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Kindererziehung: Ein Recht auf Schrammen

DPAKinder müssen spielen, toben, Wagnisse eingehen - und sich manchmal blaue Flecken holen. Nur so können sie sich psychisch und körperlich gesund entwickeln. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht in Watte packen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...836706,00.html
  1. #170

    Zitat von abwaschhilfe Beitrag anzeigen
    scheint mir, dass hier dieselben Teilnehmer mit viel Engagement dafür eintreten, dass Kindern beim Spielen möglichst viele Freiheiten zugestanden werden, um Erfahrungen zu machen und um ihr Selbstvewusstsein zu stärken, wie in den Foren, wo es darum ging möglichst alle Kinder in Kitas oder Krippen unterzubringen. Wechseln eigentlich die Teilnehmer ihre Meinung wie ihr Hemd oder wie kommt diese Diskrepanz zustande?
    Fakt ist doch, dass keine Kita Möglichkeiten dazu gewährleistet, all die freien Spielmöglichkeiten in der Natur zu nutzen, die hier in diesem Forum als erstrebenswert angesehen werden. Jede Kita ist immer nur eine Bewahranstalt, wo man bemüht ist, dass die Kinder am abend, wenn die Eltern zum Abholen kommen, immer noch unverletzt und sauber sind. Eigentlich dürfte kein einziger Befürworter des zur Diskussion gestellten Aufsatzes gleichzeitig für Kita-Betreuung sein, weil es ein Widerspruch in sich ist.
    Sicher, in Kindergärten gibt es bis auf einen kleinen Spielplatz keine grossen Möglichkeiten, aber es gibt ja noch die Zeit nach dem Kindergarten und das Wochenende.
    Während der Arbeitszeit brauchen wir berufstätigen Eltern die Unterstützung der Kindergärten (zumal sie bei uns hier in Mexiko zum Schulsystem gehören und somit schon Dreijährige schulpflichtig sind), aber am Wochenende fahren wir entweder in die Berge, den Wald oder ans Meer, wenn wir mal kein Museum (ganz toll das Kindermuseum Papalote Papalote) besuchen oder Freunde besuchen.
  2. #171

    Haben Sie noch mehr Klischees auf Lager?

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Man kann noch etwas Positives an der Kita entdecken. Das Kind ist dem Einfluß seiner Eltern und ihrem hemmungslosen Ehrgeiz entzogen. Und angesichts der Tatsache, daß an die dreißig Prozent aller Kinder alleinerzogen werden, kann man objektiv nur für Kita sein. Von den alleinerziehenden Müttern hängt nämlich die große Mehrzahl im Hartz. Und das ist für sie nicht sonderlich lustig. Kein Friseur mehr, kein Nagelstudio oder Kino. Und Männer tun sich Alleinerziehende nicht ohne Not oder Grund an, sind sie doch der schlagende Beweis für egoistische Eigenwilligkeit.
    Esrtens gibt es nicht nur alleinerziehende Frauen und warum sollten diese zweitens "der schlagende Beweis für egoistische Eigenwilligkeit" sein? Das verstehe ich nicht. Eine Frau, die sich scheiden lässt, weil Ihr Mann sie vielleicht regelmäßig betrügt oder gar schlägt ist also egoistisch und eigenwillig oder was?

    Es gibt jede Menge Gründe, zum Alleinerziehenden zu werden, die weder mit Egoismus noch mit Eigenwilligkeit (was soll das überhaupt sein) zu tun haben.
  3. #172

    Zitat von elikey01 Beitrag anzeigen
    Sie "erziehen" ihren Nachwuchs auch zu Bestimmkindern, die verinnerlichen, dass sich alles nur um sie zu drehen hat.
    Statt im Toben und Ausprobieren draußen eigene Instinkte, Selbstsicherheit udn einen Bezug zur Natur zu entwickeln, werden sie noch im Vorschulalter u.a. zum Ballett und Taekwondo-Unterricht gekarrt.
    Da kann ich mir aber schlimmeres vorstellen. Ballet und Taekwondo/andere Kampfkünste stärken den Gleichgewichtssinn enorm. Das kann einem Kind ja wohl kaum schaden. Insbesondere Jungs sind von Kampfkünsten begeistert und unglaublich stolz auf ihre Fähigkeiten - warum sollte man ihnen das nicht ermöglichen? Ein oder zwei Unterrichtsstunden pro Woche verhindern wohl kaum, dass das Kind in der restlichen Zeit trotzdem im Wald herumtobt. Sie hätten doch auch nicht dagegen, ihren Jungen zum Fußballtraining zu schicken, oder?
  4. #173

    Neid und Mißgunst

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    ... Es ist ein Fehler eine recht wilde Kindheit auf Dörfern in den Siebzigern mit einer modernen Millionenstadtkindheit vergleichen zu wollen.

