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Kindererziehung: Ein Recht auf Schrammen

DPAKinder müssen spielen, toben, Wagnisse eingehen - und sich manchmal blaue Flecken holen. Nur so können sie sich psychisch und körperlich gesund entwickeln. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht in Watte packen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...836706,00.html
  1. #120

    das Leben währt lang

    Zitat von peeka Beitrag anzeigen
    ... Wenn heute Kinder auf einmal etwas überfordert werden, so wird sofort die Alarmglocke angeworfen. ...
    Man kann Kinder nicht überfordern. Vor allem schätzen sie das Angebot an Forderungen. Das Ende der Jugend ist der Beginn der Zeit, wo man das Überfordern nicht mehr schätzt. Einen dreißigjährigen Mitarbeiter darf und muß man überfordern, bei einem fünfzigjährigen ist Hopfen und Malz verloren. Wenn er klug ist, verweigert er sich geschickt, ist er blöde, geht er vor die Hunde.

    Kinder wollen Angebote, je mehr je besser. Und eine Schlammpfütze ist hundertmal interessanter als ein geleckter Kinderspielplatz. Ich frage mich jedesmal, wer diese langweiligen Martermaschinen erfunden hat. Einmal hochklettern und gut ist es.

    Auf den Rasenflächen sehe ich übrigens keine blonden Jungs mehr, es kicken nur noch Dunkelhaarige. Und neulich bin ich neben einer ausgedehnten Wohnanlage über eine Wiese in ein hübsches Waldstück geloffen. Das Grün zeigte keinerlei Spuren von Benutzung durch Kinder oder Jugendliche. Total bekloppt.

    Zitat von talackova Beitrag anzeigen
    ... Bei Jungen kann so etwas bis nach der Pubertät dauern.
    Die packen sogar Mädels an und die sind sicher gefährlicher als eine Herdplatte. Trial and error. Da müssen die armen Jungs auch alleine durch. Es ist absolut sicher, daß Mütter diese Eskapden allzu gern verhindern würden. Lieber einen schwulen Sohn als eine Schwiegertochter.

    Die Jungs lernen, daß die Innereien mit Alkohol weit schmerzfreier zu reinigen sind als mit Sagrotan. Spätestens nach der Hochzeit.
  2. #121

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kinder müssen spielen, toben, Wagnisse eingehen - und sich manchmal blaue Flecken holen. Nur so können sie sich psychisch und körperlich gesund entwickeln. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht in Watte packen.

    Erziehung: Warum Eltern ihre Kinder toben lassen sollten - SPIEGEL ONLINE
    Wie weit ist unsere Gesellschaft schon so tief gesunken, dass solche Banalitäten als große Erkenntnis verkauft werden müssen? Ich kann auch bis heute nicht verstehen das Eltern bei jeden kleinen Kratzer Aufsichtspersonen anzeigen. Zu meiner Zeit passierte das nur in gravierenden Fällen ansonsten wußten Eltern damals noch, dass wo Kinder toben es eben auch blaue Flecke gibt. Der typischste Spruch:"Bis Du heiratest isses verheilt."
  3. #122

    "Beitrag melden"

    Zitat von trafozsatsfm Beitrag anzeigen
    "froie"? War die Schreibweise Absicht oder ist es das, was man einen "Freudschen Vertipper" nennen könnte?
    Froid ist doch schon lange überholt - sie sind wohl kein Psychoanalytiker , gell ?
  4. #123

    Zitat von talackova Beitrag anzeigen
    ... Meine Eltern haben wir sehr früh im Pschyrembel gezeigt, wie ich auf Blutvergiftungen selber achten kann..
    Du meine Güte, da war ich ja in meiner Kindheit schwer benachteiligt, weil meine Eltern mir nur aus Grimms Märchen vorgelesen haben statt aus dem Pschyrembel.
  5. #124

    Ich als Kind der Achtziger hab das auch noch alles durch. Bin schon mit 3 allein in den Kindergarten (etwa 500 Meter durch einen Wald-und-Wiesenpfad) und liebte nichts mehr, als "Abenteuer" erleben. Das sah für mich so aus, mich durch unbekanntes Wald und Dickicht zu kämpfen und mir einen Weg zu suchen, bis es nicht mehr weiter ging.
    Leider war die Mutter meiner besten Freundin damals (wohnte gegenüber) ein schrecklicher Kontrollfreak, sie durfte tausend Sachen nicht und musste immer nach kurzer Zeit wieder heim, um sich zu melden. Schon mit 7 Jahren wusste ich, dass sie übertreibt und meiner Freundin das nicht guttut.

