckkartenformat ist ja auch nicht so verlockend.
    Überhaupt finde ich den Bestattungszwang in der gegenwärtigen Form schlicht verfassungswidrig. Ein "Entsorgungszwang" würde völlig reichen, damit Opa nicht einfach im Wald abgeladen wird.

    Ich schließe mich einem meiner Vorposter hier an: Mit meiner Asche düfte man gerne im Winter die Gehwege streuen.

    Aber nein, hier in Deutschland wird man nicht nur gezwungen, sich von Bestattungsinstituten gnadenlos abzocken zu lassen, je nach Wohnort muss man sich auch noch neben einer Kirche verbuddeln lassen, ob man nun religiös war oder nicht. Religionsffreiheit beinhaltet auch die Freiheit, eben keine Religion zu haben.

    Und dann ist zu allem Überfluss der Quadratmeterpreis auf dem Friedhof an meinem Wohnort zwölfmal so hoch wie der eines Quadratmeters Bauland. Und dann gehören mir diese 2 Quadratmeter noch nicht einmal, ich darf mich da nur für 20 Jahre einbuddeln lassen. Können meine Hinterbliebenen wenigstens während dieser 20 Jahre das Grab gestalten wie sie wollen? Natürlich nicht! Es gibt ja Friedhofssatzungen mit teilweise absurd rigiden Vorschriften.

    Wirklich schade, dass ich meinen Leichnam wahrscheinlich nicht einmal mehr spenden kann.
  10. #19

    Mangel an Körperspenden

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Und?
    Formalin ist ein Konservierungsmittel!
    Wenn der Körper konserviert ist, hält er sich: er ist eine Konserve.
    Dann ist es egal, ob er 1 Jahr, 10 Jahre oder 200 Jahre alt ist.
    Theoretisch, ja, praktisch- auf gar keinen Fall. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es extreme Unterschiede gibt und die Qualität der anatomischen Strukturen erheblich mit der Zeit abnimmt. Und es geht ja gerade bei der Anatomie um Details!
    Hier herrscht also ein Mangel an Körperspenden.


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