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Kinder und Karriere: Mütter zahlen drauf

Eine Auszeit von der Arbeit - im Sinne ihrer Kinder treffen Mütter damit oft die richtige Entscheidung. Nur fassen viele beruflich schwer wieder Tritt, weil sie am Arbeitsplatz in Vergessenheit geraten. Der Karriereknick kann teuer werden. Und das spüren berufstätige Mütter bis ins Rentenalter.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...780857,00.html
  1. #250

    Typisch deutsch!

    @Kiki: Das ist ein typisch deutsches Problem.
    Ich habe vor einiger Zeit mal beim deutschen Kindergarten vorgesprochen (mir wäre es lieb gewesen, wenn das Kind auch ausserhalb des Hauses mit Deutsch in Kontakt gekommen wäre), um mich über die Methodik wie auch die Arbeitszeiten zu erkundigen.
    Fazit: Wir arbeiten bis 12:30h, wer später kommt muss Strafe zahlen. Schreiben oder Lesen bringen wir überhaupt nicht bei (was ansonsten im Land Pflicht ist) und ansonsten erwarten wir Mitarbeit der Mütter.

    Auf die Frage, ob sie in naher Zukunft eine Ganztagsbetreuung oder vielleicht eine zweite Sprache (z.B. Landessprache) inkorporieren würden, wie es nun ja auch in D langsam üblich werden würde, kam die wortwörtliche Antwort: "Ich hoffe, das kommt bei uns nie an!"
    Für mich als derzeit faktisch alleinerziehende Selbständige war dies eine sehr unbefriedigende Antwort.

    Wenn dann noch diese 4-stündige Aufbewahrung ca. 250 EUR monatlich kostet (plus 667 EUR einmalige Neueinschreibungsgebühr, plus 556 EUR Jahreseinschreibungsgebühr), dann fragt man sich tatsächlich, ob man sich da nicht lieber eine deutsche Au-Pair besorgt, wie eine Freundin in den USA (die hier im Land leider illegal sind) oder ob man nicht einfach auf Deutsch im Kindergarten verzichtet, dafür am frühen Abend eine Stunde intensiv auf Deutsch spielt und sich anderwertig umsieht.

    So lange deutsche Bildungs-Institutionen von der (Expat-)Hausfrau mit unbegrenzter Freizeit und vielleicht noch einer Haushälterin daheim ausgehen, die es tatsächlich immer weniger gibt, dann wird es für uns Vollzeitberufstätigen auch sehr schwer ein passendes Angebot zu finden.

    Ob man Karriere macht oder sich nur ernähren will, ist im Endeffekt unerheblich, denn zunächst muss einfach gewährleistet sein, dass die Kinder von ausgebildeten Erziehern "gebildet" werden und auch gut aufgehoben sind, während man sich ans Brötchen verdienen macht.
    Wenn ein Kindergarten schon um 16 Uhr schliesst, wenn ein normaler Arbeitstag in D von 8h bis 16h geht, dann kann das nichts werden.
  2. #251

    Das ist doch...

    ...bei jeder Art von Ausstieg so. Privates Vergnügen und das sind Kinder doch oder gibt es schon wieder das Mutterkreuz ?
    Wenn ich mir das Vergnügen einer Auszeit leiste, warum auch immer, wird mich das Einkommen und Karriere kosten, warum auch nicht, ich kann mich ja entscheiden und mein Leben gestalten.
    Das wird nur in einer Gesellschaft, die Kinder nur als zukünftige Rentenzahler mit Frühkarriere zur schnelleren Ausbeutung in den Arbeitsprozess sieht, als ungewöhnlich empfunden.
    Uni, Karriere, schnell ein Kind abwerfen, am Besten mit Kaiserschnitt und aus dem OP wieder in den Job, dass Kind bringt ein/e Minderleister/in dann in die Krippe, wo es von professionellen Kindheitsfördereinheiten zu Leistungsträgern erzogen wird.
    Ihr seid so krank. Tiefe seelische Zerrüttung zum Wohle des Bruttosozialprodukts und es gibt Frauen, die glauben das wäre emanzipiert, dabei befinden sie sich in der Leistungswettbewerbminilohnanerkennungstretmühle. Wie emanzipiert ist das denn und vor allem von Wem oder Was?
  3. #252

    .