    Natürlich war das Spielen im Wald schöner als diese Plastikspielplätze, aber wenn es nichts anderes im näheren Umkreis gibt? ...
    In Wuppertal gibt es das Projekt Nordbahntrasse, eine stillgelegte Eisenbahn mit wunderschönen Viadukten durch die bevölkerungsreichsten und am engsten bebauten Wohngebiete soll befestigt werden. Für Kinder und Jugendliche ein wunderschöner Freiraum ohne Regulierung oder Gefahr, längst von ihnen genutzt. Unverständlicherweise gibt es gewaltige Widerstände gegen das Projekt, und der Grund ist vordergründig sprich logisch überhaupt nicht ersichtlich. Es sind nicht die Anwohner, die Krach (von Fußgängern oder Radfahrern ?) befürchten, sondern es sind die Einfamilienhausbesitzer auf den Höhen, die dem gemeinen Pöbel diesen Auslauf nicht gönnen.
  5. #174

    Diese Edelmuttis

    Zitat von whocaresbutyou Beitrag anzeigen
    Die meisten "neuzeitlichen Gefahren" sind absolut hausgemacht und unübersichtliche Brötchenpanzer sind da mein absoluter Favorit.
    ...
    Für den Schutz des eigenen Nachwuchs ist uns eben nichts zu teuer...

    [/ironie]
    wetteifern untereinander mit ihrer ökonomischen Potenz, was den Kids im Ergebnis auch statusmäßig "dient".

    Im Gespräch über Schulwege erzählte eine Mutti (halbtags-berufstätig), dass sie morgens soviel Stress habe, weil sie vor der Arbeit erst ihren (damals 10-jährigen) Jungen zur Schule fahren müsse. Erstaunt befragt, warum er bei der günstigen Busanbindung (Elternhaus-Schule) nicht mit dem Bus führe, meinte sie "Das kann er doch nicht" - wobei es sich bei dem Jungen nicht um ein zurückgebliebenes Kind handelte.

    In Wahrheit war es so, dass Mutti es so wollte.
    Leider (sie beklagt es heute) hat sie als Ergebnis einen Jungen, der mal gerade so den Hauptschulabschluss schaffte, die erste Lehre schmiss und mit inzw. 25 noch immer nicht weiß, wohin er im Leben will.
    Die Schuld daran, dass das so ist, wird jedoch an allen möglichen anderen "Umständen/Personen" festgemacht, beileibe nicht an einer überbemutternden Fehlerziehung, die auch nicht loslassen konnte, zumal der Vater beruflich sehr eingespannt war.
  6. #175

    Zitat von widower+2 Beitrag anzeigen
    ... Es gibt jede Menge Gründe, zum Alleinerziehenden zu werden, die weder mit Egoismus noch mit Eigenwilligkeit (was soll das überhaupt sein) zu tun haben.
    Denkbar. Aber die Zahl hat sich vervielfacht.
  7. #176

    Zitat von Vanagas Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach drehen die Mütter complett am Rad !

    Haben nicht mehr sechs , acht oder zehn Kinder sondern nur noch einen Prinzen , eine Prinzessin . Und die muß auf Teufel - komm - raus
    gelingen . Eine Schramme - ab zum Arzt ! Das Kind hibbelt zuviel - ab zum Psychofritzen ! Oder Ergotherapie ! Oh - je - mine !

    Väter sind da deutlich entspannter , vielleicht risikobereiter , setzen sich jedoch heutzutage des lieben Friedens Willen nicht mehr so consequent gegen Ihre hysterischen Frauen durch .

    Väter werden heute aus der Erziehung gedrängt .
    Die Ergebnisse sind bei einer Busfahrt nach Schulschluß leicht zu eruieren !
    Ja, und die Leute, die behaupten, Kita sei schlecht und früher hätte es ja ohne Kita zu Hause bei Mama viel besser geklappt, vergessen, dass es früher ganz anders aussah! Viel größere Familien, die Kinder nur wenige Jahre auseinander, die Mutter hatte mit dem Haushalt alle Hände voll zu tun. Die hat die ganze Bande wahrscheinlich einfach nach draußen geschickt, damit sie ihre Arbeit erledigen konnte. Da wurde nicht jeder Gesichtsausdruck stundenlang ergründet, nicht jeder Scheiß ausdiskutiert. Die größeren Geschwister hatten auf die kleinen Acht zu geben, sonst haben sie von der Mutter eine mit dem Kochlöffel bekommen.
    Es kann doch nicht gesund sein, wenn heute die meisten Kinder mit maximal einem Geschwisterchen und der lieben Vollzeit-Mama aufwachsen. Dass so eine Großfamilie, auch mit Mutter als Hausfrau, besser wäre als eine Kita, will ich gar nicht bestreiten. Aber so sehen die Familien heute nicht mehr aus. Wär auch schlimm, dann hätten wir wieder zu viele Menschen in diesem Land.
    Aber die ganzen Natur-Fritzen tun so, als ob jede Hausfrau freiwillig jeden Tag sechs Stunden mit ihrem Kind im Wald herumrennen würde. Na klar.
  8. #177

