Kluftinger mit Knaup: Dieser Kommissar ist unverständlich

ARDSo echt klang die deutsche Provinz im Fernsehen lange nicht: In dem ARD-Krimi "Milchgeld" spielt Herbert Knaup den beliebten Kommissar Kluftinger - und spricht ein für viele Zuschauer völlig unverständliches Allgäuerisch. Ist das jetzt mutig? Oder schlicht eine Frechheit?

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,829675,00.html
  1. #50

    da hilft auch kein Alk

    Zitat von skeptiker81 Beitrag anzeigen

    Wenn Sie nichts verstehen, dann schalten Sie doch die Untertitel für Höhrgeschädigte ein. Vielleicht klappt es ja dann. ;)
    Bleibt die Frage, warum und wofür in Fernsehgebühren zahle?

    Filme mit Untertitel habe ich mir mein Lebtag noch nicht angetan.
    So besoffen kann man gar nicht sein!
  2. #51

    @ nurich666
    Der Dialekt war bei vielen - Musiker/Kluftingers Frau/sein Kollege - echt. Thilo Prückner als K's Vater hatte ihn nicht so drauf. Das beurteilt ein "hessischer Allgäuer", der - siehe Posting 44 - seinen Dialekt noch so beherrscht, dass Einheimische meinen: "Du kasch des abr no guat". :-)
  3. #52

    fand ich diesen "Krimi" für einen Ostwestfalen. Zumindest meine Frau und ich hatten damit keine Probleme...Im Übrigen fand ich ihn gut und Knaup macht seine Sache klasse....
    Wenn ich hier die Bauern platt küern höre wird es für mich Eingeborenen teilweise unverständlicher als das allgäuerisch dieses Kluftingers....
  4. #53

    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Bleibt die Frage, warum und wofür in Fernsehgebühren zahle?
    Fragen Sie sich das erst jetzt? Also mir geht das schon seit vielen, vielen Jahren so. Das Konzept GEZ ist an sich gesehen eine Unverschämtheit. Jeder wird gezwungen für ein Programm, das er nicht sehen möchte zu zahlen... Da finde ich persönlich Pay-TV ehrlicher...
    Filme mit Untertitel habe ich mir mein Lebtag noch nicht angetan.
    So besoffen kann man gar nicht sein!
    Da entgeht ihnen jedoch etwas. Vor allem bei japanischen Filmen geht mit einer Synchro einiges an Betonung verloren.
  5. #54

    ,

    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Unverständliche Dialekte werden heute noch in allen möglichen Gegenden Deutschlands gesprochen. Im Norden wie im Süden, im Westen wie im Osten, das ist wahrlich nichts ungewöhnliches.
    Wenn dieser Film tatsächlich für die meisten unverständlich ist, dann gehört er in das regionale Dritte und nicht das 1. Programm.
    Unverschämtere Geldverschwendung geht wohl nicht?
    Doch, bestimmt.

    Ich finde, gerade in einheimischen Filmen ist es besonders wünschenswert, z.B. auch die sprachlichen Eigenheiten der jeweiligen Region auszudrücken. Richtiger Dialekt ist das ohnehin nicht. Der wird ja nur eingestreut und ist in vielen Dialogen nicht mehr als die Andeutung eines regionaltypischen Tonfalls.

    Ich finde es gut und ich hatte auch keine Probleme, das zu verstehen.
  6. #55

    Zitat von frontmann22 Beitrag anzeigen
    Ich bin aus dem Norden und mich nervt die ständige Frage der Schwaben "verstehst du mich ?"
    Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid ? Aliens ?
    Eben, eben. Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, im Norden nicht verstanden zu werden. Und umgekehrt ist mir noch nie einer aus anderen Bundesländern begegnet, den ich nicht verstanden hätte.

    Ich glaube, das kommt daher, weil das, was wir von unserem Gegenüber aus der jeweils anderen Region hören, nicht deren Dialekt ist, sondern deren Versuch, Hochdeutsch zu sprechen.

