Warum dieses Buch zum Bestseller wurde, kann ich nicht verstehen.
Ich habe es gelesen, und kann mich kaum noch erinnern, was denn die Handlung war (falls es überhaupt eine gab).
Warner Bros.Deutsche Weltbestseller sind rar - mit seinem raffinierten und lustigen Roman "Die Vermessung der Welt" gelang Daniel Kehlmann so ein globaler Wurf. Jetzt hat sich Detlev Buck an die Verfilmung gewagt und ist daran gescheitert. Allerdings auf sehr sehenswerte Weise.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/re...-a-862098.html
Warum dieses Buch zum Bestseller wurde, kann ich nicht verstehen.
Ich habe es gelesen, und kann mich kaum noch erinnern, was denn die Handlung war (falls es überhaupt eine gab).
Ich werde mir den Film auf jeden Fall ansehen, da er, obwohl er ein deutscher Film ist, folgende Kriterien erfüllt:
- keine Nazis
- keine Stasi-Agenten
- kein Beziehungskomodien-Stuß, ergo
- kein Til Schweiger
- kein Sönke Wortmann
- keine RAF-Terroristen
Verspricht also, eine runde Sache zu werden.
Aber genauso sollen Bestseller doch funktionieren. Man liest sie in einem Rutsch suchtartig weg, weil sie einen nicht vom Haken lassen - das ist das einzige, was ein Bestsellerautor wirklich beherrschen muss.
Wenn man wieder zu sich kommt, weiß man noch, dass es unterhaltsam war. Mehr weiß man dann schon meistens nicht mehr.
Und dann kommt der nächste dran. Die Verlage haben Lektoren, die auf dieses Prinzip geeicht sind. Ist auch okay so. Schließlich finanzieren die Dinger ja die sperrigeren Projekte mit der hunderter Auflage quer.
Wieso stellt man erst jetzt fest, dass es eine sehr dünne Story ist?
Ich habe mich schon durch das Buch gequält, nur um meiner Kritik am Buch den Satz "Wenigstens habe ich es ganz gelesen." hinterher schieben zu können.
Lästige Sprache, krudes Stories und ein hochnäsiges, herablassendes Gekrittel über zwei hervorragende Wissenschaftler, die als Freaks dargestellt werden. Können wohl nur Leute gut finden, die von Wissenschaftlern keine Ahnung haben oder keine kennen, aber schon mal welche in einem Buch gesehen haben.
Also die Tatsache, dass die beiden Hauptfiguren von Schauspielern aus zwei Schauspieltraditionen herstammen, als "Stückwerk" zu bezeichnen (wobei vorher die Tatsache betont wird, dass Humboldt und Gauß real aus ganz unterschiedlichen Gesellschaftschichten stammen) ist schon starker Tobak. Ist es nicht eher ein geschickter Schachzug von Detlev Buck?
Diese Kritik kann also mit großer Wahrscheinlichkeit getrost als typischer Veriss eines guten deutschen Filmes angesehn werden!
Ich werde ihn mir auf jeden Fall ansehen und wünsche dem Film (auch internationalen) viel Erfolg.
Aufgrund dieser Kritik gehe ich davon aus, dass der Film sehenswert ist. Und wenn er nicht in das politisch korrekte Weltbild der Kritikerin passt, umso mehr. Aller Erfahrung nach sind Filme, die bei SPON verissen werden, relativ gut.
Es ist schade, dass der Film nicht so packend und erfrischend ist wie die Buchvorlage. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob sich das Buch so direkt als Film umsetzen lässt. "Die Vermessung der Welt" handelt ja davon, wie schwierig es war (und im Grunde immer noch ist) so etwas großes wie den Planeten Erde mit den bescheidenen menschlichen Mitteln zu vermessen. Dabei brauchte es das mathematische Genie von Gauß, der die mathematischen Grundlagen dafür erforschte und selber auch anwendete und den vor nichts zurückschreckenden Forscherdrang des Alexander von Humboldts.
Schade, dass es Detlev Buck und Daniel Kehlmann nicht gelungen scheint, dies in dem Film auszudrücken. Vielleicht war das Unterfangen dieses Filmes eine ähnliche Herausforderung wie die Vermessung der Welt selbst. Als Fan von Detlev Buck und jemand, der Filme auch wegen ihrer großen Bilder gerne guckt, werde ich mir den Film auf jeden Fall anschauen.
Die Festsellung, dass ein Film der literaschen Vorlage nicht standhält ist so alt wie der Film selbst. Möge die Rezensentin bedenken, dass der Autor des Romans am Film mit gewirkt hat, um am Ende einfach Kino zu machen. Den Roman gibt es ja bereits.