Knack-Test: Auch teure Fahrradschlösser versagen oft

ABUSBügel oder Panzerkabel, Billig- oder Luxusvariante: Wer sein Fahrrad sichern will, hat die Qual der Wahl. Die Stiftung Warentest untersuchte 37 Schlösser - und bewertete fast die Hälfte als mangelhaft. Einen Rat sollte jeder befolgen, der seinen Drahtesel nicht an einen Dieb verlieren will.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...-a-890126.html
  1. #1

    Der Artikel verschweigt, was der entscheidende Unterschied in der Aufbruchssicherheit ist: es gibt zwei Schlossarten, Stift-zugehaltene Schlösser, und Drehscheiben-zugehaltene Schlösser.
    Bei den Stift-zugehaltenen Schlössern sehen die Schlüssel ziemlich üblich aus, mit nem Bart und Zähnen. Diese Schlösser bekommt man mit einer Sperrpistole (was man im fernsehen von Schlüsseldiensten kennt) in teils nur wenigen Sekunden auf. Ausserdem reicht eine Sperrpistole oder Lockpicking-Werkzeug (gibts schon für nen zweistelligen Betrag) um alle stift-zugehaltenen Schlösser zu öffnen.

    Bei Drehscheiben-zugehaltenen Schlössern sehen die Schlüssel rund aus, mit so Kerben (siehe Abus Granit). Bei diesen Schlosstypen braucht der Dieb für jedes Modell ein eigenes Werkzeug. Also 300EUR-Werkzeug für Abus Granit, und wieder 300EUR für Abus Varedo z.B..

    Kryptonite hatte früher mal ein Disaster mit Stift-zugehaltenen Schlössern die sich mit einem Kugelschreiber öffnen ließen. Seitdem gibt es Drehscheiben-Schlösser in allen Produktklassen bei Kryptonite. Abus bietet Drehscheiben-Schlösser nur in den oberen Qualitätsklassen an.
    Auch wird die Chance dass ein Dieb das Werkzeug für z.B. Abus Granit-Schlösser dabei hat, höher sein, als die Chance dass er das Werkzeug für ein preiswertes Kryptonite dabei hat. Die Anschaffung des Werkzeugs für Abus-Schlösser lohnt sich für den Dieb eher, da die häufiger verbreitet sind und die teureren Räder dran hängen. Ich würde also zu Kryptonite raten (benutze aber selbst Varedo, weil ich die Möglichkeit schätze mit einem Schlüssel alle meine Schlösser öffnen zu können, bzw. mir weitere Schlösser nachbestellen zu können, die zu meinem Schlüssel passen).

    Wichtig ist auch noch die Position des Schlosses. Man sollte es so anbringen, dass der Dieb keinen guten Zugang zum Schließkanal hat. Also z.B. so nah an einer Wand oder einem Fahrradanbauteil, dass man gerade noch Platz hat, den Schlüssel in den Schließkanal zu bekommen, aber ein längeres Werkzeug keinen Platz hat. Ausserdem sollte das Schloss nicht an der Erde aufliegen oder auf einem Fenstersims, um gewaltsames Öffnen zu erschweren.

    Die beste Maßnahme zum diebstahlschutz ist allerdings die Boruttisierung. Das heisst die optische Verschandelung des Fahrrads, bei vollständig erhaltener Funktion. Ziel ist es, dass der Dieb die Anbauteile nicht mehr beim Hehler verkaufen kann, weil z.B. Markenbezeichnungen weggeschleift wurden.
    Hier noch mehr Anregungen wie man Boruttisieren kann.
    Effektiver Diebstahlschutz für Fahrräder | Andreas Borutta
  2. #2

    Mumpitz

    Die letzte Test von Stiftung Warentest hat ein US-Importprodukt von Westfalia empfohlen. Ich habe 2 gekauft und beide waren im Schlossbereich nach 1 Woche durchgerostet und unbrauchbar.

    Die Kompenetenz von Warentest in diesem Bereich ist äusserst zweifelhaft.
  3. #3

    Bo...was???

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Die beste Maßnahme zum diebstahlschutz ist allerdings die Boruttisierung. Das heisst die optische Verschandelung des Fahrrads, bei vollständig erhaltener Funktion. Ziel ist es, dass der Dieb die Anbauteile nicht mehr beim Hehler verkaufen kann, weil z.B. Markenbezeichnungen weggeschleift wurden.
    Taucht nix. Dem Gelegenheitsdieb ist es letztendlich gleich, ob die Komponenten hochwertig sind oder nicht - entweder braucht er nur ein Vehikel für die Tour von A nach B oder 20 Tacken für den nächsten Schuss, die er von jedem Hehler bekommt. Und wenn es wirklich sein muss, gibts die entsprechenden Decals in der Bucht.