    Meine Verletzungen hielten sich in Grenzen, aber ihnen wurde auch keine große Bedeutung zugemessen, nix mit Jod etc. Ich finde es gut, nicht direkt Panik zu schieben, allerdings hatte ich vor Ende der Grundschule auch zwei nicht allzu harmlose Erkrankungen, die ich tagelang mit mir rumschleppen musste, weil meine Mutter und meine Oma der Ansicht waren, ich simuliere oder jammere...
  6. #125

    ganz genau

    Zitat von schnuffschnuff Beitrag anzeigen
    Siehe Hamburger Volksentscheid zur Schulreform.
    irgendwo müssen die 5000 Mittelschichtler die der Dr. Schoierl auf den Gänsemarkt gestellt hat ja herkommen - es sind die gleichen Typen die mit Friedenstauben und AKW-nö button herumlaufen .

    Andere Frage : weshalb glaubt eine rot rot grüne "Bildungspolitikerin" die Kinder einer bestimmten Klasse ( ich liebe diesen Begriff ) für ihre sozialen Experimente gebrauchen zu können ?

    Vorbild usa : WENN also alle Kinder gemeinsam lernen SOLLEN - DANN würde ich doch die Bildungsbereicherer aus den Umlandsiedlungen mit dem Bus abholen und in den Schulen der Mittelschicht unterrichten !

    Nehmen wir die rot rot grünen Integrationsbefürworter ernst : verteilen wir ( integrieren wir ) die benachteiligten Kinder im Wohlstandskiez .Überall , in Bremen , HH , Berlin ....

    ( Fakt ist : die Kinder hamburger Lehrer besuchen zu weit über 85 % private Bildungseinrichtungen ) .
  7. #126

    Erst mal eine Chance haben..

    Zitat von veritas31 Beitrag anzeigen
    Endlich spricht ein Artikel das aus, was eigentlich gesunder Menschenverstand sein sollte!

    Ich habe als kleiner Junge auch jeden Tag mindestens einen blauen Fleck und eine Schramme "nach Hause gebracht" (dazu mehrere kaputte Fahrräder o.ä. - was besonders meinem Vater immer die Zornesröte ins Gesicht trieb) :-)

    Jedenfalls wurde aus mir ein normaler (?), gesunder und selbstständiger Mann...auch meine Kinder sollen toben, raufen und sich mal die Nase anschlagen...so what?

    Wenn ich sehe, unter welchen Allergien die heutigen Kinder leiden, oh man! Ein bisschen Dreck in der Kindheit verschont einen im Alter in den meisten Fällen vor allen möglichen Allergien.

    Ich sehe überdies einen Grund für die verrückten U-Bahnschläger etc. in einer nicht richtig ausgeprägten "Rauf- und Kampfkultur" der Kinder. Nur wenn man in der Kindheit versteht, dass echte Schläge weh tun und etwas anderes sind, als Computerspiele, erst dann versteht man in Alter, dass man nicht noch auf wehrlose Menschen am Boden eintritt.

    Deswegen: Raus an die Luft, auf Bäume, an Lagerfeuer und und und...nur als Kind macht das noch richtig Spaß :-)
    Volle Zustimmung, nur haben Sie heutzutage sofort die Feuerwehr, Ordnungsamt, den Revierförster und die Natuschützer am Halse. Wo wir noch zum Baumhausbauen Nägel in den Baum schlugen - und wir bauten viele Baumhäuser (Jahrgang 1963) - droht jetzt die sofortige Ausweisung aus dem Paradies inklusive Bußgeld. Daß sich da Kinder nichts trauen und die Eltern fürchten, ist kein Wunder. Ganz abgesehen davon, daß Stadtkinder einen solchen Platz erst einmal finden müssen..
  8. #127

    Schoene Kindheit, die gibt es nicht mehr.

