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Klarnamenzwang im Web: Frau Fake verteidigt die Pseudonyme
Mächtige Interessengruppen drängen auf einen Klarnamenzwang im Web: Laut Google und Facebook helfen nur echte Namen gegen Spammer, Spinner und Kriminelle. Dem widerspricht Flickr-Mitgründerin Caterina Fake: Für viele Menschen ermöglichen Pseudonyme im Web erst eine wirklich freie Nutzung.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...776897,00.html
- #180 02.08.2011 16:35 von
Ich will noch mehr
Da die Strasse vor meinem Haus recht ruhig ist und ich möchte, dass das so bleibt, verlange ich an der Einfahrt ein Kontrollhäuschen an dem sich jeder ausweisen muß, mit Angabe wohin er will. Und in meinem Laden sollen in Zukunft alle Leute die rein kommen erstmal Ihre Daten erfassen lassen und beim verlassen gibt es natürlich eine vollständige Körperkontrolle. Ich will ja nicht das mir jemand was klaut.
Und überhaupt sollte jeder Bürger einen GPS-Chip implantiert haben, dann weiß der Staat immer wo man ist. Dann wird es bestimmt friedlicher zugehen in diesem Land. - #181 03.08.2011 12:10 von
Re: Das web soll ein sauberer Ort bleiben, im Interesse der anständigen Mehrheit
- #182 07.08.2011 00:56 von
vor dem ...
Und was war vor dem Internet? Gab es weniger Straftaten? Oder hat man Kinderpornografie damals nicht per Brief verschickt? Dann hätte man von der Post verlangen müssen alle Briefe erst einmal zu öffnen. Gab es keine Bankeinbrüche? Wurden nicht in Läden Kassiererinnen bedroht? Wurde man nie an der Haustür bedroht? Haben damals nicht auch Betrüger manchmal ihre Namen "veröffentlichen" müssen. Gab es weniger Probleme. Haben vor dem Internet Terroristen niemals kommuniziert? Gab es kein telefon?
Wer ins iNternet geht muss ein Minimalwissen haben. Dann wird ihm und anderen auch kaum etwas passieren. Es ist nicht notwendig, einen juristischen Unterschied zwischen Internet und dem realen Leben zu machen. Wird man im Internet betrogen, verhindert das kein neues Gesetz. Es ist auch völlig egal. Die Methoden unterscheiden sich unwesentlich von denen auf der Straße, im Laden oder am Bankautomaten. Ob man von potentiellen Terroristen den Namen hat oder nicht, macht auch keinen Unterschied.
Den Unterschied zwischen Internet un dem realen leben haben bisher nur Politiker und Rechtsanwälte entdeckt. Verhindern oder verbessern wird man durch Klarnamen nichts. - #183 09.08.2011 05:20 von
- #184 10.08.2011 14:54 von
...
Uhh, das ist ja so, als würde mir der Mensch mit dem Messer in der Hand sagen: "Wer nichts Unüberlegtes tut, hat auch nichts zu befürchten." ;-)
Zum einen sollten Sie den Artikel nochmals sorgfältig lesen: Dort steht explizit, dass der Zwang zu Klarnamen im Internet tatsächlich gegen bestimmte Verbrechen helfen würde. Aber um den Preis, dass einige Menschen (vorzugsweise diejenigen, die einer diffamierten Minderheit angehören oder sich zu heiklen Themen äußern möchten) die Möglichkeit genommen wird, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrzunehmen, weil sie Nachteile befürchten müssen. Der Artikel legt dar, dass wir also sorgfältig abwägen sollten, was uns wichtiger ist, und kommt zu dem Ergebnis, dass der Zwang zu Klarnamen mehr Schaden als Nutzen hat. Wenn Sie dagegen argumentieren, sollten Sie folgerichtig darlegen, dass es sich genau umgekehrt verhält. Das versäumen Sie.
Zum anderen behaupten Sie implizit, dass die öffentliche Freigabe von privaten Daten unmöglich zu "etwas Bösem" führen könnte. Das bedeutet also, wenn anhand meiner Internetbeiträge erkennbar ist, wo ich wohne und dass ich jedes Jahr zur selben Zeit im Urlaub bin (zwei an sich relativ harmlose Angaben, für die ich mich wirklich nicht schämen muss), dann müsste ich mir also definitiv keine Sorgen darüber machen, dass mir das nächste Mal meine Bude ausgeräumt wird??? Versprechen Sie mir das? Oder muss dann das Internet-Forum "Borkumer Badefreunde" [nur ausgedacht, ich weiß nicht, ob's das gibt] schließen, weil keiner sich mehr traut, von seinen Urlaubserfahrungen zu berichten ... aus Angst, er würde damit Einbrecher anlocken? Ist das erstrebenswert? -- Vielleicht wird Ihnen anhand dieses Beispiels deutlich, dass der Zwang zu Klarnamen auf der einen Seite Verbrechen verhindern kann. Er wird aber auf der anderen Seite neue Verbrechen hervorbringen.
