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Klavierlegende Glenn Gould: James Dean am Klavier

Dan WeinerKeiner behandelte Noten, Tempi und Klänge wie er: Der Pianist Glenn Gould war wild und rebellisch, aber auch penibel und in sich gekehrt. Jetzt wäre der Virtuose 80 Jahre alt geworden - sein Lebenswerk ist präsenter denn je.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...856668,00.html
  1. #1

    Schöner Artikel … aber die Überschrfift!!

    Also, ohne James Dean zu nahe treten zu wollen: Gould mit Dean zu vergleichen, tut den intellektuellen Kapazitäten beider unrecht: Goulds Texte sprühen von Intellekt und Fachwissen … James Dean war ein netter junger Mann, etwas stürmisch … aber das war's dann auch schon an Parallelen mit Gould. Kann sich jemand vorstellen, ein 49jähriger Dean hätte einen Klassiker der Schauspielkunst – sager wir: Hamlet, Faust, … – mit so unvergleichlicher Reife und Tiefe dargestellt, mit der Gould seine zweite Aufnahme der Goldbergvariationen gespielt hat.

    Und übrigens: Er summt nicht immer nur mit, er erfindet sogar gelegentlich neue polyphone Linien zu den vorhandenen hinzu! (S. Goldberg-Variationen und Wohltemperiertes Clavier).
  2. #2

    optional

    Mag sein, dass Glenn Gould die Möglichkeiten des Internets begeistert hätte. Was ihm ganz sicher nicht gefallen hätte, ist die schlechte Klangqualität von mp3 und ähnlichen Formaten. Jemand, der ein Leben lang der perfekten Aufnahme hinterher läuft, wäre die Entwicklung von hochentwickelter Analogtechnik (Anfang der 1980er) zur heutigen komprimierten Emotionslosigkeit ein Graus gewesen. Meine Vermutung ist, dass Glenn Gould 1982 deswegen einen Schlaganfall bekam, weil er seine neu eingespielten Goldberg-Variationen auf CD gehört hat. Ja, nur so kann es gewesen sein!
  3. #3

    alle jahre wieder

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Keiner behandelte Noten, Tempi und Klänge wie er: Der Pianist Glenn Gould war wild und rebellisch, aber auch penibel und in sich gekehrt. Jetzt wäre der Virtuose 80 Jahre alt geworden - sein Lebenswerk ist präsenter denn je.

    Klavierlegende Glenn Gould: Neuveröffentlichungen zum 80. Geburtstag - SPIEGEL ONLINE
    das gesamtwerk goulds wird so ziemlich alle fünf jahre in
    neuen verpackungen wiederveröffentlicht und hinterher verramscht.
    ich hatte immer das gefühl, dass gould alles außer bach langweilte,
    was seinem spiel oft anzuhören ist.
    auch wenn er behauptete, etwas gut zu finden,
    hörte es sich oft halbherzig an, z.b. die aufnahmen von gibbons.

    gould summt nicht die melodie mit, sondern eine dritte stimme.
    das kann man hören und er sagte es selbst oft.
    außerdem brummt er nicht, er singt.
    warum sollte ausgerechnet gould das internet lieben?
    es wäre ihm vielleicht zu dumm gewesen.
    abgesehen von der einhergehenden verramschung von musik
    mit schlechter tonqualität.
    sein klavierstuhl war nicht maßgeschreinert,
    er war nur ein zusammengeflicktes wrack von
    einem stuhl ohne den er nicht spielen konnte.
  4. #4

    Kunstfern

    Einmal mehr ein kunstferner Artikel des SPON.
    Warum vergeuden Sie derart viele Zeilen mit einer unnützen und völlig abwegigen Behauptung, er hätte das Internet geliebt? Was möchten Sie mit dieser Mutmaßung ausdrücken?
    Wahrscheinlich hätte er es gehasst und als Tummelplatz diverser mittelmäßiger Kulturbanausen wie die der SPON-Musikredaktion und als reine Zeitvergeudung beschimpft. Musiker sind als allererstes Einzelgänger und dementsprechend verhalten sie sich, der einer mehr, der andere weniger exzentrisch - und zwar aus Sicht der musikfernen, bürgerlichen Gesellschaftsschichten. Außerdem sind Aussagen, dass dabei irgendwelche Fugen "aufregende Formen angenommen hätten", reinster Unfug. Wissen Sie überhaupt, was eine Fuge ist und dass sie wahrscheinlich die allerletzte musikalische Form darstellt, die sich für ein kooperatives Komponieren oder Spielen eignet? -
    Kommen wir zur sogenannten "Bibel der Pianisten" vom Meister der schnellen und endgültigen Bewertung aller Musikschaffenden, also Herrn Kaiser. Dieser besitzt die zugegebenermaßen seltene Gabe, komplizierte Fragen und Sachverhalte auf eine für reine Liebhaber plausible Weise in wenigen Sätzen zu beantworten oder endgültig zu bewerten. Ein Guido Knopp der Musik also. Z.B. Fragen unbeantwortet zu lassen oder mehrere Möglichkeiten einer Interpretation zuzulassen, sind seine Stärke nicht. Leider nutzt er sein zweifellos vorhandenes Wissen für eine hauptsächlich schwarz-weiße Betrachtung der Musikwelt, so dass ich Ihren Verweis auf sein Buch und dessen Beschäftigung mit G. Gould nicht als eine Art Gütesiegel für unseren Protagonisten ansehen kann.
    Viel aussagekräftiger war die Bewunderung Swjatoslaw Richters, der nach einem der berühmten Moskauer/Leningrader Konzerte Goulds, die bei Ihnen noch nicht einmal erwähnt werden, zu seinem Freund Rostropowitsch sagte, dass er Bach vielleicht auch so wunderbar spielen könne wie Gould, dass er dafür aber leider viel zu viel üben müsse. -
    Vielleicht sollten Sie zukünftig mehr über Hollywood als über Musik schreiben. Der entsetzlich abwegige Vergleich mit dem Schwarm postpubertierender Twens, also James Dean, läßt zumindest auf diesem Terrain eine gewisse Qualifikation erahnen.
  5. #5