    Blaue Fee,

    wenn ein Kindergarten in D heute als Normalfall durchgehend bis 16 Uhr geöffnet haben sollte, ist das schon ein Riesenfortschritt zu der Zeit vor zwanzig Jahren, als die Öffnungszeiten in der Regel von 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr waren und damit auch eine Teilzeitarbeit völlig unmöglich gemacht haben.

    Vermutlich höre ich mich an wie meine eigene Großmutter. ("Damals, als ich ein Kind war, mußten wir ohne Schuhe 10 Kilometer in die Schule laufen ...") Aber das ist nicht als Beitrag im Wettbewerb "Wer ist am ärmsten dran" gedacht, sondern um die unbefriedigenden Verhältnisse in deutschen Kindergärten von heute zu erklären. Bis vor wenigen Jahren war es ja klarer Bestandteil der CDU-Familienpolitik, die Berufstätigkeit von Müttern so kompliziert wie möglich zu machen. Der ideologische Schwenk kam zu abrupt und ist noch nicht lange genug her, als daß die Kindergarten-Realität jetzt schon richtig dazu passen könnte.

    Was mir als zukunftsträchtige Lösung für die Vereinbarung von beruflichen und familiären Aufgaben gar nicht schlecht gefällt, ist dieses Angebot hier: http://www.elternservice-awo.de/cms/

    Das richtet sich nicht an die Eltern selbst, sondern an Unternehmen. Ich glaube, das hat Zukunft.
  4. #253

    Gar nicht schlecht!

    Zitat von **Kiki** Beitrag anzeigen
    Was mir als zukunftsträchtige Lösung für die Vereinbarung von beruflichen und familiären Aufgaben gar nicht schlecht gefällt, ist dieses Angebot hier: http://www.elternservice-awo.de/cms/

    Das richtet sich nicht an die Eltern selbst, sondern an Unternehmen. Ich glaube, das hat Zukunft.
    Gerade das mit dem Notfalldienst klingt gut.

    Bei uns gibt es Kooperationen zwischen Firmen und privaten Kindergärten, besonders im staugefährdeten Nordwesten der Stadt, der viele nationale HQs amerikanischer Firmen beherbergt. Das nimmt vielen Eltern den Stress vom Bürostuhl zum Kind zu hechten.
  5. #254

    Ihre Analyse...

    Zitat von Das Auge des Betrachters Beitrag anzeigen
    ...bei jeder Art von Ausstieg so. Privates Vergnügen und das sind Kinder doch oder gibt es schon wieder das Mutterkreuz ?
    Wenn ich mir das Vergnügen einer Auszeit leiste, warum auch immer, wird mich das Einkommen und Karriere kosten, warum auch nicht, ich kann mich ja entscheiden und mein Leben gestalten.
    Das wird nur in einer Gesellschaft, die Kinder nur als zukünftige Rentenzahler mit Frühkarriere zur schnelleren Ausbeutung in den Arbeitsprozess sieht, als ungewöhnlich empfunden.
    Uni, Karriere, schnell ein Kind abwerfen, am Besten mit Kaiserschnitt und aus dem OP wieder in den Job, dass Kind bringt ein/e Minderleister/in dann in die Krippe, wo es von professionellen Kindheitsfördereinheiten zu Leistungsträgern erzogen wird.
    Ihr seid so krank. Tiefe seelische Zerrüttung zum Wohle des Bruttosozialprodukts und es gibt Frauen, die glauben das wäre emanzipiert, dabei befinden sie sich in der Leistungswettbewerbminilohnanerkennungstretmühle. Wie emanzipiert ist das denn und vor allem von Wem oder Was?
    ...ist absolut korrekt!
    Dennoch ziehen Sie die falschen Schlüsse (meiner Ansicht nach!:))
    Wenn Sie nicht einen Sozialismus und Quotenwahn fordern, dann bleibt als Alternative nur ein liberaler Arbeitsmarkt, um mehr Leistungsgerechtigkeit zu schaffen. Denn in unserem derzeitigen System wird nur das Pfründeschaffen gefördert: die Frau, die sich nach dem Studium sofort für eine unbefristete Stelle bei der Versicherung entscheidet oder Lehrerin wird oder Beamtin in der Verwaltung wird, hat die besten Chancen, Kinder und Berufstätigkeit zu vereinbaren - obwohl sie meiner Ansicht nach längst nicht in so einem Leistungswettbewerb steht wie die Ärztin im Krankenhaus, die Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion, die Produkt-Mangerin eines Mittelständlers. Letztere werden niemals im gebärfähigen Alter unbefristet eingestellt - die AG wollen die Kosten und das Risiko von Kindern nicht tragen.
    Und meiner Ansicht nach müssen sie das auch nicht, denn Wirtschaftsunternehmen haben in unserer marktwirtschaft primär nur ein Ziel: wirtschaftlich arbeiten, Gewinne maximieren. Das mag man anprangern und verdammen. Es ist aber nun mal so. Und kein AG wird sich so irrational verhalten und mit seinen Planstellen für Kinder zahlen.

