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Kinofilm "Tomboy": Wenn die Tochter ein Sohn sein will

Alamode FilmEinfach mal das Geschlecht wechseln: In dem Film "Tomboy" ergreift ein zehnjähriges Mädchen die Chance, als seine Familie während der Sommerferien umzieht. Die Zuschauer erleben dank der großartigen Hauptdarstellerin den Rausch einer neuen Welt - und die furchtbare Angst vor den Folgen.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,830153,00.html
  1. #1

    Gespannt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einfach mal das Geschlecht wechseln: In dem Film "Tomboy" ergreift ein zehnjähriges Mädchen die Chance, als seine Familie während der Sommerferien umzieht. Die Zuschauer erleben dank der großartigen Hauptdarstellerin den Rausch einer neuen Welt - und die furchtbare Angst vor den Folgen.

    Tomboy: Céline Sciamma erzählt von Gender Trouble bei Mädchen - SPIEGEL ONLINE
    Ich muss sagen, das was unsere Nachbarn in letzter Zeit so produziert haben ist doch immer sehenswert gewesen. Deshalb bin ich auch mal gespannt auf den Streifen.
  2. #2

    falsche Richtung

    Ich verstehe das Problem, das der Film aufgreifen möchte, nicht so ganz. Mädchen und Frauen haben doch heute die Freiheit, in Gestik, Kleidung und Verhalten Männerrollen bis hin zu Anzug und Krawatte einzunehmen, ohne daß dies gesellschaftlich sanktioniert wird. Nur die andere Richtung vom Jungen zum Mädchen bzw. Mann zur Frau wird bis heute gesellschaftlich nicht akzeptiert.
  3. #3

    interesse

    Zitat von pajogeri Beitrag anzeigen
    Ich muss sagen, das was unsere Nachbarn in letzter Zeit so produziert haben ist doch immer sehenswert gewesen. Deshalb bin ich auch mal gespannt auf den Streifen.
    ich finde interessant, ob in dem film die von Fr. Summen gestellte frage (zitat): "Eine Antwort darauf, was eigentlich falsch an dem Spiel mit den Geschlechterrollen sein soll, haben sie aber auch nicht." so wirklich vorkommt als explizites thema.

    Ansonsten scheint mir der film inhaltlich so interessant zu sein wie die frage, ob sich jungs im kindergarten / grundschule als prinzessin verkleiden dürfen bzw. mädchen als cowboy, oder nicht.
    Im gegenteil: Gerade kinder (Die hauptdarstellerin geht noch nicht mal als jungpubertierende durch) haben aller erfahrung nach die allerwenigsten schwierigkeiten mit der geschlechterverteilung und den geschlechterrollen. Wer wen liebt, küsst, mit wem zusammen ist, sich wie kleidet oder welche interessen hat ... ist völlig uninteressant bzgl. der geschlechter, rein der inhalt, das "was" zählt.
    Daher ist die idee mit dem knetpimmel für die badehose wohl auch mehr dem hirn der drehbuchautorin oder regisseurin entsprungen, als in der realität so vorkommend.

    Schauspielerisch (vorweg: respekt für ein kind, das als schauspieler diese anforderung, dem wechsel der geschlechterrolle "dramaturgisch" überhaupt gerecht zu werden!) dürfte dieser rollenwechsel der hauptdarstellerin in ihrem alter bedeutend leichter gefallen sein, als in vielleicht 3 oder 4 jahren, bzw. einem jungerwachsenen.

    daher: Ein kinderfilm - mit einem erwachsenenthema.
    Interesant wäre da wohl eher eine kindersicht gewesen.

    Nebeibei, als besserwissi, zu einer bildunterschrift:
    "Dramödie" ist blödsinn.
    Sinnig wäre "Tromödie" gewesen:
    Ein "Drama" ist, der aristotelischen lehre nach, entweder eine komödie oder eine tragödie. (Simpel bei Wikipedia nachzulesen.) Was das über die kompetenz von Frau Summen, ausgerechnet filmkritiken schreiben zu können, aussagt ... honi soit qui mal y pense.
  4. #4

    Das ist doch mal eine nette Rezension. Auf jeden Fall erfrischend, etwas anderes als einen Verriss oder eine Lobhudelei zu lesen. Ich bin gespannt, ob der Film den geweckten Erwartungen gerecht wird.

