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Kino-Doku "Versicherungsvertreter": Wenn Herr Kaiser im Ferrari vorfährt

sternfilmLuxuswagen im Fuhrpark, Bonustrips nach New York: Der brillante Film "Versicherungsvertreter" zeigt den Aufstieg und Fall des Super-Maklers Mehmet E. Göker. Ein Porträt, das die Fratze einer Branche zeigt, die sich seriös gibt - aber in immer dubiosere Deals verstrickt ist.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,819499,00.html
  1. #10

    Unfassbar.

    Was für Menschen unterschreiben denn bitte bei so jemandem einen Versicherungsvertrag? Klar, irgendwann hatte er Mitarbeiter bzw. Angestellte. Aber wenn man sich diesen Herrn ansieht, liegt doch auf der Hand, dass diejenigen, die bei ihm die ersten Verträge gezeichnet haben, verantwortlich für seinen Aufstieg sind. Wenn so ein Typ bei mir vor der Tür stünde, egal, ob er Teppiche oder Versicherungen verkaufen wollte, würde ich den Sicherheitsdienst rufen.
  2. #11

    Transparenz gibt es schon - aaaaaber

    Zitat von Pizza No.7 Beitrag anzeigen
    Ja, und eben dies ist der Knackpunkt! Man sollte es nicht dabei belassen und sich über den Versicherungsmann Göker aufgrund dieses Films lustig machen. Denn nur weil die Rahmenbedingungen der Branche so sind, wie sie sind und er womöglich mit deutlich mehr Ehrgeiz und Geschäftssinn an die Sache rangegangen ist als Andere, war ihm dies möglich.

    Noch immer werden Provisionen bezahlt, die jenseits von Gut und Böse sind. Provisionen, die natürlich direkt aus den Taschen der Versicherungskunden abgezweigt sind. Hier ist es allerhöchste Zeit, Transparenz zu schaffen. Transparenz, die es den Kunden vor Vertragsabschluss ermöglicht genau hinzuschauen, wohin ihr Geld geht.

    ... da muss man sich als Versicherter eben die Mühe machen, sich durch die ganzen Formulare durchzufressen. Und darin liegt der eigentliche Trick der Versicherungen. Denn wer versteht als "Normalo" denn schon, wo der Unterschied zwischen Abstrakter und konkreter Verweisung liegt? Und wer kann denn tatsächlich Prozentrechnung, wenn es um die Kosten geht? Die sind nämlich inzwischen zwingend aufgeführt seit der letzten Reform der Vermittlerrichtlinie. Welcher Versicherte liest denn das "Beratungsprotokoll"????

    Das ist die Schattenseite des freien Marktes bzw. der Vertragsfreiheit in Deutschland: Wer dumm und/oder unwissend ist, darf betrogen werden. Nur so können Vertriebe wie die hier beschriebenen existieren und den Ruf einer ganzen Branche in den Dreck ziehen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Versicherer jegliches Geschäft dankend annehmen - denen ist's scheinbar egal.

    Ich kann nur jedem raten, sich selber zu informieren und den Verkäufer (nichts anderes sind die "Berater" im Versicherungsbereich - ganz egal ob außen gebunden, ungebunden oder Makler dransteht!!) so lange mit Fragen zu löchern, bis die Fakten transparent auf dem Tisch liegen. Wenn der Verkäufer ausweicht oder Fragen nicht beantworten kann: Finger weg!
  3. #12

    Versicherungsmakler

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Luxuswagen im Fuhrpark, Bonustrips nach New York: Der brillante Film "Versicherungsvertreter" zeigt den Aufstieg und Fall des Super-Maklers Mehmet E. Göker. Ein Porträt, das die Fratze einer Branche zeigt, die sich seriös gibt - aber in immer dubiosere Deals verstrickt ist.

    Kino-Doku "Versicherungsvertreter": Wenn Herr Kaiser im Ferrari vorfährt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Versicherungen und deren Makler haftet nun mal ein suspektes Verhalten an. Allzu oft ist zu lesen, dass sich Versicherte ihre berechtigten Ansprüche nur auf jahrelangem Rechtsweg erstreiten müssen. Gutachten gegen Gutachten und die Versicherungskonzerne sitzen am längeren Hebel und können sich langwierige Prozesse erlauben, während die Gegenseite in Not gestürzt wird und verzweifelt.

    Deshalb nur die absolut notwendigen Versicherungen wie Haftpflicht, Gebäude- bzw. Hausratsversicherungen abschließen. Dann wird solchen Gaunern, wie Mehmet E. Göker und dessen jungen, dynamischen Nachahmern schnell der Boden unter den Füßen weggezogen. Marktbereinigung von unten eben.
  4. #13

    Naiv

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Luxuswagen im Fuhrpark, Bonustrips nach New York: Der brillante Film "Versicherungsvertreter" zeigt den Aufstieg und Fall des Super-Maklers Mehmet E. Göker. Ein Porträt, das die Fratze einer Branche zeigt, die sich seriös gibt - aber in immer dubiosere Deals verstrickt ist.

