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Kindererziehung: Ein Recht auf Schrammen

DPAKinder müssen spielen, toben, Wagnisse eingehen - und sich manchmal blaue Flecken holen. Nur so können sie sich psychisch und körperlich gesund entwickeln. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht in Watte packen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...836706,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kinder müssen spielen, toben, Wagnisse eingehen - und sich manchmal blaue Flecken holen. Nur so können sie sich psychisch und körperlich gesund entwickeln. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht in Watte packen.

    Erziehung: Warum Eltern ihre Kinder toben lassen sollten - SPIEGEL ONLINE
    Der Unterschied gegenüber früher ist-so hart es klingt-man hatte genug Kinder, jedes Jahr kam ein neues. So konnte man einen Verlust leichter verschmerzen.
  2. #2

    Siehe auch Let Them Eat Dirt | The Scientist
    "Let them eat Dirt", ein Artikel über die Notwendigkeit, Kindern durch normales Aussetzen gegenüber Mikroben ein funktionierendes Immunsystem zu ermöglichen.

    Wenn ich diese ganze übertriebene Hygienewerbung mit ihrer Botschaft der keimfreien Wohnung und unablässigen Reinigung und Sterilisierung sehe, wird mir schlecht. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen in pathologische Ängste und Zwänge geraten.
  3. #3

    ...

    Ich war letztens morgens 8.30 an einem Schulzentrum aus IGS und Realschule, ca. 1500 Schüler, im Fahrradständer standen genau 4 Fahrräder.
    Zu meiner Zeit gab es einen großen Fahrradnunterstellraum der war voll mit Rädern.

    Obwohl die Zahl der Verkehrsunfälle seit JAhrzehnten abnimmt, wächst die Angst. Und Radfahren ist ja soooooo gefährlich und bitte immer nur mit Helm, alles anderes ist doch vööööölllllig unverantwortlich.

    Und ein Handy braucht das Kind, es kann ja was sein. Ich bin 13 Jahre ohne Handy zur Schule gegangen und jeden Tag zum Mittagessen zurück gekehrt, wie ich das gemacht habe ist mir Heute ein Rätsel.

    Wir haben ein Haus mit 2 Etagen, bzw incl Keller 3. Ich habe keine dieser Sicherheitsgitter vor die Treppen gemacht, meine Kinder sind komischerweise trotzdem nicht die Treppe runtergestürzt. Kinder wissen was sie tun, sonst wäre die Menschheit nämlich längst ausgestorben, wenn Kleinkinder von jedem nächstbesten Felsen stürzen würden.
  4. #4

    aber dann gibt es auch die überaus aufmerkasamen mitbrüger, die hinter jedem blauen fleck einfach mal ihre vermutungen anstellen und eine ausgemachte kindesmisshandlung unterstellen...
  5. #5

    Zustimmung!

    Danke für diesen Bericht!
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kinder müssen spielen, toben, Wagnisse eingehen - und sich manchmal blaue Flecken holen. Nur so können sie sich psychisch und körperlich gesund entwickeln. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht in Watte packen..........
    Die Kinder gehen herrliche Zeiten entgegen. Freizeit, die nicht von Eltern geplant werden, Klettern und rum streunen, die Kinder dürfen wieder in den Stall und Tiere streicheln, man eröffnet ihnen alle Chancen, ganz normale Kinder zu werden.

    MfG. Rainer
  7. #7

    Ja...

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Die Kinder gehen herrliche Zeiten entgegen. Freizeit, die nicht von Eltern geplant werden, Klettern und rum streunen, die Kinder dürfen wieder in den Stall und Tiere streicheln, man eröffnet ihnen alle Chancen, ganz normale Kinder zu werden.

    MfG. Rainer
    ...herrliche Aussichten.
    Leider, leider! Diesem Kindernirwana steht nur ein Hinderniss im Wege: der vollausgestattete Luxusspielplatz im heimischen Garten.
    Apropos. Woher zum Teufel kommen plötzlich all die vermaledeiten Schmalspurtrampoline her, die plötzlich aus jedem Vorgarten spriessen?
  8. #8

    Artikel voller Wahrheiten

    Ich stimme dem Artikel komplett zu. Was mir dazu noch einfällt (und wozu ich bestimmt auch einigen Wiederspruch erhalten werde, was aber meine Überzeugung ist):
    Vätern fällt es (aus meiner Erfahrung) deutlich leichter, den Kinderen höhere Risiken zuzutrauen. Ist das Kind auf halber Höhe im Baum, sagt die Mutter meist: "Das reicht, kletter jetzt vorsichtig wieder runter!". Vom Vater kommt eher "Den Rest nach oben schaffst Du auch noch.."
    Bekommt das Kind beides (Vorsicht und Risikobereitschaft) in gleichem Maße, wird es sich auch passend entwickeln. Da die Überzahl der Mütter doch eher zur Vorsicht tendieren (nein, nicht alle...), ist der Vater für die Entwicklung als risikobereiterer Gegenpol wichtig. Da Kinder unter großem weiblichen Einfluss stehen (häufig alleinerziehende Mütter, Erzieherinnen im Kindergarten, Lehrerinnen in der Grundschule), bekommen sie zwar sehr viel positiven Input der "mütterlichen" Seite, es fehlt aber oft komplett der "männliche", väterliche Einfluss!
  9. #9

    Risiko und Gefahr

    ""Das Spielangebot sollte darauf abzielen, die Balance zu halten zwischen der Notwendigkeit, Risiko anzubieten, und der Notwendigkeit, das Kind vor schweren Verletzungen zu schützen"

    Aus der Praxis: Als mein Sohn noch nicht einmal 3 war, wollte er schon "klettern", spielend die hohen Gerüste auf dem Spielplatz hoch bis in 2 m Höhe (mein Überkopf). Oben angekommen breitete er mit einem herzhafen "Mammmmaaaa" die Arme aus und liess sich nach vorne kippen. Mutter, offenbar schon ganz EU-Bürger, blitzschnell die Kriterien der Norm vorweg nehmen, kam zum Schluss, dass die Höhe doch ein wenig Arg viel und eher Gefahr denn Risiko in dem Alter ist (Denkprozess 0,5 Sekunden), spurtete die 10 m aus dem Banksitz heraus los, um ihn im letzten Moment aufzufangen. Mutter erleichtern, Sohn begeistert.
    Das Spiel wiederholte sich die kommenden Wochen großartig. Sohn immer begeisterter und es hatte den Anschein, dass zum Freudemoment auch gehörte, immer größere Distanzen oder vertrackte Winkel zu Muttern einzubauen. Die überlegte immer mehr, wann sie ihren Sohn doch mal auf die Schnauze fallen lassen würde, trotz positivem Effekt für den eigenen Trainingszustand.
    Bis irgendwann im Schwimmbad: das Spiel von einer kleinen Mittelinsel aus, aber für Muttern in die falsche Richtung. Bis die um die Insel rum war, war Sohn auf der anderen Seite schon abgesoffen. 1 Eimer Schwimmbadwasser für die Verdauung haben aus der Gefahr ein Risiko gemacht, dessen Grenzen Sohnemann von da an wusste :D


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