    Und die Profis geben sich schon lange nicht mehr mit einem Fahrrad zufrieden, sondern räumen gleich ganze Lagerbestände ab.

    Darum lieber das Bike entsprechend versichern. Dann kann man sich wenigstens Ersatz beschaffen, anstelle in die Röhre zu schauen.
    Wichtig: auch der Vandalismus sollte versichert sein. Da die Versicherungen je nach Wert des Rades auf entsprechende Sicherungen bestehen, gibt es auch dann Cash, wenn ein Dilletant am Schloss scheitert und sich dann am Bike abreagiert.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Stiftung Warentest untersuchte 37 Schlösser - und bewertete fast die Hälfte als mangelhaft.
    Wenn man in der Stadt lebt und sein Rad nicht mit in die Wohnung nehmen will, ist es am Besten, wenn man ein altes aber gut funktionierendes Fahrrad hat. Gute Komponenten und vergammelter 80er - Jahre - Rahmen und wichtig: selten putzen.
    Dann reicht auch ein Billig- Schloß für 15 Euro. Alternativ kann man ne Metallkette durch nen alten Schlauch ziehen und zusammen mit nem Vorhängeschloß als Diebstahlschutz benützen.
  5. #5

    optional

    Teures Rad ins Haus. Stadtschlampe am Laternenpfahl festsetzten. Das dicke Schloss bleibt in der Stadt/Schule und ist dort jederzeit verfügbar. Fürs Auto zwei dicke Burgmeisterketten, 2 Schlösser. Kette geht durch den Leiterrahmen.
  6. #6

    Kein Test sondern ABUS Werbung

    Ersteinmal Danke an Ingmar E. für die fundierten Hinweise.

    Ich habe mir den Test mal genauer angesehen und bedauerlicherweise 2,50 € dafür bezahlt.
    Entgegen der Überschrift bei Test, gibt es eine ganze Reihe auch günstiger Schlösser mit "guten" oder "sehr guten" Aufbruchschutz. Allesamt wurden Sie wegen Schadstoffbelastung abgewertet. auf "Mangelhaft".

    Zudem wurden bekannt gute Schlösser z.B. vor Tretlock nicht getestet. Während von Abus die hochwertigsten Schlössser in den Test kamen, wurden die der Fa. Tretlock ausgelassen.

    Zudem sind praktisch alle Testkriterien (inkl. der Schadstoffgrenzwerte) nicht Transparent.

    Dazu kommt,das die Haltbarkeit der Schlösser mit mageren 5 % ins Ergebnis einfließen.. Dies bestätigt die Erfahrungen von KuGen.

    Also viel Wind um nichts....
  7. #7

    Der Sorglose

    fährt ein Rad, das keinerlei Begehrlichkeiten weckt. Ganz einfach
  8. #8

    Schadstoffbelastung?

    Dir Stiftung Warentest mal wieder.... Ich glaube kaum das hier jemand sein Schloss essen möchte..
    Na ja.....
    Aber mal ein Tipp:
    Ich benutzte ein Selbstbauschloss, Kette durch Stabilen, Hydraulikschlauch gezogen und ein gutes Vorhängeschloss.
    Ist zwar unhandlich, aber mit Bolzenschneider und Flex kaum zu knacken...
  9. #9

    Interessant, wie sie hier alle die Angst unterstützen

    und meinen, man solle sein Rad verschandeln, dass es nicht geklaut wird etc pp

    Keiner regt sich über die Kriminalität ansich auf, und über die oft laxe Polizei und /oder Staat !
    Überall in Deutschland sollte man ohne !Probleme ein hochwertiges Rad benutzen können ! Und wenn nicht, dann sollen die Bürger mal mehr Zivilcourage beweisen, das ! ist doch das Problem !

    Von mir wurde ein Rad durch die U-Bahn mit Schloss geklaut, keiner hat den Dieb auf das abgeschlossene Rad angesprochen !
    Beim 2. Mal wollte die Polizei nicht kommen, obwohl der Dieb in der Nähe im Hinterhof am Schloss aufsägen war.

    Das Problem ist eher ein Gesellschaftliches, und die ganzen Egoisten und Weggucker sollte man zuerst aufgreifen, u.a. wegen unterlassener Hilfeleistung !!!