    Ich verstehe zwar das Argument, das hier immer wieder angebracht, indem gesagt wird, die AG sollten auch was für die Zukunft des Landes tun, sich sozial verhalten, familienfreundlich sein etc. Aber dieser Gedanke ist unlogisch und falsch, weil hier zwei grundverschiedene Dinge verknüpft werden. Ein AG wird sich niemals familienfreundlich verhalten, wenn er keinen ganz direkten Nutzen davon hat (zB bei ARbeitskräftemangel). Das muss endlich mal in den Köfpen ankommen

    Und dann kann man meine Forderungen nach einem liberalisierten Arbeitsmarkt auch besser verstehen - dann damit ist den Müttern in den o.g. Jobs in der freien Wirtschaft am BESTEN geholfen. Believ me!:)
    Mit einem liberalisierten Arbeitsmarkt
  6. #255

    .

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Gerade das mit dem Notfalldienst klingt gut.

    Bei uns gibt es Kooperationen zwischen Firmen und privaten Kindergärten, besonders im staugefährdeten Nordwesten der Stadt, der viele nationale HQs amerikanischer Firmen beherbergt. Das nimmt vielen Eltern den Stress vom Bürostuhl zum Kind zu hechten.
    Was mir besonders gut daran gefällt, ist, daß die AWO eine soziale Organisation mit langer Tradition ist, die ihre Wurzeln in der Arbeiterbewegung in Zeit nach dem 1. Weltkrieg hat. Es gefällt mir, daß ein vermeintlicher Dinosaurier sich als imstande erweist, etwas so Zukunftsorientiertes und Problemübergreifendes zu entwickeln und - meines Wissens als Erster - in einem bundesweiten Angebot auf die Beine zu stellen. Ein bißchen Hoffnung kann man also für dieses in Verknöcherung erstarrende Land doch noch haben.

    Wie viele Unternehmen davon bislang Gebrauch machen, weiß ich allerdings nicht.
  7. #256

    Kinder sind die Rücklage aller Altersvorsorgen

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Wer soll denn Ihre Rendite erwirtschaften, wenn nicht die Kinder anderer Leute?

    Was das "abgewrackte Umlagesystem" betrifft, möchte ich daran erinnern, dass Umlagesysteme erfunden wurden, weil kapitalgedeckte Systeme versagt hatten.

