Klarnamenzwang im Web: Frau Fake verteidigt die Pseudonyme
Mächtige Interessengruppen drängen auf einen Klarnamenzwang im Web: Laut Google und Facebook helfen nur echte Namen gegen Spammer, Spinner und Kriminelle. Dem widerspricht Flickr-Mitgründerin Caterina Fake: Für viele Menschen ermöglichen Pseudonyme im Web erst eine wirklich freie Nutzung.
In jeder Kneipe, auf jeder Straße, in jedem Fußballstadion, in jeder Speakers Corner im Hyde Park: überall in der freien Welt kann man anonym seine Meinung sagen. Ohne Ausweis, ohne Identitätsprüfung. Aber im Gegensatz zur realen Welt soll das Internet zum grundrechtsfreien Raum werden? Wie in China oder in Iran? Jeder Politiker sollte sich ganz genau überlegen, warum er im Internet die Identitätspreisgabe an die Meinungsfreiheit koppeln will, obwohl das sonst nicht notwendig ist. Sonst muss man sich fragen auf welcher Seite die Spinner und Trolle sitzen. In den Parlamenten? Die Parlamente als volltrunkener Stammtisch?
"(6) Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren."
zeigt nur mal wieder, wie wenig Ahnung die vom Internet haben. Genügte nicht schon der Stopschild-Blödsinn von Ursl von der Leine (gelassen)?
Hat sich da mal jemand gefragt, wie man so ein Klarnahmengebot überhaupt umsetzen kann? Ganz davon zu reden, was es überhaupt bewirken soll???
Ich glaube, die CDU tummelt sich mittlerweile gern auf solchen belanglosen Nebenschauplätzen der Politik, nur um zum einen die Jungen Konservativen einzusammeln u. zum anderen von viel wichtigeren Themen (sinken der Reallöhne, Aushölung der Festanstellungen durch Billigjobs u. Zeitarbeit...) abzulenken.
Die meisten Internetnutzer sind einfach nicht dämlich genug, um solchen gefährlichen Mist wie "Klarnamenzwang" angemessen oder sinnvoll zu finden.
Artikel wie dieser sind ebenfalls nur dazu da, Leser mit den Ideen der durchgeknallten Elite zu frequentieren, bis der Wahnsinn irgendwann als Normalität durchgeht.
Interessant wie diese Diskussion völlig an der Realität vorbei geht. Scheint daran zu liegen, dass die Personen, die Klarnamen im Internet fordern, weder eine Ahnung vom Internet, noch vom wahren Leben haben (zumeist nennt man diese Leute "Politiker").
Klar kann man sich im Internet gut hinter einem Pseudonym verstecken, aber wenn mich auf der Straße jemand anpöpelt, kenne ich seinen Namen doch auch nicht. Sollen wir deshalb nun alle Namensschilder auf unsere Kleidung kleben?!
Den überwiegenden Teil meines Lebens bleibe ich anonym. Wenn ich morgens Brötchen kaufe, stelle ich mich beim Bäcker nicht vor; ich gebe meinen Namen weder beim Autofahren noch beim Einsteigen im Bus bei meinen Mitmenschen kund und auch beim Tresengespräch in der Kneipe verteile ich vorher selten Visitenkarten.
"Dann erklärt Google, warum Nutzer von Google+ ihren richtigen Namen (wie Sie normalerweise von Freunden, Familie und Kollegen angesprochen werden) zu verwenden haben..."
Das kann z.B. "Klaus" sein. Freunde, Familie und Kollegen verwenden selten den Nachnamen in der Ansprache. Das kann aber in gewissen Kreisen auch "Ey-Alder" sein :-) Was also ist nun der "richtige Name"?