    Als Junge bin ich in einer Truemmerlandschaft aufgewachsen.
    Das war der groesste Abenteuerspielplatz, den es je gegeben hat. Nach der Schule und den Hausaufgaben gehoerte der Rest des Tages bis zum Dunkelwerden mir und meinen Freunden. Balancieren auf einem Eisentraeger in 5 m Hoehe, Hoehlen graben in verschuettete Kellereingaenge. Dann bekam ich Rollschuhe, freie Fahrt rund um den Block, kam irgendwoher ein Auto, bruellte einer von uns: AUTO und wir kurvten an den Kantstein. Das kam vielleicht hoechstens 3x vor. Und mit dem Lehrer in den Sachsenwald, Schnitzeljagd. Jeder gute Junge hatte ein Fahrtenmesser umgeschnallt. Unser Spielplatz war vorher eine Grossgarage, wir bauten uns kleine Haeuser aus Ziegelsteinen, Dachpappe obendrauf und fertig wars.

    Und was ist heute? Hab mal gegoogelt meine alte Heimat.
    Alles nur Glasfassaden, Peitschenmasten eintoenig und oed. Kein Wunder, nicht ein einziges Kind wohnt dort noch.

    Da fanden wir ein Floss am Anleger, dahinter ein Tunnelkanal. Rein und bis zum Ende durch und wieder zurueck. Niemand hat etwas gesagt!! Und die vielen Mutproben, die ein Junge zu bestehen hatte!! Sie kommt nie wieder.

    Heute sind die Eltern berufstaetig, sie muessen und die Kinder werden vor dem Fernseher geparkt und langweilen sich, oder es finden Kinderspiele auf Plastikteilen statt in TV.
  9. #128

    139 Beiträge

    Zitat von saarstudentin Beitrag anzeigen
    Naja, Härte und Schnelligkeit reichen aber nicht, wenn die Intelligenz wie bei Ihnen so gar nicht vorhanden ist.
    was studiert man denn im Saarland ?

    ^^
  10. #129

    Überbehütung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kinder müssen spielen, toben, Wagnisse eingehen - und sich manchmal blaue Flecken holen. Nur so können sie sich psychisch und körperlich gesund entwickeln. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht in Watte packen.

    Erziehung: Warum Eltern ihre Kinder toben lassen sollten - SPIEGEL ONLINE
    Die Überbehütung von Kindern als psychologischen Risikofaktor hat vor 70 Jahren schon der amerikanische Psychologe David M. Levy beschrieben ("Maternal Overprotection"). Er unterstrich dabei neben dem angerichteten Schaden besonders die Interessenlage der Eltern, speziell von Müttern, die neben ihrer eigene Unsicherheit ein als Besorgtheit getarntes exzessives Kontroll- und Herrschbedürfnis an den Kindern ausleben.

    Die heutzutage besonders ausgeprägte Sicherheitsmentalität in der Erziehung hat viel mit dem Zeitgeist zu tun. Die Erwachsenen praktizieren an ihrem Nachwuchs das, was sie vom Staat für sich erwarten: größtmögliche Absicherung mit geringstem Eigenrisiko.

    Hinzu kommt die spießige Korrektheit, die nichts Unkontrolliertes, Unordentliches in der Wohnumwelt zuläßt, es nicht erträgt, daß irgendwo hinter dem Reihenhaus ein Grashalm höher als fünf Zentimeter wächst. (Enzensberger hat die Symbolik der Rasenmähermentalität in seinem Gedicht "freizeit" gedeutet.)

    Das Kind ist aber noch Natur, bevor es in die Angepaßtheit der Großen hineingerät, hineingezwungen wird, wo dann das Künstliche als das Bessere gilt. Darum liebt es das Ungeordnete, frei Wachsende, in dem sich das echte Leben zeigt, und in diesem Sinne entfaltet es sich selbst, solange ihm das nicht verboten wird.

    Eine schöne Darstellung des allerdings jahrhundertealten kulturbedingten Widerspruchs liefert der Lederstrumpfzyklus von Cooper, besonders ausgeprägt im vorletzte Band "The Pioneers" ("Die Ansiedler"). Nicht zufällig waren diese Bücher früher eine so beliebte Jugendlektüre. Heute allerdings sind kranke oder destruktive Außenseitergestalten wie etwa in der Twilight-Saga populär, was sehr bezeichnend ist!


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