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Kindererziehung: Ein Recht auf Schrammen

DPAKinder müssen spielen, toben, Wagnisse eingehen - und sich manchmal blaue Flecken holen. Nur so können sie sich psychisch und körperlich gesund entwickeln. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht in Watte packen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...836706,00.html
  1. #280

    Aber nicht doch ...

    Zitat von whocaresbutyou Beitrag anzeigen
    ich würde hier ja gerne mal einen Artikel lesen, auf den nicht irgend ein Troll sofort wieder die allumfassende Schuld der Politik an jedem erdenklichen Missstand anprangert...

    Wann haben SIE das letzte Mal ihr Maschinengewehr 80 Kilometer durch den Busch tragen müssen?
    .
    ... Nun sagen Sie bloss, dass Sie das nicht jedes zweite Wochenende machen?

    In Deutschland, mit seiner Bevoelkerungsdichte, ist die Zahl der Gebiete wo man 80 Km durch "den Busch" kann, eher begrenzt, ausser man laeuft im Kreis. Was ich aber bei jenem Beitragenden gar nicht ausschliessen wuerde, denn schliesslich heiligt der Zweck ja die Route, und ausserdem brauchen Maschinengewehre ausreichend Auslauf.
  2. #281

    Kultur der Angst

    Zitat von maruku Beitrag anzeigen
    Ich glaube, ich bin der einzige, der dem Artikel von Frau Ahne nicht so viel abgewinnen kann. Vielleicht liegt es zum einen daran, dass mir in praktischer Hinsicht der Unterschied zwischen "echter Gefahr und Wagnis" nicht wirklich einleuchtet (als ob man das objektivieren könnte!). Und zum anderen fühle ich mich, der ebenfalls eine ethnologische Ausbildung genießen durfte, hier sehr stark an die Idee eines Nationalcharakters erinnert, mit dem ich allerdings noch nie etwas anfangen konnte. Leben wir den wirklich in einer Art Kultur der Angst, bzw. übertriebener (Für)Sorge? Leiden wir den alle an "Naturdefiziten". Einige von uns glauben dies bejahen zu müssen. Und andere wiederum machen sich Gedanken darüber, diesen vermeintlichen Mißstand zu beseitigen, in diesem Fall über eine Art erzieherische Kontrolle über Nicht-Kontrolle, des Festhaltens mittels des Loslassens. Und damit folgen sie doch nur all den anderen Elternratgebern unserer Zeit, die einem kulturellen Konstrukt hinterherjagen.
    Leider leben wir in einer Kultur der Angst, besonders mit Kindern. Das ist in Uebersee noch schlimmer als in Deutschland, aber es wird auch in Deutschland immer mehr. Heutzutage duerfen, wo ich lebe, in Kindergaerten Kinder nicht mehr in die Ecke gestellt werden, selbst wenn sie die Erzieherin hauen - das arme Kleine koennte ja psychologisch geschaedigt werden! Und screening test fuer psychologische Erkrankungen werden an 14 Monate alten Kindern getestet und fuer Dreijaehrige eigefuehrt. Da hoert doch der Spass auf! Und Artikel wie dieser werden notwendig.
  3. #282

    Kinder mit Kindern

    Zitat von user543 Beitrag anzeigen
    Ich hatte das Glück, Eltern in einem kindgerechten Alter zu haben. Als ich zur Welt kam war meine Mutter 19 und mein Vater 22 Jahre alt. Da waren beide noch jung und agil. Auf einen Kirschbaum klettern? Kein Problem, mein Vater ist munter mitgekraxelt. ...

    Damals gab es eine geringe Anzahl von "Omakindern", die bei ihren Großeltern aufwuchsen, weil ihre Mütter berufstätig waren. Die wurden in der Schule verlacht, weil sie nichts durften. Wo andere alleine zur Schule laufen mußten, wurden Omakinder mit dem Auto zur Schule gebracht und abgeholt. Wenn ich mein Vesper vergessen hatte, dann hatte ich eben Kohldampf. Wenn das Omakind in unserer Klasse das Vesper vergessen hatte, hat es Omi mit dem Auto pünktlich zur großen Pause vorbeigebracht. Omi kam auch so öfter in der großen Pause vorbei und beobachtete das Geschehen auf dem Schulhof, dass dem Kleinen ja nichts passierte. Vor Beginn der Schulzeit durfte das Omakind draussen nicht sandeln. Oma holte den Sand in Eimern rein, siebte ihn, kochte ihn ab und das Kind durfte dann gelegentlich auf dem Balkon mit dem gereinigten Sand sandeln.

