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Kinodrama "Die Wand": Halb lebt sie im Paradies, halb in der Hölle

StudiocanalUnd plötzlich steht da eine unsichtbare Wand zwischen dir und der Welt: Marlen Haushofers Roman über eine rätselhaft eingesperrte Eremitin gilt als Kultbuch. Nun ist "Die Wand" kongenial verfilmt worden - mit einer beeindruckenden Martina Gedeck in der Hauptrolle.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/di...-a-860463.html
  1. #1

    der unterschied

    es gibt halt Applefilme (auch I-Film genannt), wie die unsägliche Kerouacverfilmung und es gibt gute Filme, die zumeist aus deutschsprachigen oder skandinavischen oder osteuropäischen Ländern kommen.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Genau wie in der Buchvorlage wird auch im Film die unsichtbare Wand, die sich wie eine Glocke über den idyllischen Zipfel Bergland zu stülpen scheint, nie erklärt und damit das Phantastische der Situation nie zugunsten von Fantasy aufgelöst.
    Auch Fantasy erklärt nicht alles - kein Grund also, dieses Werk nicht als Fantasy zu bezeichnen. Oder lese ich hier vielleicht eher den recht verbreiteten Snobismus gegenüber Fantasy und Science-Fiction heraus? Es wäre nicht das erste Werk, bei dem sich Freunde "gehobener Literatur" verzweifelt bemühen, es aus der SF/F-Ecke rauszuhalten, denn sowas ist ja Schmuddelkram für Kinder und Nerds, und sowas darf ein kultivierter Literaturkenner doch nicht mögen.

    Als Nerd muss ich selber aber auch sagen, dass wenn es zu einem zentralen und mysteriösen Ereignis gar keinen Erklärungsansatz gibt, dann bin ich immer etwas skeptisch, ob dies nun ein ausgefeilter literarischer Kniff ist oder bloss die Unfähigkeit, eine unausgegorene Idee mit einem plausiblem Hintergrund zu versehen.
  3. #3

    Hut ab!

    Hut ab, daß sich jemand an den Stoff gewagt hat. Und mit der faszinierenden Gedeck im Zusammenspiel mit der Natur kann es eigentlich nur klappen... Ich wünsche es allen Beteiligten!
  4. #4

    Ich bin ja mal gespannt

    Zuerst einmal: Ich lese gerne und viel. Zu "Die Wand" wurde ich damals in der Schule gezwungen und bin immer noch erstaunt wie es Leute geben kann die dieses Buch mögen können. Es passiert im ganzen Buch genau GAR NICHTS, die letzte 10 Seiten sind ok, der Rest nur lückenfüller. Bin mal gespannt wie die das als Film bringen wollen. Eine Natur-Landschafts Dokumentation (glaube es lief auf ARD sogar mal eine Dokumentation von einem Mann der sich mit ein paar Tieren in die Wildniss zurückgezogen hatt und einen auf Einsiedler gemacht hatt) kommt der Sache recht nahe.
  5. #5

    Besser geht's nicht

    Die Rolle ist ein Glücksfall für Martina Gedeck - und den Zuschauer. Auch als eingefleischte Stadtbewohnerin mit geringem Hang zu idyllischer Landschaft, Natur und Tieren hat mich das Buch sehr berührt und der Film macht das Beste daraus, was möglich war.
  6. #6

    optional

    Dürfte ich erfahren, warum mein Kommentar nicht veröffentlicht wurde? Verstoße ich gegen irgendwelche Richtlinien?
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Und plötzlich steht da eine unsichtbare Wand zwischen dir und der Welt: Marlen Haushofers Roman über eine rätselhaft eingesperrte Eremitin gilt als Kultbuch. Nun ist "Die Wand" kongenial verfilmt worden - mit einer beeindruckenden Martina Gedeck in der Hauptrolle.

    "Die Wand": Romanverfilmung mit Martina Gedeck nach Marlen Haushofer - SPIEGEL ONLINE
    Mir erscheint die Analogie zur Berliner Mauer sehr naheliegend. Das Buch erschien 1963. 1961 wurde mit dem Bau der Mauer begonnen, d.h. die Autorin hat sicherlich unter dem Eindruck dieses Ereignisses gestanden.

    Damals wurden viele Familien getrennt und Menschen von ihren Angehörigen abgeschnitten. Sie mussten sich unfreiwillig in ein neues Leben hinein finden. Da sie ihren Ort nicht mehr verlassen konnten.

    Das unsere Kulturelite heute eine so naheliegende Erklärung nicht einmal ins Auge fasst, wundert mich aber leider nicht.
  8. #8

    Liebr Nerd..

    Zitat von smersh Beitrag anzeigen
    Auch Fantasy erklärt nicht alles - kein Grund also, dieses Werk nicht als Fantasy zu bezeichnen. Oder lese ich hier vielleicht eher den recht verbreiteten Snobismus gegenüber Fantasy und Science-Fiction heraus? Es wäre nicht das erste Werk, bei dem sich Freunde "gehobener Literatur" verzweifelt bemühen, es aus der SF/F-Ecke rauszuhalten, denn sowas ist ja Schmuddelkram für Kinder und Nerds, und sowas darf ein kultivierter Literaturkenner doch nicht mögen.

    Als Nerd muss ich selber aber auch sagen, dass wenn es zu einem zentralen und mysteriösen Ereignis gar keinen Erklärungsansatz gibt, dann bin ich immer etwas skeptisch, ob dies nun ein ausgefeilter literarischer Kniff ist oder bloss die Unfähigkeit, eine unausgegorene Idee mit einem plausiblem Hintergrund zu versehen.
    ..es geht weder in dem Buch noch in dem Film um das "mysteriöse Ereignis" an sich sondern darum,wie mit einer lebensverändernden Situation umgegangen werden kann.....metaphysisch wie auch real!Wenn Sie sich immer noch die Frage stellen,was ein "Warp Antrieb"ist,sparen Sie sich das Geld für Buch und Film!
  9. #9

    Richtig!

    Zitat von frH Beitrag anzeigen
    Die Rolle ist ein Glücksfall für Martina Gedeck - und den Zuschauer. Auch als eingefleischte Stadtbewohnerin mit geringem Hang zu idyllischer Landschaft, Natur und Tieren hat mich das Buch sehr berührt und der Film macht das Beste daraus, was möglich war.
    ...ein hervorragender Film,näher am Buch als ich es je bei einer Literaturverfilmung erlebt habe!


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