    Zitat von frontmann22 Beitrag anzeigen
    Wirklich schwierig wird es erst mit dem echten Plattdeutsch.
    Alle anderen Dialekte sind sinngemäß gut zu verstehen. Man muss ja nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.
    Ich glaube einen echten Dialekt -egal woher- versteht man tatsächlich nicht so einfach.

    Ein gutes Beispiel sind die Wiener. Den Wiener Dialekt glaubt man aus der Musik (Wolfgang Ambros und Co.) oder aus dem Fernsehen (Kottan und Co.) zu kennen. Was man da hört, ist aber zum großen Teil einfach nur ein regionaltypischer Tonfall und ein paar eingestreute Ausdrücke, die sich aber aus dem Zusammenhang erschließen. Wenn man Wienern untereinander zuhört wenn sie echten Wiener Dialekt sprechen, versteht man genau so wenig oder viel wie bei Platt, Kölner Dialekt oder bei Bayerisch. Und irgendwie glaubt sowieso jeder, er hätte den speziellsten Dialekt.
  7. #56

    Die vielen Krimis und Spielfilme mit norddeutsch sprechenden, nuschelnden, silbenschluckenden und flüsternden Schauspielern, mit einer alle Dialoge störenden "musikalischen" Untermalung gehören schon lang mit Untertiteln versehen. Im Übrigen ist das herrliche Allgäuerisch nicht zwischen Schwäbisch und Bayrisch angesiedelt, sondern lupenreines Schwäbisch, weit besser, authentischer und kräftiger als beispielsweise das dekadente Stuttgarter Schwäbisch. Mir hat Kluftis Milchgeld einen Heidenspaß gemacht, herzlichen Dank an Knüpfel, Kobr und Knaup samt BR und ARD!
  8. #57

    Zitat von willy1944 Beitrag anzeigen
    @ nurich666
    Der Dialekt war bei vielen - Musiker/Kluftingers Frau/sein Kollege - echt. Thilo Prückner als K's Vater hatte ihn nicht so drauf. Das beurteilt ein "hessischer Allgäuer", der - siehe Posting 44 - seinen Dialekt noch so beherrscht, dass Einheimische meinen: "Du kasch des abr no guat". :-)
    Ich habe nicht lange geschaut, mir ist nur aufgefallen, daß ich eigentlich jedes Wort verstanden habe und ich mich deswegen gefragt habe was daran so schwer verständlich sein soll. Keine Ahnung ob Sie Heinz Becker kennen, der redet selbstverständlich nur ein bisschen saarländisch eingefärbt. Weshalb ich auch gemeint habe es hier auch so zu verstehen, ansonsten wäre das ein wirklich sehr gut verständlicher Dialekt. Zumindest für mich und ich habe in Bayern und Österreich schon recht grosse Schwierigkeiten gehabt bis ich mich an die "Sprache" gewöhnt hatte.
  9. #58

    Hochdeutsch - Sprache aus der Retorte

    Sicher deutlich über 95 % der TV-Produktionen laufen doch ohnehin auf Wichtigtuer-Deutsch, da ist es geradezu eine Wohltat, Dialekte zu hören, auch die krasseren. Ohne Allgäuer zu sein, verstand ich eigentlich alles, und ich habe mich auch noch köstlich über den schrägen Dialekt amüsiert. Auch den Anfang einer "Neues aus Büttenwarder"-Folge in Platt habe ich schon mal gesehen, dann wurde mir aber die Handlung zu doof - leider.
    Andersrum habe ich aber auch schon die ersten 60 Minuten von irgendwelchen Fernsehfilmen gesehen, bis beispielsweise endlich einmal kurz die Türme der münchner Frauenkirche in einem Schwenk durch's Bild gehuscht sind - aha, in München soll das also handeln, wäre ich nie darauf gekommen. Sowas ist wirklich schwach! Die, die sowas drehen, sollten lieber ganz weit weg auswandern, wenn sie sich so für ihr Heimatland schämen, aber nicht dem Gebührenzahler ihren geschmacksneutralen Käse aufdrängen.