    Es

    Zitat von keinhandy Beitrag anzeigen
    Da kann ich mir aber schlimmeres vorstellen. Ballet und Taekwondo/andere Kampfkünste stärken den Gleichgewichtssinn enorm. Das kann einem Kind ja wohl kaum schaden. Insbesondere Jungs sind von Kampfkünsten begeistert und unglaublich stolz auf ihre Fähigkeiten - warum sollte man ihnen das nicht ermöglichen? Ein oder zwei Unterrichtsstunden pro Woche verhindern wohl kaum, dass das Kind in der restlichen Zeit trotzdem im Wald herumtobt. Sie hätten doch auch nicht dagegen, ihren Jungen zum Fußballtraining zu schicken, oder?
    geht dabei vordergründig darum, ob es für das Kind "passt" od. ob es sich einfach um eine Projektion von Eltern handelt, die an ihrem Kind verwirklichen wollen, was sie (vielleicht) selbst gerne gemacht hätten, ihnen aber versagt blieb.

    Selbstverständlich ist gezielter Sportunterricht nicht per se falsch, auch nicht für Mädchen, die sich bezeiten körperlich wirkend "wehren" können. Das so erworbene Selbstbewusstsein wirkt bekanntlich abschreckend auf potentielle kriminelle Pädophile.

    Es kommt h.E. auf die Balance zw. all den Maßnahmen an, die Eltern ihren Kinder (ab welchem Altern) angedeihen lassen und wie diese individuell tatsächlich förderlich sind.
  9. #178

    Zitat von keinhandy Beitrag anzeigen
    Da kann ich mir aber schlimmeres vorstellen. Ballet und Taekwondo/andere Kampfkünste stärken den Gleichgewichtssinn enorm. Das kann einem Kind ja wohl kaum schaden. Insbesondere Jungs sind von Kampfkünsten begeistert und unglaublich stolz auf ihre Fähigkeiten - warum sollte man ihnen das nicht ermöglichen? Ein oder zwei Unterrichtsstunden pro Woche verhindern wohl kaum, dass das Kind in der restlichen Zeit trotzdem im Wald herumtobt. Sie hätten doch auch nicht dagegen, ihren Jungen zum Fußballtraining zu schicken, oder?
    Ja, ich denke auch, dass Ballett (hat meine Cousine auch schon vor 50 Jahren als Dreijährige gemacht) und Kampfsport den Kinder guttun. Meine macht seit sie 2,5 Jahre alt ist, Karate - nimmt ab und zu mit Erfolg auch an einem Wettkampf gegen andere Dojos teil - und seit Beginn des Schuljahrs (Kindergarten I) auch Ballett. Die Motorik hat darunter nicht gelitten und beim letzten Unfall, der sie in die Notaufnahme brachte, meinte der Arzt nach dem Röntgen, dass die Verletzung böse ausgegangen wäre, wenn sie nicht so beweglich wäre.
    Auch ein Plus.
  10. #179

    Es mag ja auch bessere Kitas geben,

    aber unsere Jungen waren in einem, wo man mit den kleinen Mädchen Bilder gemalt hat, Perlen aufgezogen oder Sterne gebastelt hat. Die Jungen wurden - weil sie so laut und rüpelig waren - immer nach draußen auf den Kita-eigenen-Spielplatz geschickt. Der war zugegebenermaßen gut ausgestattet. Nur, es war eben alles vorgegeben, für Fantasie war nicht viel Raum. Aber viel schlimmer war, dass in den Kitas angeblich Schulvorbereitung bzw. Bildung für die 5jährigen angeboten werden sollte. Konnte aber nicht, weil ein Teil der Betreuungstanten mit den kleinen Mädchen am basteln waren und der andere Teil teetrinkenderweise miteinander plauderte. Vorschulerziehung fand zumindest für die Jungen nicht statt. Was sich dann in der Schule als äußerst nachteilig erwies.
    Ach ja, und einmal in der Woche sind sie zusammen in den Wald gegangen. Da hab' ich dann mal die Jungen gefragt, was sie denn dort so machen würden. Die Antwort hat mich nicht überrascht: "wir toben dort und spielen mit Stöcken wie mit Gewehren oder Säbeln. Auf meine Frage, ob das denn alle Kinder so machen würden, antwortete mir der Große: "nein, die Mädchen sitzen auf dem Baumstamm, tauschen Bilder und schaun sich Bücher an. Auf meine Frage, was denn die Erzieherinnen machen, erfuhr ich: "die sitzen auch auf einem Baumstamm und trinken Tee und unterhalten sich miteinander. Und nach 2 Stunden im Wald ging es dann wieder zurück in die Kita. Sicher könnte man die Kinder auch zu anderen Dingen anleiten, aber das würde ja bedeuten, dass man sich vielleicht auf so einen Waldtag vorbereiten müsste und das ist den meisten Betreuerinnen doch zuviel Aufwand.


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