ARDSo echt klang die deutsche Provinz im Fernsehen lange nicht: In dem ARD-Krimi "Milchgeld" spielt Herbert Knaup den beliebten Kommissar Kluftinger - und spricht ein für viele Zuschauer völlig unverständliches Allgäuerisch. Ist das jetzt mutig? Oder schlicht eine Frechheit?
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,829675,00.html
Südlich der Uerdiger Linie werden eben vorwiegend die Oberdeutschen Dialekte gesprochen. Im Übrigen wird in Deutschland im Alltag nirgendwo korrektes Hochdeutsch gesprochen, nicht einmal in Hannover und Umgebung.
Südlich der Uerdiger Linie werden eben vorwiegend die Oberdeutschen Dialekte gesprochen. Im Übrigen wird in Deutschland im Alltag nirgendwo korrektes Hochdeutsch gesprochen, nicht einmal in Hannover und Umgebung.
Liegt vielleicht bei den meisten Deutschen einfach auch nur daran, dass man im Fernsehen vorwiegend
- Hochdeutsch
- verharmlostes Norddeutsch
- verharmlostes Sächsisch
- Kiezdeutsch (wird das überall so genannt? Es geht um die "Ey Alda, isch mach disch feddisch" Fraktion)
zu hören ist. Bitte verzeihen Sie mir, wenn ich vereinzelte Dialekte vergessen habe. Die oben aufgeführten sind jedoch diejenigen, die mir aktuell zum TV-Programm eingefallen sind.
Vielleicht würden wir uns alle wieder ein bisschen verbundener fühlen, wenn wir einander besser verstehen würden. Wer weiß? Ansonsten gibt es doch eine ganz einfache Methode um der ARD zu zeigen, dass man mit dem gefahrenen Kurs nicht zufrieden ist. Einfach nicht einschalten...
Oder doch endlich mal per Petition durchbringen, dass die öffentlich Rechtlichen zu Pay-TV werden. Dann kann man sich überlegen, ob man wirklich einen Vertrag abschließen möchte. :)
Genau das dachte ich auch spontan, als ich diesen Schwachsiinn des uninformierten Schreiberlings las. Ohnsorg, das war in der ARD "lustiges" Klein-Erna-Gesabbel, hatte aber rein gar nichts mit Dialekt zu tun. Das kann der interessierte heute noch gut in den zwei verschiedenen Versionen von "Neues aus Büttenwarder" hören.
Ob algäuerisch, sächsisch oder platt - TV darf durchaus etwas anspruchsvoll sein. Wer das nicht mag soll eben totsyncronisierte US-Serien bei den privaten ansehen. Im Orginal werden uns diese (obwohl wir seit jahrzehnten alle Englisch lernen) vorenthalten.
Vorbildlich finde ich da teilweise die Schweizer - da iast sehr viel im regionalen Schwizerdütsch und dazu dann hochdeutsch-schweizer Untertitel. Für all die die mehr als zwei Täler weiter wohnen!
Wartet doch erst mal ab, bis Till Schweiger seinen Tatort macht. Dann versteht man auch nichts. Denkt sich einer.
"...Liebevoll altmodisch erzählt Regisseur Rainer Kaufmann diesen Heimatfilm, gemütlich, direkt und ungekünstelt."
Und genau hier, und nicht im Dialekt, sehe ich ein Problem. Warum soll Dialekt eigentlich immer nur "gemütlich", "ungekünstelt", "direkt" sein? Es ist genau diese Verbannung ins gemütliche, irgendwie immer in der Nähe der Komödie liegende, die (mich zumindest) nervt. "Ja, die Menschen auf dem Land, die sind noch ehrlich, treu, etwas tolpatschig zwar, aber ja alle gutherzig und gemütlich"....klar! Als ob es nicht auch unter Dialektsprechern Grausamkeit, Haß und Verbitterung gäbe.
Umgekehrt ist es immer höchstgradig irritierend, daß, wenn es mal einen Film mit Tiefgang über ein Verbrechen in der Provinz gibt, die Schauspieler durchgängig perfektes Theaterdeutsch sprechen. Da wird dann selbst die niederbayerische Bäuerin zur Hannoveranerin, weil es ja "keinen Tiefgang" hätte, spräche sie Dialekt.
im Norden (mit Ausnahme der Küstenregionen) gibt es eigentlich keinen
gesprochenen Dialekt mehr, -anders als im Süden (BY,BW,Hessen) wurden im Norden die Dialekte "gekillt". Auch im süden wurde der Versuch gemacht der Gott sei Dank weitgehend daneben ging. Ausnahme-München wo sowieso bald mehr Nordlichter als Bayern leben