Berlinale/ Vukasin VeljicEin brutaler Veteran des Jugoslawien-Kriegs setzt sich für eine Schwulenparade ein: Aus diesem Stoff hat Srdjan Dragojevic die Komödie "Parada" gemacht. Im Interview erklärt der Serbe, woher die Homophobie in seiner Heimat kommt - und was das mit der nächsten sozialistischen Revolution zu tun hat.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,814902,00.html
Was der "Bewegte Mann" für Deutschland war, kann nun "Parada" für den Balkan sein. Aber es geht dabei um mehr. WIe Klischees Dummheit und Haß füttern.
Ich habe gestern den Film gesehen und Tränen gelacht. Und zum Ende blieb mit das Lachen im Hals stecken; dann saß die Message! Genial!
Der Regisseur, habe ich den Eindruck, möchte sich mit dem Film, vor allem, den westlichen Medien, Kritikern, etc.. einschleimen, weil das Thema in den westllichen Ländern viel mehr präsent ist, als in Osteuropa, wo die meisten Menschen doch täglich ums Existenz und Überleben kämpfen und haben selber Probleme und haben keine Zeit über die Probleme der Schwulen nachzudenken.
Übrigens, der Regisseur hätte lieber einen Film über die Roma auf den Balkan und anderswo im Osteuropa machen können, denn die sind die am meisten bedrohte Minderheit in Osteuropa, die in manchen Ostländern, in einer Art Apartheid lebt und die Roma haben in den letzten Jahren auch zahlreiche Opfer der rassistischen Übergriffe zu beklagen.
Aber, lieber macht man so einen verklärten, romantisierten Quatsch über die Roma, wie der Landsmann von Herr Dragojevic, Herr Kusturica, der sich mit seinen feel-good., aufgesetzt skurrilen Balkan-Märchen jahrelang den westlichen Festivals eingeschleimt hat. Die Realität auf dem Balkan ist viel brutaler, und von einer echter Versöhnung ist die Region noch Jahrzehtne entfernt, was man neulich auch bei der Übertragung der Handballeuropameisterschaft sehen konnte.
Wenn Sie sich wirklich fuer die Roma einsetzen wollen, dann nehmen Sie doch welche auf. Oder fahren auf den Balkan und helfen dort. Mit Ihrem Kommentar ist niemanden geholfen.
Der Film ist sehr gut und warum sollte der Regisseur einen Film machen um sich damit bei den westlichen Medien einzuschleimen?
Ich muss Ihnen bescheinigen, dass Ihre Kritik über so einen wunderbaren Film sehr dilettantisch ist. Der Regisseur will sich bei den westlichen Medien nicht "einschleimen". Das haben die Filmemacher vom Balkan niemals gemacht und ich hoffe, dass sie es auch in Zukunft nicht machen werden. Ich würde eher sagen, dass sich Angelina Jolie mit ihrem Film "In the land of blood and honey" bei den amerikanischen Politikern und westlichen Medien "einschleimen" will. Dragojevic ist ein exzellenter Regisseur. Er muss keine weiteren Filme über Roma machen. Emir Kusturica hat der Welt schon einige Masterpiece Filme zu diesem Thema präsentiert. Nirgendwo auf dem Balkan leben die Roma so frei und beschützt wie in Serbien. Verwechseln Sie bitte die Verfolgungen der Roma nicht mit jenen in UNGARN, Rumänien und Bulgarien.
Die Völker auf dem Balkan sind dabei sich zu versöhnen, gefalle es dem Westen oder nicht - spielt dabei keine Rolle. Die Ausschreitungen bei den Handball Europameisterschaften und ähnliche Krawalle in Split/Kroatien als serbische Autos im Meer versenkt wurden, werden daran nichts ändern. Die Völker auf dem Balkan haben ein grosses Herz. Die Zeit des Hasses ist vorbei.
Naja, wo waren diese "große Herzen" denn bei den Schlächtern von Srebrenica?
Wenn die "Zeit des Hasses" von den Völkern des Balkan nicht sehr intensiv und selbstkritisch aufgearbeitet wird, dann werden die "großen Herzen" genau so schnell wieder verschwinden, wie sie hoffentlich (toi toi toi) jetzt zum Vorschein kommen. Der extreme Nationalismus muss überwunden werden.