"Das ganze Leben liegt vor dir" war wirklich gut...
Kairos FilmverleihKein Job? Papa auf der Tasche liegen? Ist doch halb so wild, wenn man nur gute Freunde hat! Der italienische Kinofilm "Die 1000 Euro-Generation" nach dem gleichnamigen Bestseller will vom miesen Leben des Akademiker-Prekariats erzählen - und kommt als Herz-Schmerz-Komödchen daher. Eine Warnung.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,843618,00.html
"Das ganze Leben liegt vor dir" war wirklich gut...
Der Film passt hervorragend in die Zeit, weil die Mehrheit halt langsam kapiert hat, dass man sich nicht wehren kann und der Kapitalismus gewinnt, und darum werfen sich alle SSRI ein und freuen sich des Lebens...
Wie, ausser mit Galgenhumor, sollen die jungen Menschen (und keineswegs nur in Italien) es denn sonst nehmen?
Meine Generation musste schon erleben wie Ihre Studienabschlüsse fast täglich überholt wurden. Vom PC-Regime über das Internet bis hin zum Schwachkopf-Schnorrer-mit Kohle-Kapitsalismus Amerikanisch-Britischer Prägung.
Die jungen Menschen heute machen vllt. ein gutes Abi, legen einen sauberen Abschluß in Wirtschaftswissenschaften oder BWL oder gar Jura hin... und dann? Gesellschaftlich relevante Kommunikation mit Leuten ohne jeden Schulabschluß vor dem Büro des Arbeitsamtes als Lebensinhalt? Verschont wird davon wer Eltern mit dem nötigen Vitamin B hat, sonst kann es jedem passieren. Die Alternative sind günstige Praktikantenjobs in Folge, bei denen sie die Arbeit eines qualifizierten Studienabsolventen für lau machen, damit die Vitamin B Kerlchen und Babes weniger arbeiten müssen.
Ich glaube ich gehöre zu ersten Generation seit Menschen gedenken die froh ist nicht heute 25 zu sein...
Die Darstellung ist natürlich überspitzt, dies sollte auch für jeden ersichtlich sein. Ich erwähne es aber nochmal... die Anzahl der Neo-Cons im SpOn wächst ja täglich ;-)
Schade, daß ich Deinen Kommentar nicht upvoten kann.
Ist Euch eigentlich klar, dass Jammern wahnsinnig unsexy ist? deswegen klapt es nicht nur mit dem Job nicht, sondern auch nicht mit dem Sex. ;-)
Aufgrund 2 eigener Söhne habe ich ein wenig Einblick in das Leben der "jungen Generation" und so aussichtslos wie das immer dar gestellt wird, ist es bei weitem nicht. Hnadwerk hat goldenen Boden. in Bayern gibt es dieses Jahr mehr Ausbildungsplätze als Auszubildende. Aussichten sehr gut. Vielleicht nicht unbedingt für die Leute, die irgendeine brotlose Kunst studiert haben, aber Leute, die Arbeiten können haben durchaus in jedem Land ihre Möglichkeiten.
Tschaka :-)
Komisch. Ich habe an einer stinknormalen Deutschen Uni studiert, dazu noch im Ruhrgebiet (was dem Image nicht immer zuträglich ist). Meine Abschlußnote würde ich als, wär's ein Auto, als obere Miitelklasse bezeichnen, und über meine Studiendauer reden wir besser mal garnicht. Und trotzdem habe ich gleich nach meinem Abschluß einen recht gut Job bekommen. Ebenso wie eigentlich alle meine Bekannten. Bei dem ein oder anderen hat's vielleicht ein/zwei Monate länger gedauert, der Job ist vielleicht nicht im 60k EUR Bereich angesiedelt oder es ist nicht die 100%-traumstelle - aber es sind recht gute Jobs. Alles (das heißt, von einem Fall mal abgesehen wo es in die Firma von papas Geschäftsfreund ging) ganze ohne Vitamin B.