    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    Ich verstehe das Problem, das der Film aufgreifen möchte, nicht so ganz. Mädchen und Frauen haben doch heute die Freiheit, in Gestik, Kleidung und Verhalten Männerrollen bis hin zu Anzug und Krawatte einzunehmen, ohne daß dies gesellschaftlich sanktioniert wird. Nur die andere Richtung vom Jungen zum Mädchen bzw. Mann zur Frau wird bis heute gesellschaftlich nicht akzeptiert.
    Das wäre in der Tat ein Novum. Ich frage mich, wer diesen Stoff als erster aufgreifen wird. Oder ist das schon geschehen? Wäre ein bisschen peinlich, wenn es Hollywood als erstes täte und damit nicht nur die Führerschaft bei der Tricktechnik, sondern auch auf der künstlerischen Ebene beweisen würde.
  5. #5

    Zitat von Zephira Beitrag anzeigen
    Das ist doch mal eine nette Rezension. Auf jeden Fall erfrischend, etwas anderes als einen Verriss oder eine Lobhudelei zu lesen. Ich bin gespannt, ob der Film den geweckten Erwartungen gerecht wird.


    Das wäre in der Tat ein Novum. Ich frage mich, wer diesen Stoff als erster aufgreifen wird. Oder ist das schon geschehen? Wäre ein bisschen peinlich, wenn es Hollywood als erstes täte und damit nicht nur die Führerschaft bei der Tricktechnik, sondern auch auf der künstlerischen Ebene beweisen würde.
    Auch dieses Thema wurde schon filmisch aufgegriffen. Von wem wohl? Von unseren Nachbarn in Frankreich!

    Mein Leben in Rosarot
  6. #6

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    Nebeibei, als besserwissi, zu einer bildunterschrift:
    "Dramödie" ist blödsinn.
    Sinnig wäre "Tromödie" gewesen:
    Ein "Drama" ist, der aristotelischen lehre nach, entweder eine komödie oder eine tragödie. (Simpel bei Wikipedia nachzulesen.) Was das über die kompetenz von Frau Summen, ausgerechnet filmkritiken schreiben zu können, aussagt ... honi soit qui mal y pense.
    Wer sagt denn, dass man mit seinem Kunstverständnis bei Aristoteles steckenbleiben muss? Im Englischen ist der Begriff "Dramedy" durchaus bekannt.
  7. #7

    Das gab es in ähnlicher Weise schon mal ...

    ... als französischen Kinofilm unter dem Titel "Pigeon volé", auf Deutsch "Frei wie ein Vogel" von 1996.
  8. #8

    Zitat von Roter_Milan Beitrag anzeigen
    Auch dieses Thema wurde schon filmisch aufgegriffen. Von wem wohl? Von unseren Nachbarn in Frankreich!

    Mein Leben in Rosarot
    Der Titel kommt mir bekannt vor, aber das könnte auch an Edith Piafs Klassiker liegen. Gesehen habe ich ihn jedenfalls noch nicht. Und dann ist er auch schon 15 Jahre alt. Hat das damals etwa keinen "Shitstorm" gegeben, oder habe ich ihn nur nicht mitbekommen?

    Jedenfalls vielen Dank für den Tipp! :)
  9. #9

    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    Ich verstehe das Problem, das der Film aufgreifen möchte, nicht so ganz. Mädchen und Frauen haben doch heute die Freiheit, in Gestik, Kleidung und Verhalten Männerrollen bis hin zu Anzug und Krawatte einzunehmen, ohne daß dies gesellschaftlich sanktioniert wird. Nur die andere Richtung vom Jungen zum Mädchen bzw. Mann zur Frau wird bis heute gesellschaftlich nicht akzeptiert.
    Es geht wohl um die Suche nach der eigenen Identität. Die Frage "Wer bin ich?" beschäftigt einen in jungen Jahren doch sehr.

    Ich bin mir auch nicht so sicher, ob wir der Mehrzahl der Kinder mit unser heute so zur Schau getragenen Beliebigkeit in sexueller Orientierung wirklich einen Gefallen tun. Aber das ist eine andere Frage.

    Die Franzosen machen gute Filme über solche Themen, unerreicht finde ich immer noch "Taschengeld" von Truffaut, in dem Kindheit und erwachende Sexualität einmalig aus Kindersicht beschrieben werden.

    Wie gut das Original ist, merkt man erst wenn man das amerikanische Remake sehen muss.

    Eines noch der Vollständigkeit halber: Es gibt ein sehr schönes deutsches Wort für "Tomboy" es lautet "Wildfang" und passt meiner Meinung nach sogar noch besser.

    Nichts gegen Anglizismen, aber sie müssen nicht um jeden Preis sein.








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