Kirmesboxer: Ein Job für Schlägertypen

Orhan AkgüzFür die Rheinkirmes nimmt sich Orhan Akgüz jedes Jahr neun Tage Urlaub von seinem Hauptjob. Fahrgeschäfte und Losbuden interessieren ihn aber nicht, er boxt. Bis zu 15 mutige Zuschauer täglich trauen sich gegen den Amateurboxer in den Ring - gewonnen hat noch keiner.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...852355,00.html
  1. #1

    Herrliche Schau

    Jeder der mit einigem Verstand in so eine Boxbude geht, muss damit rechnen, dass nicht alles "echt" ist. Vor vielen Jahren habe ich so eine Boxbude besucht und mich köstlich amüsiert. Neben Boxern war auch ein Catcher im "Angebot". Ein Hüne aus dem Publikum wollte gegen diesen doch körperlich deutlich unterlegenen Mann antreten. Der Ringrichter erklärte, was alles verboten war und los ging es. Der Kirmes-Catcher zog seinen Gegner an den Haaren kniff und biss ihn; machte also alles was vorher als verboten erklärt worden war. Der zum Gewinn vorgeschriebene "KO" blieb daher aus und der Gast-Catcher war anschließlich kaum zu beruhigen.
  2. #2

    Wer gewinnt?

    Zitat von hapeme Beitrag anzeigen
    Jeder der mit einigem Verstand in so eine Boxbude geht, muss damit rechnen, dass nicht alles "echt" ist. Vor vielen Jahren habe ich so eine Boxbude besucht und mich köstlich amüsiert.
    gemäß den Regeln muss der Kirmesbesucher den Boxer in den zwei Einminutenrunden derart KO schlagen, das der bis 10 ausgezählt wird.
    Und wenn man noch bedenkt, WER im Zweifelsfall laaaaange an den 10 zählen wird...
  3. #3

    Sperre als Amateur

    "Ich bin seit acht Jahren im Boxverein, aber die Anzahl von Sparringspartnern ist dort begrenzt", sagt er. Nur beim Kirmesboxen habe er die Chance, in so kurzer Zeit gegen so viele verschiedene Gegner mit unterschiedlichem Stil, Körperbau und Können anzutreten. "Das ist eine gute Ergänzung zu meinem sonstigen Training und hilft mir auch in meiner Karriere als Amateurboxer weiter"

    Inwiefern ihn das Rummelboxen in seiner Karriere als Amateurboxer weiterbringen soll, ist allerdings fraglich. Vielleicht kennt er nicht die dem Amateurboxen zugrunde liegenden Wettkampfbestimmungen des Deutschen Boxverbands, die in § 17 Nr. 3 ausdrücklich besagen: "Wer sich als Rummelboxer betätigt, wird mit einer Sperre von mindestens 1 Jahr belegt." Falls dem DBV bislang nicht bekannt war, dass sich Akgüz als Rummelboxer betätigt, so wissen es die Verantwortlichen spätestens jetzt.
    Viel Erfolg bei den Profis kann man da nur noch wünschen.
  4. #4

    Ende der Karriere als Amateurboxer!

    Gemäß den Wettkampfbestimmungen des Deutschen Boxsportverbandes wird ein Amateurboxer, der sich als "Rummelboxer" betätigt, aus dem Verband fristlos und auf Dauer entlassen. Das steht explizit seit Jahrzehnten drin: http://www.hessischer-boxverband.de/downloads.html
    Daher glaube ich nicht, dass Herr Akgüz regulär und erfolgreich im Verein/Verband geboxt hat oder noch boxt.
    Nebenbei: Für die Kirmesbesucher reicht ein Jahr Training und ein mittelmäßiges Talent aus, um die diese auf die Matte zu schicken - das ist keine besondere Leistung für einen Boxer.
  5. #5

    Kissenschlacht

    Mit 18 Unzen Handschuhen fühlt sich ein Treffer an wie ein Kissen im Gesicht. Nicht mal Klitschko hat da ne Chance in zwei Mini-Runden einen Boxer k.o. zu schlagen, wenn der mit halbwegs vernünftiger Deckung steht.
  6. #6

    optional

    Habe ich nicht vor nicht allzu langer Zeit auf Spiegel Online schon mal einen Artikel über Kirmesboxer gelesen, der dieselben Erkenntnisse enthielt?