    natürlich hätte jemand wie gould das internet, nämlich die kommunikation darüber geliebt.
    messages, emails perfekt für ihn.
    kommunikation ohne seine haus verlassen zu müssen.
  6. #6

    Klar, das verstörte, aber es gehörte zum Besten, was man sich als Klavierfan antun konnte.
    Der Satz steht für den Artikel: Pseudolocker, pseudoplausibel - aber eigentlich totaler Quatsch.

    "Verstören" ist so ein Lieblingsmöbelstück von Redakteuren, die sich Texte zu Interpreten klassischer Musik abquälen müssen. Fehlt noch "entstauben" und "gegen den Strich" und fertig ist das Mondgesicht.

    Gould hätte das wahrscheinlich noch nicht mal amüsiert. In seinen Texten und Sketchen setzte er nicht voraus, dass man mit ihm einer Meinung ist - eine gewisse Liebe zur Musik und Kenntnis der Materie aber schon.
  7. #7

    Glenn Gould hätte das Internet geliebt.

    Aber zu dieser Zeit war das Internet noch nicht verfügbar. So widmete ich eine Website zu Glenn Gould. Musik des Intellekts oder Music of Intellect.
    http://www.geocities.jp/imyfujita/goldberg/indexe.html
    Iori Fuita
  8. #8

    Zitat von KV491 Beitrag anzeigen
    Der Satz steht für den Artikel: Pseudolocker, pseudoplausibel - aber eigentlich totaler Quatsch.

    "Verstören" ist so ein Lieblingsmöbelstück von Redakteuren, die sich Texte zu Interpreten klassischer Musik abquälen müssen. Fehlt noch "entstauben" und "gegen den Strich" und fertig ist das Mondgesicht.

    Gould hätte das wahrscheinlich noch nicht mal amüsiert. In seinen Texten und Sketchen setzte er nicht voraus, dass man mit ihm einer Meinung ist - eine gewisse Liebe zur Musik und Kenntnis der Materie aber schon.
    Ich stimme Ihnen völlig zu, möchte Ihrer Liste aber noch die Begriffe "dekonstruktivistisch" und "Annäherung" hinzufügen.
    Der Autor hat jedoch mit seinem Ausdruck "Verstören" zufälligerweise nicht ganz daneben gelegen. Goulds erste Bach-Einspielungen wirkten tatsächlich sehr polarisierend auf die Musikwelt und wurden von vielen Gralshütern der "richtigen Bach-Interpretation" vor allem in Deutschland heftig kritisiert, abgelehnt oder schlichtweg ignoriert. Was ihnen allerdings nicht allzu schwer fiel, da Gould einige Aufnahmen und Konzerte mit Werken der klassischen Epoche ablieferte, die man tatsächlich als abwegig bezeichnen musste.
  9. #9

    Zitat von kajoter Beitrag anzeigen
    Ich stimme Ihnen völlig zu, möchte Ihrer Liste aber noch die Begriffe "dekonstruktivistisch" und "Annäherung" hinzufügen.
    Der Autor hat jedoch mit seinem Ausdruck "Verstören" zufälligerweise nicht ganz daneben gelegen. Goulds erste Bach-Einspielungen wirkten tatsächlich sehr polarisierend auf die Musikwelt und wurden von vielen Gralshütern der "richtigen Bach-Interpretation" vor allem in Deutschland heftig kritisiert, abgelehnt oder schlichtweg ignoriert. Was ihnen allerdings nicht allzu schwer fiel, da Gould einige Aufnahmen und Konzerte mit Werken der klassischen Epoche ablieferte, die man tatsächlich als abwegig bezeichnen musste.
    Danke, Sie haben Recht, finde ich. Aber bei der von Ihnen beschriebenen Reaktion war niemand "verstört" - es wurde etwas für falsch befunden, abgelehnt, was auch immer.

    Das heute alles, was sich von der Werbung im Vorabendprogramm unterscheidet, immer gleich "verstörend" ist, hat wahrscheinlich mit der starken Zunahme posttraumatischer Belastungsstörungen zu tun.

    Und damit möchte ich niemandem Unrecht tun, der wirklich Verstörendes erlebt hat.








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