    Kino-Doku "Versicherungsvertreter": Wenn Herr Kaiser im Ferrari vorfährt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    sind die Leute, die das nicht gesehen haben. Ich bin selbst im Versicherungs-Aussendienst, fahre keinen Ferrari und werde von meinen Gesellschaften auch nicht in den Puff eingeladen - obwohl ich brauchbare Umsätze erziele.
    Die Kollegen in Norddeutschland, die ich kenne, haben sich über Göker und Co. totgelacht und sich gefragt, wie lang das gut geht . Der Typ war unprofessionell, unseriös und ein echter Proll.
    Ist ja in D nichts Neues - hat uns bloss gewundert, daß diese Typen in unserer Branche ankommen und sogar von den maßgeblichen Vorständen hofiert wurden, wobei diese natürlich schon damals ganz genau gewusst haben, zu wem sie sich da ins Bett legen - keine Frage.
    Nur ist so ein Vertriebs-Vorstand auch nur eine arme Wurst, der auch mit den Schmuddelkindern spielt, wenn es Umsatz bringt.

    Ja, Typen wie Göker schaden darüber hinaus natürlich schon unserer Branche, die zum überwiegenden Teil von seriösen Mitarbeitern getragen wird.

    Das und die Tatsache, daß man weder Herrn Göker noch seinem Geld jemals wieder habhaft werden wird in diesem Land, ist das eigentlich Ärgerliche an dieser ganzen Story.
  5. #14

    Zitat von guellegure Beitrag anzeigen
    Was für Menschen unterschreiben denn bitte bei so jemandem einen Versicherungsvertrag?
    Sie werden sich wundern: allesamt Gutverdiener in gehobenen Positionen! Denn die MEG hat private Krankenversicherungen vermittelt. Das heisst, hier wurden keine halb-senilen Omas über's Ohr gehauen oder der Zeitungsausträger mit dem 400-Euro-Job, sondern Leute, denen man etwas mehr Intelligenz zutrauen würde.
  6. #15

    Zitat von Halodri73 Beitrag anzeigen
    ... da muss man sich als Versicherter eben die Mühe machen, sich durch die ganzen Formulare durchzufressen. Und darin liegt der eigentliche Trick der Versicherungen.
    Da es sich bei der MEG um einen Vermittler von privaten Krankenversicherungen handelte, liegt das Problem doch woanders: Offenbar wurden hier potenziellen Kunden Super-Angebote gemacht, während die MEG schon mal vorab die Vermittlerprovisionen dafür kassierte. Das ist alles legitim, aber natürlich ist es dann irgendwann mit den Super-Konditionen vorbei.

    Kein Privatversicherter kann abschätzen, wie sich seine Beitragsbelastung im Laufe der Jahre verändert. Das ist doch der Trick! Man kann billig einsteigen und wird dann später kräftig ausgenommen.
  7. #16

    ...

    Zitat von weghorn1 Beitrag anzeigen
    Worauf eingegangen werden sollte - und von mir wird - das ist das Gefühl von Ohnmacht angesichts genau der Strukturen, die es möglich gemacht haben, das Geld zur Ware geworden ist, dass man Geld damit "verdienen" kann, indem man mit Geld "handelt",
    Versteh ich nicht. Geld muss, wie andere Waren auch, gesammelt verteilt, umgeschlagen und produktiv genutzt werden. Und Leute, die diese Leistungen erbringen, also die finanzielle Infrastruktur der Märkte betreiben, müssen, wie alle anderen auch, bezahlt werden.

    Mag ja sein, dass "Leuten unnütze Versicherungen andrehen" keinen Mehrwert schafft, aber erstens gehören dazu immer zwei und zweitens ist Kreativität beim Geldverdienen das Merkmal des Kapitalismus, welches ihm zum Erfolg verholfen hat.

    Zitat von weghorn1 Beitrag anzeigen
    Das sind die politischen Auswirkungen: Enteignung der Werktätigen per Schuldenmacherei des Casinokapitalismus
    Man kann es nur immer wiederholen, der Besitzer ist derjenige, der ansagt. Wer nur seine eigene Arbeitskraft besitzt (d.h. Ihre "Werktätigen"), kann auch nur über deren Verwendung bestimmen. Genauer gesagt, wem er sie verkauft.

    Der Weg zum Besitz von "Kapital" steht mittlerweile jedem (Werktätigen) offen. Wer ihn nicht geht, hat diese Entscheidung frei getroffen und braucht sich nicht über die Konsequenzen beschweren.