Was ich damit sagen will? Ganz einfach: Wer was taugt findet auch nach dem Abschluß einen vernünftigen Job. Gute Noten machen das ganz sicherlich erstmal einfacher, aber auch da muß man im Gespräch zeigen, dass man weiß wovon man redet und nicht nur Skripte runterbetet. Sich während dem Studium Praxiserfahrung anzueignen hilft auch ungemein. Z. b. über Praktika. Die in meinem Umfeld auch alle (mitunter recht gut) bezahlt waren. Und sich ein Netzwerk an Kontakten aufbauen schadet auch nicht (und das ist etwas anderes als "Vitamin B").
Dieses andauernde Herbeireden von prekärer Lage und "Generation Praktikum", "Generation Zeitarbeit" etc. ist doch der größte Humbug. Meiner Meinung nach dadurch zustande gekommen, dass in den Medien nun mal zum Großteil Leute arbeiten, die "irgendwas mit Medien" gemacht haben. Und ja, zugegeben, in dieser mit potentiellen Arbeitnehmern überlaufenen Branche, in der aufgrund der des hohen "Will ich machen"-Anteils auch gerne mal auf den ein oder anderen Eure verzichtet wird, geht's wirklich prekärer zu. Und wenn man sich als Journalist nur in seine Arbeitswelt kommt, scheinen einige das einfach mal so auf alle anderen zu übertragen.
Keine Ahnung wo das Problem liegt. Ich habe einen Migrationshintergrund, meine Mutter war alleinerziehend, ich habe über den zweiten Bildungsweg studiert, komme aus dem Osten, habe NUR einen Bachelor und arbeite ohne Vitamin B bei einer Beratungsfirma. Meine Frau und ich kaufen bald ein Haus und dann kommen sicherlich auch die Kinder...
Achja und ich bin 25 und glücklich...komisch oder? In meinem Bekanntenkreis sieht es ähnlich aus. Ich weiß nicht warum hier immer so schwarz gemalt wird. Es ist klar, das einem keine Jobs oder Möglichkeiten zufliegen aber Feierabend ist noch lange nicht. Sicherlich ist die Frage berechtigt, wie lange es noch so weiter gehen wird aber das gilt sicherlich auch für Sie, da ich nicht davon ausgehen, dass Sie morgen sterben werden.
Roman Herzog hat es in seiner bisher wichtigsten Rede als BuPrä schön formuliert: man sollte nicht alles immer so pessimistisch sehen und auch gute Dinge in der Gesellschaft und Medien besser hervorheben (frei zitiert).
Hallo, ich kann den Aussagen aus meiner Erfahrung nur zustimmen:
dadurch das es in der von Jobsuchenden nur so wimmelten Medienbranchen enger zugeht, sind diese präkare Arbeitsbedingungen das Resultat.
Diese Jobs werden ja als schick und modern dargestellt und viele sehen dadurch nur die Glanzseiten. Nach Abschluß der Ausbildung kommt der Katzenjammer und es wird von den Jounalisten gerne diese Situation als Extremes Problem dargestellt.
Viele Leute wie auch ich haben halt "nicht so schicke und nicht so sexy Ausbildungen" wie Technik gemacht und haben danach - der eine sofort der andere mit ein wenig Wartezeit- ganz interessant Stellen gefunden.
Interessant ist das ich und viele aus meinen Bekanntenkreis aus der sogenannten bildungsfernen Schicht kommen und dadurch viel mehr Wert bei Wahl unseres Studiums auf die Beschäftigungssituation nach Abschluß gelegt haben.
Oft sind gerade diese "unsexy" Jobs die mit den besten Berufsaussichten und darüber berichten die Journalisten halt nicht so gerne.
Sie oder ihre Söhne werden es auch noch merken, daß man mit Leistung nichts erreicht. Das ist eine der Illusionen, die das Land hier am Laufen halten soll. Handwerker werden nämlich nicht reich, und zählen dann halt erst im Alter zum Prekariat, bei mickriger Rente, sofern man sie erlebt und einen der Beruf nicht vorher kaputt gemacht hat.