    Omakinder sind in der Schule oft dadurch aufgefallen, dass sie häufig krank waren, sie waren schlaksig, Memmen beim Sport und sobald es draussen einen Tag frisch wurde sofort erkältet.

    Heute sind aber viele Eltern nicht mehr in einem kindgerechten Alter. Sie sind heute so alt, wie früher meine Großeltern waren! Da ist es kein Wunder, dass heute die Mehrheit der Kinder so aufwächst wie früher die verlachten "
    Da bin ich als reifere Mutter jetzt zwar auch persoenlich betroffen, kann aber darueber hinwegsehen, weil die Aussagen auf mich nicht zu einem Masse zutreffen, wo ich sie als ein Problem betrachte. Die Oma, die sie schildern, wuerde wohl zu allen Zeiten als zwanghaft betrachtet worden sein und hatte offenbar zuviel Zeit und zuwenig Verstaendnis fuer das Kind. Ich kann noch ganz gut hinter meiner Kleinen herlaufen, muss dass aber gar nicht. Wie auch immer, da gibt es ein paar andere Dinge zu sagen, die diesen Beitrag betreffen:

    1) "Frueher" bekamen Frauen Babies von 16 - Menopause. Daher ist es durchaus nicht der Fall, dass es keine aelteren Eltern gab. Meine Oma gebar ihr letztes Kind mit ueber 40, aber sie hatte schon ein halbes dutzend zuvor. Mit sovielen Geburten war sie bestimmt mit 40 nicht mehr so fit.

    2) Bin ich der Ueberzeugung, dass der Reifegrad der meisten 19 und 20 jaehrigen heutzutage der Komplexitaet der Gesellschaft in der sie ihre Kinder aufbringen muessen, nicht angemessen ist, und dass daher Kinder aus sehr jungen Familien im Durchschnitt schlechter Chancen haben, ausse wenn ein sehr guter Familienverband, insbesondere Grosseltern, da sind, um mit Erfahrung und Hilfestellung beizutragen. Die Gruende dafuer sind vielfaeltig.

    3) Solange die Eltern die Kinder versorgen koennen, ist das ok, aber heutzutage verlassen Jugendliche oft erst mit 18 oder 19 die Schule und haben noch keinen Beruf der die Familie ernaehrt.

    4) Ich wette mit Ihnen, dass ich intellektuell und spirituell wettmachen kann, was mir die 20 jaehrigen ans koerperlicher Kapazitaet voraushaben. Das nennt man Lebenserfahrung. Und ein voll entwickeltes Gehirn. Es ist wissentschaftlich erwiesen, dass das Gehirn erst mit Mitte 20 voll entwickelt ist.
  4. #283

    Mund auswaschen

    Zitat von talackova Beitrag anzeigen
    Eine Freundin reibt ihre Kinder jedesmal mit Sagrotan ab, wenn die im Garten waren. Ist das wirklich nötig?
    Aber ja doch. Uebrigend siedeln Bakterien auch im Mund. Also bitte auch immer schoen den Mund desinfizieren, alle 2 Stunden.

    Dann wiederum weiss ich ja nicht, was die Dame im Garten hat ;-)
  5. #284

    Sarkasmus?

    Zitat von talackova Beitrag anzeigen
    Rechnen Sie das mal aus den Kilometer um. Meine Kinder bewegen sich niemals zu Fuß im Straßenverkehr. Die fahre ich auch fünfhundert Meter zu Freunden, egal was Klimahysteriker dazu sagen!

    Bewegung gibt es jeden Tag von 15:00 - 16:00 im Sportstudio für Kinder. Nur da wird auf die richtige Bewegung geachtet. Als wenn Kinder das beim Klettern in Bäume selber lernen könnten? Die haben alle Ihren Personal Trainer!
    Jeder hier scheint Ihre Bemerkungen voellig ernst zu nehmen, aber darf ich mal fragen, ob Sie sie wirklich ernst meinen? Es liest sich nicht so :-)
  6. #285

    Wie waer's denn mit einem Plastikpferd?

    Zitat von talackova Beitrag anzeigen
    Kita sind wie ein Gefängnisaufenthalt. Da passiert für die Entwicklung gar nichts. Meine Kinder bekommen ab dem Alter von zwei Jahren individuelle Programme in allen Bereichen. Das umfaßt Sport im Studio, Kunst in der Kinderakademie, Musik mit unserem Hauslehrer, Sozialverhalten im Kinderdiskutierclub. Meine älteste Tochter mit 7 will jetzt reiten, aber das ist viel zu gefährlich!
    Ich bin mir sicher, dass Ihr Problem in den USA schon geloedt worden ist ... :-)
  7. #286

    ............