Vielleicht sollten Sie zu guter Letzt noch folgendes bedenken: Das Internet vergisst nichts. Wenn jemand mit 18 Jahren irgend einen Stuss ins Internet schreibt, dann will er mit 35 beim Vorstellungsgespräch nicht unbedingt daran erinnert werden. Die Gnade des Vergessens gewährt uns die digitale Technik leider nicht. -- Das ist etwas, das im Grunde jeden Menschen mal treffen kann: Stellen Sie sich vor, Sie ändern Ihre Meinung zu diesem Thema nächste Woche, aber jeder kann jederzeit lesen, was Sie hier geschrieben haben ... und am besten noch, wie Sie sich später verbaltechnich gewunden haben, um ihren Gesinnungswandel zu erklären. Es ist viel freundlicher und Ihrer Person angemessener, wenn man das Thema irgend wann auch mal ad acta legt ... und nicht mit jeder Google-Abfrage wieder neu aufwärmt. Wenn Ihr echter Name darunter steht, wird das aber nicht funktionieren.
Ich vermisse übrigens die Angabe Ihres Klarnamens (anständigerweise inklusive vollständiger Adresse) in Ihrem Profil. Was genau haben Sie denn zu verbergen? ;-) - #185 17.08.2011 14:36 von
Gespalten
Der moderne Mensch spaltet sein Bewustsein immer weiter auf: Konsum und Gier versus Gesundheit und Freiheit. Umweltzerstörung versus Zukunft für künftige Generationen usw. usw.
Und die Pseudonyme im Netz sind eine weitere Aufspaltung. In der Wirklicheit ein moderner Arbeitssklave, der seinen Mund hält und im Internet darf man dann so richtig vom Leder ziehen, die absolute Freiheit (Verweis auf aktuellen SPON-Artikel: "Beherrsch Dich, Nutzer"). Dabei spielt es auch keine Rolle das diese Anonymität von Kinderschändern, der organisierten Kriminalität und vielen anderen für schwerste Verbrechen ausgenutzt werden.
Klarnamen sind m. E. längst überfallig. Und wer dabei Angst vorm Staat hat, dem sei gesagt: Die kriegen uns alle, auch ohne Klarnamen. - #186 17.08.2011 14:47 von archie
Für und wider Klarnamen?
Wozu soll man das überhaupt hier diskutieren?
Bei Klarnamenpflicht würde es Foren wie dieses nicht mehr geben. Ob das zu bedauern wäre, muss jeder für sich selbst beantworten. - #187 21.10.2011 13:09 von Judith69
Anonym?
Ich halte Datenschutz und Recht auf anonyme Meinungsäusserung für sehr wichtig. Die Naivität aber, zu denken "ich bleibe anonym wenn ich keinen Klarnamen verwende" ist lächerlich. Vielleicht in diesem Forum weiß nicht jeder sofort wie ich wirklich heiße, wer ich wirklich bin. Wenn ich aber nur einen Bekannten habe, der meine Kontaktdaten zB. in seinem Android-Handy speichert (vielleicht sogar mit Bild) sind diese Daten in Richtung Google so zu sagen veröffentlicht. Da macht es keinen Unterschied mehr, unter welchem Pseudonym ich mich mit Angabe der selben Email registriere. (und bevor der Google-Bash losgeht, das selbe gilt für Facebook, Iphone und wie die alle heißen)
Der Satz von Zuckerberg: "Die Zeit der Privatsphäre ist vorbei" entspricht die Realität. Und die Tatsachen sind sehr hartnäckige Dinge. Man kann versuchen sie wegzureden, wenn sie einem nicht gefallen. Ob das dann wirklich hilft?
Deshalb ist mein Credo: wir müssen für eine Gesellschaft arbeiten und ggf. kämpfen (hier und jetzt und für uns) wo wir unsere Meinung auch mit Unterschrift versehen trauen und ohne Angst vertreten können. - #188 22.10.2011 16:49 von
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