    Das Umlagesystem ist das modernere und wenn ich mir so ansehe, was all die großen Spezialisten in Wirtschaft und Politik gerade so mit dem Euro veranstalten, werden wir vielleicht bald wieder ganz froh sein, ein Umlagesystem zu haben.
    Ja, so ist es.
    Bei der Währungsreform 1948 wurden Löhne und RV-Renten 1:1 umgestellt.
    Dagegen wurden die privaten Renten abgewertet, aus Rente 500 Reichsmark wurden 125 DM Rente.
    Privates Spargeld z.B. als Altervorsorge wurde sogar 10:1 abgewertet.
    Das Umlagesystem der Rentenversicherung ist klar im Vorteil.
  8. #257

    Geht selten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Eine Auszeit von der Arbeit - im Sinne ihrer Kinder treffen Mütter damit oft die richtige Entscheidung. Nur fassen viele beruflich schwer wieder Tritt, weil sie am Arbeitsplatz in Vergessenheit geraten. Der Karriereknick kann teuer werden. Und das spüren berufstätige Mütter bis ins Rentenalter.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...780857,00.html
    Frau muss sich halt für eins entscheiden. Die Möglichkeiten sind vorhanden. Von der Pille bis zur freien Partnerwahl.
  9. #258

    in die Köpfe muss...

    [QUOTE=Bananenblau;8873898]...Ich verstehe zwar das Argument, das hier immer wieder angebracht, indem gesagt wird, die AG sollten auch was für die Zukunft des Landes tun, sich sozial verhalten, familienfreundlich sein etc. Aber dieser Gedanke ist unlogisch und falsch, weil hier zwei grundverschiedene Dinge verknüpft werden. Ein AG wird sich niemals familienfreundlich verhalten, wenn er keinen ganz direkten Nutzen davon hat (zB bei ARbeitskräftemangel). Das muss endlich mal in den Köfpen ankommen









    ....dass ein Mensch keine Maschine ist. Es handelt sich um individuell-schicksalhaft geprägte Persönlichkeiten, die eigenständige denken und handeln können, sich einfühlen, kombinieren, lernen, verarbeiten, sich engagieren und motivieren... Wer auf Menschen setzt und mit Menschen etwas erarbeiten will, muss sich diese und weitere Fähigkeiten zunutze machen, wenn er klug und umsichtig ist.

    Es gibt heute schon vereinzelt Arbeitgeber, die auf diese menschlichen Qualitäten als Produktivitätsvorteil setzen (z.B. °DM°...), die genau die menschlichen Eigenschaften herausarbeiten (gesunder Arbeitsrhythmus, flexible Väter-/ Mütter-Zeiten, Mitbestimmung,...), und diese Firmen haben einfach die besseren und gesünderen Karten auf lange Sicht.
    Manager, die das Mitarbeiterprofil schleifen, haben keine Ahnung, was sie für Potential vertun.
  10. #259

    da sind die Kirchen aber schon etwas weiter. Hier in Hannover gibt es mindestens eine

    Zitat von **Kiki** Beitrag anzeigen
    Was mir besonders gut daran gefällt, ist, daß die AWO eine soziale Organisation mit langer Tradition ist, die ihre Wurzeln in der Arbeiterbewegung in Zeit nach dem 1. Weltkrieg hat. Es gefällt mir, daß ein vermeintlicher Dinosaurier sich als imstande erweist, etwas so Zukunftsorientiertes und Problemübergreifendes zu entwickeln und - meines Wissens als Erster - in einem bundesweiten Angebot auf die Beine zu stellen. Ein bißchen Hoffnung kann man also für dieses in Verknöcherung erstarrende Land doch noch haben.

    Wie viele Unternehmen davon bislang Gebrauch machen, weiß ich allerdings nicht.
    katholische KITA (Wundertüte), die von 06:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet hat - da ist für die meisten Eltern/Mütter so ziemlich alles machbar.

    Darüber hinaus ist diese KITA eine integrierende KITA, bei der in einer Gruppe Behinderungen, Entwicklungsrückstände aufgefangen werden.

    Die Kinder dort - 90 % haben Migrationshintergrund - wachsen vollständig unkompliziert auf - viele der Kinder mit Migrationshintergrund haben Sprach- und Anpassungschwierigkeiten, die noch verstärkt werden, wenn sie die deutsche Sprache nicht verstehen.








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