    Zitat von meinmein Beitrag anzeigen
    Der Unterschied gegenüber früher ist-so hart es klingt-man hatte genug Kinder, jedes Jahr kam ein neues. So konnte man einen Verlust leichter verschmerzen.
    Mensch, dann vögelt doch ein bissl mehr, könnts Volk eh gut vertragen.
    Vieleicht sollte man analog dazu überlegen für die nächsten 20 Jahre ALLE Abtreibungen die nicht klar medizinisch oder psychisch (bei Vergewaltigungsopfer z.B.) bedingt sind ganz krass und unter höchsten Strafandrohungen zu verbieten.
    Oder eben eine Einstellung zu etablieren die wieder dazu führt das die Leute von selber LUST auf Kinder bekommen.
    Kinder als Finanzrisiko?
    Früher warn die Leute auch arm und haben mit 6 Kindern überlebt.
    Unter den Bedingungen unter denen meine Großeltern 4 Kinder großgezogen haben würde sich wohl fast jeder aus dem "zu teuer" Kinder verkneifen. Aus meinem Vater, Onkeln und Tanten iss aber was geworden, es war genug zu essen da, wenn auch keinerlei Geld für Luxus. Ein Riegel Schokolade für jedes Kind in jeder Woche, mehr war da nicht drin. Klappte doch prima.
  8. #287

    ....

    [QUOTE=Allegorius;10331077]Wenn ich daran denke, wieviele Kinder mir täglich unterkommen, bei denen ADHS dignostiziert wurde, wird mir schlecht. Und wenn man sich dann den erzieherischen Hintergrund ansieht, lässt sich auch für den ignorantesten Schulmediziner ein klares Muster ableiten. [QUOTE]

    Einiges wahres ist da schon dran.
    ADHS ist ein bequemes Mittel um sich vor seiner Verantwortung zu drücken, ADHS ist bequem um sich dahinter vor seinen pädagogischen Defiziten verstecken zu können.
    Echtes ADHS allerdings ist die Hölle.Am meisten aber fürs betroffene Kind.
    Schlechte Feinmotorik,wenig andauernde Konzentrationsfähigkeit, gewaltige Wut- und Tobsuchtsanfälle bei denen die Eltern nur noch in Deckung gehen können und hoffen das es schnell vorbeigeht,den Hinweis "mal ne ordentliche Tracht hat noch keinem geschadet" können sie knicken. Die nützt nämlich im Gegensatz zu anderen Kindern eher wenig oder machts nur NOCH schlimmer.
    Aussenseitertum in der Schule ist die Folge, die Verwandlung von Kind zum lebenden Boxsack kann da schnell gehen.
    Lehrer die einen vor allen Schülern zynisch als Geisteskranken der auf eine Sonderschule gehört verhöhnen.
    Wenn man Glück hat verschwindets mit der Pubertät, wenn man Pech hat leidet man sein Leben lang unter den Effekten.
    Schwierigkeiten in allen Bereichen aufgrund der oft allzu offensichtlichen Andersartigkeit der Betroffenen sind garantiert.
    Ich bin ADHSler, Baujahr '68 und ich kann ihnen sagen DAS ist kein Zuckerschlecken.

    Das es allerdings heute wie ich oben schon sagte eine Mode"krankheit" ist, da haben sie recht. Die meisten ADHS Kinder die ich heute kennenlerne sind nämlich, das kriegt man gerade als selbst Betroffener heraus, einfach nur verzogen und ohne Disziplin vorm Fernseher oder PC abgestellt worden damit sie die Karriereplanung der Eltern nicht behindern.
    Für Nichtbetroffene und Nichtfachleute ist das aber zugegeben oft sehr schwer zu unterscheiden.
    ADHS ist auch für die Eltern ein Martyrium.
    Meine Eltern sind gut situierte, gebildete Menschen die sich immer Zeit für mich nahmen und die ich als sehr liebevoll in Erinnerung habe, das ich so wurde wie ich bin, dafür können die nichts.
    Sie wurden aber dafür verantwortlich gemacht.
    Wenn ich die mich quälenden Schüler schlug oder wenns Klassenkeile gegen den Freak gab mich nur noch mit Schimpfkanonaden wehren konnten die zugegebener Maßen Worte beinhalteten die 8. 9 jährige sich damals kaum wagten in den Mund zu nehmen, dann hieß es "Tja, wo er DAS wohl gelernt hat" mit spitzer Zung und bösem Blick ging das dann in Richtung meiner Eltern.
    Das ich diese Worte von den Sprößlingen dieser Leute kannte, das interessierte nicht. Das meine Eltern das kaum kontrollieren konnten und ihnen jahrelang KEIN Arzt helfen konnte und das bis zu meinem 11. Lebensjahr war auch ein Fluch dieser Zeit.