    Wenn es in D nicht nur 4 Millionen Aktionäre sondern 40 Millionen gäbe, die in den Hauptversammlungen der Konzerne mitsprechen dürften, hätten wir mehr für die Demokratie ("Herrschaft des Volkes") getan, als mit der Einführung des bundesweiten Volksbegehrens.

    Zitat von weghorn1 Beitrag anzeigen
    und Alimentierung der Gekündigten und nicht wieder Eingestellten ehemaligen Angestellten durch „Sozialabgaben“ (nicht: „Kapitalabgaben“!)
    Die ersten beiden Silben bezeichnen den Sinn, nicht die Herkunft.
  8. #17

    Zitat von Inuk Beitrag anzeigen
    Versicherungen und deren Makler haftet nun mal ein suspektes Verhalten an. Allzu oft ist zu lesen, dass sich Versicherte ihre berechtigten Ansprüche nur auf jahrelangem Rechtsweg erstreiten müssen. Gutachten gegen Gutachten und die Versicherungskonzerne sitzen am längeren Hebel und können sich langwierige Prozesse erlauben, während die Gegenseite in Not gestürzt wird und verzweifelt.

    Deshalb nur die absolut notwendigen Versicherungen wie Haftpflicht, Gebäude- bzw. Hausratsversicherungen abschließen. Dann wird solchen Gaunern, wie Mehmet E. Göker und dessen jungen, dynamischen Nachahmern schnell der Boden unter den Füßen weggezogen. Marktbereinigung von unten eben.
    Das mit dem längeren Hebel lässt sich wohl auch auf tausend andere Beispiele und Abhängigkeiten ausweiten.
    Jedenfalls würde ich mir ein Urteil, welche Versicherung notwendig und welche nicht notwendig sei, nicht so schnell zutrauen wollen.
    Beispielsweise im Haftungsrecht lauern in "Untiefen" Anspruchsrechte, von denen mancher Anwalt noch nichts gehört hat.
    Dagegen ist das Risiko den Hausrat abzusichern klar einschätzbar.
    Kurzum die Materie ist deutlich komplexer als das sie in Zusammenhang mit unseriösen Vertriebsmethoden einer angemessenen Beurteilung unterzogen werden könnte.
  9. #18

    Der war selbstständiger Makler

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Luxuswagen im Fuhrpark, Bonustrips nach New York: Der brillante Film "Versicherungsvertreter" zeigt den Aufstieg und Fall des Super-Maklers Mehmet E. Göker. Ein Porträt, das die Fratze einer Branche zeigt, die sich seriös gibt - aber in immer dubiosere Deals verstrickt ist.

    Kino-Doku "Versicherungsvertreter": Wenn Herr Kaiser im Ferrari vorfährt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Was glaubt der Spiegel wohl warum? Weil solche Windhunde es in großen Gesellschaften nicht schaffen.
    Das Wie ist mittlerweile fast genauso wichtig wie was Wieviel!!
    Und wenn man 3 Jahre für Sach und 5 Jahre für Leben in der Provisionshaftung ist, das verbietet sich Schnellschüsse eigentlich von selbst. Das fällt immer wieder auf einen zurück.

    Aber das Thema Provisionsabgabe (Verboten! Führt zur Berufssperre) genauso wie Bestechung, Scheingeschäfte, Geldwäsche und Schadenumleitungen werden Dauerthemen der Branche bleiben.

    Ganz einfach weil die Möglichkeit dazu da ist und der Verkaufsdruck genauso!

    Ohne anständige Gesellschaft im Rücken die das kontrolliert sind dem Betrug schlicht Tür und Tor geöffnet!
    Wie in dieser eigen AG bewiesen sein dürfte!

    Wer aber seine Versicherungen bei solchen Windeiern abschliesst bekommt von mir kein Mitleid! Da gibt es nun wirlich tausende gute Alternativen von Menschen die 10-40 Jahre für Ihre Kunden da sind.

    Von denen hört man nur auch mal: Nein, das geht nicht!!
  10. #19

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Wenn es in D nicht nur 4 Millionen Aktionäre sondern 40 Millionen gäbe, die in den Hauptversammlungen der Konzerne mitsprechen dürften, hätten wir mehr für die Demokratie ("Herrschaft des Volkes") getan, als mit der Einführung des bundesweiten Volksbegehrens.
    Das ist sehr, sehr wahr! Danke für diese Äusserung. Ich füge hinzu: Wenn in D die 80 Millionen Konsumenten bei Vertragsabschlüssen generell (auch der Einkauf ist ein Vertragsabschluss) auch nur etwas mehr nachdenken würden, wäre auch hier Manches besser!


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