    Den Leuten die ADHS als aber REINE Modediagnose abtun wünsche ich von GANZEN Herzen ein ECHTES und schwerbetroffenes ADHS Kind und wünsche ihnen viel, viel Spaß dabei.

    Naja, ADHS hat auch seine Vorteile.
    Sollte es mal in meiner Lebenszeit noch eine Apokalypse geben die uns technisch um 4000 Jahre zurücksetzt, dann bring ich, abgesehen von meinem Alter, das beste psychische Rüstzeug mit das es gibt.
    In SO einer Situation ist ADHS der beste Überlebensgarant dens gibt.
    Der Vorteil gegenüber einem Normalbewußtsein in rein reaktiven Jagd, Überlebens- und Kampfsituationen ist immens!
  9. #288

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    In den späten 70ern verschwanden die „Betreten verboten --- der Hauswart“-Schilder von den Grünanlagen. War damals ein großes Thema in den Familien, den Schulen und sogar den Kindersendungen im Fernsehen.
    Fürchterlich...

    Welchen Spaß macht es denn noch, einen Rasen zu betreten, auf dem nicht ein Schild "Betreten des Rasens verboten!" steht?

    In den späten 60ern gab es Trümmergrundstücke, die waren geniale Abenteuerspielplätze. Und dort zu spielen war meistens streng verboten. Wodurch es erst richtig Spaß machte.

    Dann kamen die Sozialpädagogen der 70er und errichteten Abenteuerspielplätze.

    Auf denen natürlich darauf geachtet wurde, daß sich kein Kind beim Bau der Holzhütte aus alten Brettern mit dem Hammer auf den Damen gehaut oder sich an einem rostigen Nagel verletzt hat.

    Die Freude über den gewonnenen Lebens- und Spielraum dauerte allerdings nicht lange. In den späten 80ern kamen die Schilder zurück. „Der Hauswart“ hieß jetzt „Naturschutzgebiet“.
    Zu meiner Zeit gingen ein paar Fenster auf und ein paar wütende Erwachsene schimpften wütend runter, wenn man einen Klingelstreich machte.

    Heute kriegen die Kids vermutlich eine Diskussion aufgebrummt, warum das ein sozial nicht adäquates Verhalten ist und gegen Lärmschutzbestimmungen verstößt.

    Es wirkt lächerlich, wenn ausgerechnet eine Generation, die stolz darauf ist, erkannt zu haben, dass Mensch und Natur sich nicht vertragen und die Natur vor dem Menschen geschützt werden muss, indem der Mensch von der Natur ferngehalten wird, und die bei einem Waldspaziergang natürlich nie die befestigten Wege verlassen würde, sich nun auf einmal wundert, dass ihre Kinder zu wenig „Naturerfahrung“ haben. Wer seinen Kindern beibringt, dass Natur dazu da ist, sie für die nachfolgenden Generationen zu bewahren, der hat sein Ziel doch erreicht, wenn die Kinder nur noch vor der Playstation sitzen. Was kann brütenden Vögeln und süßen Robbenbabys denn besseres passieren?
    Nicht zu vergessen die armen Kinder, die als potentielle zukünftige Serienkiller zum Psychologen geschleift werden, nur weil sie im kindlichen Forscherdrang ein paar Fliegen zerlegt oder ersäuft haben.

    (Zur Naturerfahrung gehört übrigens auch die Erfahrung, was alles passieren kann, wenn man der Katze einen China-Böller an den Schwanz bindet...)
  10. #289

    Zitat von Quotenfrau4711 Beitrag anzeigen
    da war doch alles viel besser, oder ?? Ich denke mal, was Sie da schildern, das war zwischen 1950 und 1960. Ist alles schon ein bischen her. Damals war die Mutter noch Hausfrau und Scheidungskinder waren die Ausnahme.
    Nur, zwischenzeitlich schreiben wir 2012 und die Eltern gehen meistens beide arbeiten. Was den Kindern tagsüber bleibt ist die Kita oder Schule/Hort.
    Mitte der 60er kam der Ausdruck "Schlüsselkinder" auf - das waren die (vielen) Schulkinder, die einen eigenen Wohnungsschlüssel hatten, weil Vater und Mutter arbeiteten und keiner zuhause war, wenn die mittags aus der Schule kamen.

    Hat komischerweise auch funktioniert. Ohne daß sich die ganzen Kinder beim "vorbereitetes Mittagessen warm machen" an der Herdplatte verbrannt haben.








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